Der Bachelorstudiengang Mehrsprachige Kommunikation entwickelt sich weiter

Zukunftsfähig und digital: Das neue Kompetenzprofil für Mehrsprachige Kommunikation

Die Sprachindustrie befindet sich im Wandel: Künstliche Intelligenz, Automatisierung und digitale Kommunikationsformen prägen zunehmend, wie wir Sprache nutzen und verarbeiten. Wie geht der Studiengang Mehrsprachige Kommunikation mit dieser Veränderung um?

Autorin: Serap Bulut

Die Dynamik in der Sprachindustrie fordert Studiengänge und Berufsprofile heraus, sich neu auszurichten und weiterzuentwickeln. Sprache ist heute zunehmend datenbasiert, technologisch geprägt und in neue Anwendungskontexte eingebettet. Genau hier setzt die Curriculumsrevision des Bachelorstudiengangs Mehrsprachige Kommunikation an: Sie schärft das Kompetenzprofil gezielt mit einem klaren Fokus auf die Verbindung von Sprache, Technologie und digitaler Kommunikation. 

Die Verbindung zwischen Sprache, Technologie und Daten 

Im Zentrum des Studiengangs stehen sprachmittlerische Kompetenzen – also die professionelle Vermittlung zwischen Sprachen und Kulturen. Dieser Fokus bleibt bestehen, ebenso die Grundlagen sprachlicher Expertise, analytischen Denkens und technologischen Verständnisses. Neu werden diese Kompetenzen gezielt um digitale und datenbezogene Fähigkeiten erweitert.

Kurz gesagt: Studierende lernen nicht nur, mit KI-gestützten Tools zu arbeiten. Sie verstehen auch, wie Sprachdaten, Modelle und automatisierte Systeme funktionieren – und wie sie diese in der Praxis sinnvoll einsetzen. 

«Wir bilden Fachpersonen aus, die sich sicher zwischen Sprachen und Kulturen bewegen und ihre Expertise gezielt einsetzen. Mit der überarbeiteten Ausbildung erwerben sie zudem die Fähigkeiten, auch in technologisch geprägten Arbeitsfeldern erfolgreich zu arbeiten.» 

Raquel Montero Muñoz

Drei Vertiefungen – drei Kompetenzprofile für die Arbeit mit Sprache 

Ein zentrales Element der Curriculumsrevision ist die Neugestaltung der Vertiefungen.  

  • Language Engineering ist die neue Vertiefung. Sie richtet sich auf die Arbeit mit sprachbasierten Technologien. Konkret: Studierende arbeiten mit Sprachdaten, erwerben Programmiergrundlagen und lernen, Daten aufzubereiten, Systeme zu trainieren und deren Ergebnisse kritisch zu evaluieren. Alles Kompetenzen, die in Bereichen wie Conversational AI, Lokalisierung oder datengetriebener Sprachverarbeitung gefragt sind. 
  • Multimodale Kommunikation ist die Vertiefung, bei der die Mehrsprachigkeit in all ihren Facetten im Fokus steht. Dazu gehören Gesprächsdolmetschen, Community Interpreting, Ab-Blatt-Übersetzen sowie das Arbeiten mit audiovisuellen Inhalten, etwa im Untertiteln. Ziel ist, dass Studierende mündliche Kommunikation mit dem gezielten Einsatz von Übersetzungstools verbinden und lernen, Sprache auch in komplexen und dynamischen Situationen präzise und situationsgerecht einzusetzen. 
  • Informationsdesign erweitert die Perspektive um visuelle und strukturelle Aspekte. Im Zentrum steht die Frage, wie komplexe Inhalte verständlich, zielgruppengerecht und wirkungsvoll aufbereitet werden können – mehrsprachig und in unterschiedlichen Medienformaten.  

Gemeinsam ist allen Vertiefungen ein klares Ziel: die professionelle Arbeit mit Sprache
in einer digitalen, mehrsprachigen und vernetzten Welt. 

Raquel Montero Muñoz

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