Profilschwerpunkte im Bachelor Sprachliche Integration

Lernwege unterstützen oder Bildungsprozesse steuern? – Zwei Wege zur Spezialisierung im Bachelor Sprachliche Integration

Spätestens im 5. Semester stehen die Studierenden vor einer entscheidenden Frage: «Möchte ich individuell mit Menschen arbeiten oder eher die Strukturen gestalten, die Sprach- und Integrationsförderung möglich machen?» 

Autorin: Serap Bulut

Gute Sprach- und Integrationsförderung braucht beides: Feinfühliges Coaching von Menschen in herausfordernden Situationen, aber auch eine effiziente Planung und Umsetzung von Projekten und Programmen. Im Bachelor Sprachliche Integration kann man sich im Rahmen zweier Profilschwerpunkte in einem dieser Bereiche vertiefen. Die Studierenden entscheiden, ob sie eher individuelle Fähigkeiten von fremdsprachigen Erwachsenen fördern oder Projekte der sprachlichen Integration in der Schweiz und international mitgestalten möchten.  

Was macht den Bachelor Sprachliche Integration aus?

Der Bachelor verbindet Theorie und Praxis von Anfang an. Studierende lernen nicht nur, wie Unterricht und Integration funktionieren, sondern vor allem, wie sie dieses Wissen konkret anwenden. 

  • Praxis ab dem ersten Semester: Jedes Semester enthält ein Praxismodul 
  • Vielfältige Einblicke: von Hospitationen bis zu eigenen Projekten 
  • Perspektiven-Booster: Praktikum oder Auslandsemester im 4. Semester 
  • Weichenstellung: Wahl des Profilschwerpunktes im 5. Semester 

So entwickeln sie Schritt für Schritt die gefragten Kompetenzen, um in ihrem zukünftigen Berufsfeld professionell, reflektiert und lösungsorientiert zu handeln.  

Zeit für die Weichenstellung: Den eigenen Profilschwerpunkt wählen 

Mit der Wahl eines Profilschwerpunktes erweitern die Studierenden ihr theoretisches Wissen aus dem Studium. Gleichzeitig vertiefen sie spezifische, berufspraktische Kompetenzen anhand aktueller Szenarien aus dem Berufsleben.  

Bei der Wahl stellt sich eine zentrale Frage: Möchte ich vor allem in 1:1-Situationen mit Menschen arbeiten oder eher im Rahmen von Bildungsprojekten die Strukturen der Sprachförderung mitgestalten? 

Wer lieber Abläufe gestaltet, Projekte plant und Sprachförderung auf Systemebene mitentwickelt, wählt Sprachbildungsmanagement. 

Wer Menschen individuell begleiten, beraten und im Alltag unterstützen möchte, entscheidet sich für Sprachberatung & Coaching. 

Das Ziel bleibt gleich – nur der Weg ist anders. 


Sprachbildungsmanagement – Wirkung im grossen Ganzen 

Die «grosse Bühne» der Sprachförderung bietet Studierenden die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und die Strukturen der Sprachförderung aktiv mitzugestalten. Sie vertiefen ihr Wissen im Projektmanagement, erlernen Grundlagen des Bildungsmarketings und erhalten einen Überblick über die Bildungslandschaft der Deutschschweiz. Dank dieser Einblicke werden sie befähigt, diese aktiv mitzuprägen.  

Die richtige Wahl für Studierende, die gerne 

  • Programme und Bildungsangebote entwickeln
  • Projekte und Budgets planen
  • Kommunikation und Strategien gestalten

Der Profilschwerpunkt besteht aus den Modulen

  • Management in Institutionen
  • Sprachförderung in der Schweiz
  • Arbeitsmarkt & internationale Entwicklung
  • Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

Mögliche Berufsfelder 

  • NGOs, Stiftungen, Bundesämter, Sprachschulen
  • Integrationsfachstellen
  • Bildungsinstitutionen
  • Projektmanagement

Kurz: Hier gestaltet man Institutionen mit. 


Sprachberatung & -coaching – nah am Menschen

Dieser Schwerpunkt richtet sich an alle, die individuell mit Menschen arbeiten möchten. Im Zentrum stehen massgeschneiderte Begleitung und Unterstützung im Integrationsprozess. Zudem setzen sich Studierende auch mit unterschiedlichen Bildungs- und Lernsystemen im In- und Ausland auseinander. 

Besonders geeignet für Studierende, die gerne 

  • Lernende individuell begleiten
  • Integration in Alltag und Beruf beratend unterstützen
  • Selbstwirksamkeit und Resilienz fördern möchten

Der Profilschwerpunkt besteht aus den Modulen:  

  • Beratung und Coaching
  • Interkulturelle Kommunikation
  • Bildungssysteme im Vergleich
  • Leichte Sprache

Mögliche Berufsfelder 

  • Coaching für Stellensuchende
  • Arbeit in Gemeinden oder Unternehmen
  • Integrationsarbeit im direkten Kontakt
  • Sprachschulen

Kurz: Hier unterstützt man individuelle Lebenswege.


Wie trifft man die richtige Entscheidung?

Die gute Nachricht: Das Praktikum bzw. das Auslandssemester im 4. Semester sowie viele Fachmodule geben bereits Einblicke in beide Richtungen. So können Studierende einfacher bestimmen, welcher Weg besser passt. 

Die Leitfrage bleibt: Individuum oder System – wo möchte man etwas bewegen? 

Und danach?

Im letzten Studienabschnitt vertiefen die Studierenden ihr Wissen in der Bachelorarbeit und sammeln im Abschlusspraktikum weitere Praxiserfahrung. 

Damit sind sie bereit für den direkten Berufseinstieg oder für ein weiterführendes Masterstudium, zum Beispiel den MA Language and Communication an der ZHAW Angewandte Linguistik, MA Fachdidaktik Schulsprache Deutsch PHZH oder den MA Mehrsprachigkeitsforschung an der Universität Freiburg. 


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