«Ich habe einen super Job – und einen super Abschluss, für den ich sehr dankbar bin.» Masterabsolventin Loredana im Porträt

Loredana Idrizi hat italienisch-albanische Wurzeln, ist 28 Jahre alt und hat immer in Teilzeit studiert. Zuerst den Bachelor Mehrsprachige Kommunikation, dann den Master Language and Communication mit Profil Strategic Communication Management. Jetzt arbeitet sie als Senior Communications Manager bei der Gi Group Holding in der Schweiz und geniesst es, wieder mehr Zeit für Fitnessstudio, Joggen, Kochen und Reisen zu haben. Im Interview erzählt sie aus ihrem spannenden Job und wie sie ihr Studium darauf vorbereitet hat.

Autorin: Christa Stocker

Wer ist die Gi Group und was genau ist deine Rolle?

Die Gi Group ist ein Personaldienstleister, der in 38 Ländern aktiv ist. Ich arbeite aktuell als Senior Communication Manager und gestalte Kommunikation intern und extern für die Gruppe und unsere Marken in der Schweiz. Das heisst, ich verantworte die Kommunikation sowohl für die Romandie als auch für das Tessin – und natürlich für die Deutschschweiz. Unsere Corporate Language ist Englisch. Aber natürlich müssen die Kommunikationsinhalte in allen drei Landessprachen verfasst werden.

Und alle vier Sprachen beherrschst du fliessend?

Im Bachelor habe ich – auch an der ZHAW – Mehrsprachige Kommunikation studiert mit der Sprach-Combo Deutsch, Englisch,Französisch und Italienisch im Wahlfach. Dafür bin ich heute sehr dankbar.

Was begeistert dich am strategischen Kommunikationsmanagement?

Mich fasziniert, dass ich genau verstehe, wo sich eine Organisation befindet, wo sie hin will und mit welchen Ressourcen und Mitteln ich dazu beitragen kann, dass eine Organisation erfolgreich ist.

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Masterabsolventin Loredana erzählt aus ihrem spannenden Lob und wie sie der Master Language and Communication an der ZHAW darauf vorbereitet hat.

Welches sind deine wichtigsten Aufgaben?

Meine allerwichtigste Aufgabe ist momentan, das Rebranding unserer grössten Marke erfolgreich über die Bühne zu bringen. Das ist ein ganz grosses Projekt. Zudem begleite ich ein Change-Projekt kommunikativ, das eine andere Abteilung betrifft.

Fürs Rebranding bin ich derzeit  alles am Aufgleisen – Inhalte, Video-Content, Medienarbeit, aber auch Blogartikel. Und ich informiere intern über das Projekt, so dass wir unsere Mitarbeitenden auf die Reise mitnehmen.

Darüber hinaus bin ich für die Sicherstellung der internen Kommunikation bei allen laufenden Projekten zuständig.

Was gefällt dir daran besonders?

In der internen Kommunikation finde ich besonders spannend, dass wir die Führungskommunikation so gestalten, dass wir unsere Botschaften bei den Mitarbeitenden richtig platzieren. Aber auch nach aussen möchten wir unsere Führungskräfte richtig und interessant positionieren.

Gibt es etwas, wo du gedacht hast: „Wow, cool, dass ich das in meinem Job machen darf?“

Vor kurzem durfte ich unser jährliches Kick-Off-Event für unsere Mitarbeitenden aus der ganzen Schweiz inhaltlich mitgestalten. Es war unheimlich spannend,

  • mit den Speaker:innen aus unserer Geschäftsleitung zusammenzusitzen,
  • die Kernbotschaften basierend auf der Unternehmensstrategie zu entwickeln,
  • zu schauen, wo sich die Mitarbeitenden befinden,
  • Inhalte zu definieren

und auf dieser Basis unsere Inhalte so aufzubereiten, dass das Gesagte wirklich bei den Mitarbeitenden ankommt. Zu sehen, wie die Mitarbeitenden motiviert und zufrieden nach Hause gingen, hat mich überglücklich gemacht.

Wo siehst du aktuell die grössten Herausforderungen in deinem Job?

Die grösste Challenge am Kommunikationsberuf ist die KI-Revolution, die wir momentan erleben. Weil KI verschiedene Aufgaben übernehmen kann, werden die Ressourcen, die man früher zum Beispiel für externe Partner hatte, teilweise gestrichen. Aber die KI liefert qualitativ nicht den gleichen, hochwertigen Output wie ein Mensch – zum Beispiel bei der Videobearbeitung.

KI hierfür zu nutzen ist sicher spannend. Man lernt viel dazu und man ist Hands-On dabei. Aber es kostet dann trotzdem Zeit, die man eigentlich nicht hat: Das Prompten, aber auch die Nachbearbeitung – bis man zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommt.

Welche Kompetenzen aus dem Studium sind für dich besonders wichtig in deinem Job?

Ich kann wirklich grosse Konzepte verfassen und umsetzen. Und ich weiss, welche Ressourcen ich wo einsetzen muss. Der Master Language and Communication hat mich mit einem grossen Fächer an Werkzeugen und Know-how ausgerüstet, die ich täglich brauche. Sei es für die Konzeptionsarbeit, für strategisches Kommunikationsmanagement oder Strategiekommunikation. Ich merke es jedes Mal, wenn es um die Positionierung der Kommunikation geht.

Aber auch aus dem Bachelorstudium kommt vieles – in Micro – jeden Tag zum Einsatz: Die Sprachkompetenzen, die ich dort aufgebaut habe, die Redaktionskompetenz, die Übersetzungskompetenzen.

Was hat dir der Master persönlich gebracht?

Mich als junge Frau bei der Geschäftsleitung zu positionieren, das hat mir der Master mit auf den Weg gegeben. Denn man wird oft unterschätzt.

Und dann zeigst du es ihnen?

Ja, ab und zu – mit Kompetenz.

Was hat dich motiviert, ein Masterstudium zu machen? Und warum hast du dich für den Master Language and Communication mit Profil Strategic Communication Management entschieden?

Ich war hungrig nach mehr Wissen – theoretischem Wissen, aber auch im Bereich Praxis. Und ich wusste, mich interessiert das Arbeiten in einer Kommunikationsabteilung mit so vielen verschiedenen Stakeholdern.

Deshalb schaute ich mir nach dem Bachelor Mehrsprachige Kommunikation verschiedene Studiengänge an Unis und an Fachhochschulen an. Für den Master Language and Communication mit Profil Strategic Communication Management an der ZHAW entschied ich mich, weil er sich mit meiner beruflichen Tätigkeit gut kombinieren liess.

Ich war bereits mit der ZHAW vertraut, da ich mein Bachelorstudium hier absolviert hatte. Ich kannte schon einige Dozierende. Ich kannte die Kultur und kannte das Studienmodell – und ich war sehr, sehr zufrieden. Und so habe ich gedacht: Der Master an der ZHAW wird cool.

Und hat er dich überzeugt?

Absolut. Sonst wäre ich nicht hier.

Wie hat dich der Master auf deine berufliche Tätigkeit vorbereitet?

Während den drei Jahren, die ich im Master berufsbegleitend studiert habe, bin ich von einer Junior- zu einer Seniorrolle gekommen. Und alles, was wir lernten – strategisches Kommunikationsmanagement, Strategiekommunikation, Konzeption von Kommunikation usw. –, sind Tools, die mir bis heute sehr helfen. Ich verstehe, was eine Organisationsstrategie ist. Und ich weiss, welchen Anteil die Kommunikationsabteilung in der Wertschöpfungskette hat.

Was war dein persönliches Highlight im Masterstudium?

Mein allergrösstes Highlight war meine Masterarbeit über «Diversity, Equity und Inclusion im Employer Branding”. Ich konnte es nicht glauben, dass sie mit Bestnote bewertet wurde… Sie ist das Resultat von Dozierenden, die mich in diesen drei Jahren begleitet und inspiriert haben und ihr Wissen mit mir teilten.

Was ich in der Masterarbeit gelernt habe, kann ich bei uns auch direkt anwenden. Diversity, Equity und Inclusion sind in der Unternehmenskultur und -identität stark verankert. Aber wir machen die Werte noch nicht über alle Kanäle sichtbar.

Wie hast du die Stimmung im Studium erlebt?

Die Stimmung war durchweg positiv. Wir konnten von vielen verschiedenen Kommunikationsprofis aus verschiedenen Branchen profitieren. Man hat sich gegenseitig unterstützt und wir konnten mit den Dozierenden, in den Vorlesungen und Klassen einen kritischen Austausch pflegen.

Das war wirklich immer eine gute und sehr lehrreiche Erfahrung.

Wo siehst du dich beruflich in 5 bis 10 Jahren?

Ich habe mein Ziel mit dem Abschluss des Masterstudiums und mit meinem jetzigen Job eigentlich schon erreicht: Das heisst, ich habe einen super Job und ich habe einen super Abschluss.

In den nächsten fünf bis zehn Jahren möchte ich diese Reise und den Job erstmal geniessen. Und wer weiss, wo diese Reise hinführt, vielleicht zu einer Head-of- oder einer Director-Position? Beides könnte ich mir vorstellen oder auch die Selbstständigkeit.

Ich bin sehr offen. Hauptsache «Gas geben»!

Was möchtest du Studieninteressierten sonst noch sagen?

Ich möchte ihnen sagen, dass es Kommunikationsprofis braucht, auch mit KI, vor allem wegen eurer Beratungskompetenz.

Und das andere ist: Ich war sieben Jahre am Departement Angewandte Linguistik der ZHAW und es war super – mit seinen Dozierenden, aber auch, wie man die Leute nimmt und begleitet. Ich hatte eine tolle Studienzeit und bin sehr dankbar dafür.

Das Studium hat sehr viel Spass gemacht.



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