Am 23. April ist es wieder so weit, zum Weltbuchtag wird das Lesen gefeiert. Um mitzumachen müssen Sie aber nicht extra zur diesjährigen World Book Capital City Schardscha in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen.

Vor 24 Jahren wurde der Welttag des Buches und des Urheberrechts von der UNESCO als weltweiter Aktionstag für das Lesen, die Bücher, die Kultur des geschriebenen Wortes und die Rechte der Autorinnnen und Autoren zum ersten Mal ins Leben gerufen.
Auch in der Schweiz wird der Tag seit 2004 von Buchhandlungen, Bibliotheken und anderen Kultureinrichtungen mit Veranstaltungen und Aktionen gefeiert. Viele dieser Events finden Sie in der Agenda von Literatur Schweiz. Ein richtig ausgeklügeltes Programm zum Kennenlernen neuer Lesestoffe organisiert der Verein Buchstadt St. Gallen.

Der passende Lesestoff

Damit das Lesen auch wirklich Spass macht, ist ein spannendes Buch unabdingbar. Das muss nicht immer Fachlektüre sein. Einige haben ihre Lieblingsautorinnen oder -autoren. Nur wie weiter, wenn deren gesamten Werke bereits bekannt sind? Es stellt sich dann Frage, was lese ich als Nächstes?

Eine Antwort auf diese Fragen bekommen Sie auf der Website von Marek Gibney. Der Kunstliebhaber ist Gründer von Gnod, ein Startup, das künstliche Intelligenz verwendet, um neuen Lesestoff zu entdecken. Versuchen Sie es und geben Sie auf seiner Literaturlandkarte Ihre Lieblingsautoren ein. Vielleicht öffnet sich damit das Tor zu einem neuen Lesevergnügen!

Buchtipps vom Bibliotheksteam

Wer nicht auf künstliche Intelligenz vertraut, sondern auf die gute alte persönliche Empfehlung, dem helfen vielleicht die folgenden zwei Tipps vom Bibliotheksteam in Wädenswil weiter.

Buchtipp von Julia Vöhringer

Das Buch «Magic Cleaning» von Marie Kondo ist ein Bestseller-Ratgeber, den ich vor ein paar Wochen gelesen habe. Ich hatte ihre Serie «Tidying Up With Marie Kondo» auf Netflix gesehen und wollte mich noch etwas mehr mit dem Thema «Aufräumen» auseinandersetzen. Mir hat das Buch spannende Inputs zu den Aspekten «Besitz», «Konsum» und «Minimalismus» gegeben. Ich finde es wichtig, sich damit in der heutigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft zu beschäftigen.
Marie definiert gute Grundsätze, wie nachhaltiges Aufräumen funktioniert und damit auch das eigene Leben neu geordnet werden kann. Sie beschreibt, dass durch die Reduktion des Besitzes die eigenen Werte und der Lebensstil definiert werden können. Es sollen nur Dinge behalten werden, die glücklich machen («which spark joy») und zu denen eine Beziehung besteht. Das Vorhandene kann dadurch mehr wertgeschätzt werden.
«Magic Cleaning» gefällt sicher allen, die nicht mehr wissen, was sie alles besitzen, und gerne Ordnung in ihr Leben bringen möchten. Insbesondere auch vor einem bevorstehenden Umzug zu empfehlen. 😉

«Magic Cleaning» sowie sein Teil 2 sind via NEBIS recherche ausleihbar.

Buchtipp von Marion Bohlen

Eines der Bücher, die mir auf die Frage nach meinen Lieblingsbüchern sofort in den Sinn kommen ist «Sturmhöhe» von Emily Brontë. Dieses Buch wurde 1847 geschrieben, war damals sehr umstritten und gilt heute als Klassiker der britischen Romanliteratur des 19. Jahrhunderts. Die Erzählweise des Romans gefällt mir: Es gibt zwei Ich-Erzähler und die Ereignisse erschliessen sich nicht immer auf den ersten Blick. Zusätzlich enthält das Buch auch mystische Begebenheiten. Es ist keine seichte Liebes- und Familiengeschichte mit Happyend sondern eine düstere Geschichte. Denn die Schicksale der Romanfiguren sind teilweise tragisch. Die Hauptfigur ist ein Antiheld, die Erklärung, weshalb er so handelt ist der Interpretation des Lesers überlassen. Zudem vermittelt das Buch auch einen Eindruck davon, wie die Strukturen in der damaligen Zeit waren und welche Zwänge es für die Menschen gab.
Mir bietet der Roman eine interessant erzählte Geschichte und Figuren, über die ich mir Gedanken machen kann.

Der Titel ist in mehreren Varianten auf Englisch, Deutsch oder auch als Film via NEBIS recherche ausleihbar.

Ihre Tipps?

Haben Sie auch ein Lieblingsbuch oder eine Lieblingsautorin bzw. einen Lieblingsautor? Dann schreiben Sie uns! Wir sind gespannt auf Ihre Tipps im Kommentarfeld.

Ein Beitrag von Esther Wüthrich.