Im Idealfall nehmt Ihr, als Benutzende der Hochschulbibliothek, uns studentische Mitarbeitende gar nicht wahr, denn das bedeutet, dass wir leise arbeiten und/oder dass Ihr nicht gegen unsere Hausregeln verstösst. Nun befürchte ich aber, dass viele von Euch uns neun Personen schon bemerkt habt, sei es aus dem einen oder anderen Grund. Vor allem auf meinem Bibliotheksstreifzug werden mir häufig erstaunte Blicke zugeworfen. Um das Geheimnis unserer Machenschaften zu lüften, folgt hier ein Auszug aus einer Schicht in der Hochschulbibliothek Winterthur.

Erste Priorität bei unseren Aufgaben haben Eure Medien-Bestellungen, welche man in den Regalen holt. Es folgt die Einlagerung in den Abholautomaten, der die Medien leider in gemächlichem Tempo einsortiert. Falls sie an eine andere Bibliothek geschickt werden müssen, werden sie dem Bibliothekspersonal übergeben.

Sind alle Bestellungen erledigt, werden die Medien, die zurückgegeben worden sind, wieder in die Regale einsortiert. Für diese beiden Aktivitäten benötigen wir unter anderem auch die Rollwagen, welche sich auch gerne dazu entscheiden mal etwas lauter über gewisse Bodenwellen zu gleiten. Spätestens hier wird unsere Existenz bemerkt. Und wenn nicht, dann gibt es zum Glück ja noch die metallenen Bücherstützen, welche ab und an ziemlich geräuschvoll einrasten. Dies ist bei der ruhigen Lernatmosphäre etwas ungünstig.

Während der Schicht werden ausserdem Zählrundgänge durchgeführt, bei welchen man häufig verwirrt bis erschrocken angeschaut wird. Aber keine Angst, wir kontrollieren nicht Euer Lernverhalten, sondern zählen lediglich, wie viele Personen sich in der Bibliothek und in der Lernlandschaft aufhalten.

Zum Schluss, aber nicht minder wichtig, wird der Bibliotheksbestand für mindestens eine Stunde sortiert. Diese Stunde ist dafür da, dass Ihr möglichst ohne langes Suchen Eure Medien findet. Zudem lernt man als studentische Mitarbeitende den Bestand etwas kennen; ich weiss nun beispielsweise, wo sich das Buch «Pilates für Rollator-Nutzer» befindet und wenn das keine persönliche Bereicherung ist…

Ein Beitrag von Laura Bachmann, studentische Mitarbeiterin