Reformideen für die Schweizer Gesundheitspolitik gesucht!

Eigene Aufnahme

Von Yamilée Schwitter

In der Gesundheitspolitik gibt es oft nicht nur eine richtige Lösung. Sie ist ein Aushandlungsprozess zwischen Interessen, Werten, Evidenz und Kompetenzen. Genau deshalb haben wir im CAS Gesundheitssysteme und -politik eine neue didaktische Form gewählt: die Podiumsdiskussion „Mein Reformansatz 2026”.

Positionen, die aufeinandertreffen

Anstelle einer klassischen Präsentation oder linearen Wissensvermittlung schufen wir einen Diskursraum mit geführter Moderation. In diesem trafen Positionen aufeinander, wurden verteidigt, hinterfragt und weitergedacht. Die Teilnehmenden, die bei Leistungserbringern, in der Pharmazie, im Medtech-Bereich oder bei Versicherern tätig sind, brachten dabei ihre jeweilige berufliche Perspektive ein. Reformideen sind nie neutral, sondern stets geprägt von beruflicher Sozialisation, institutioneller Rolle und persönlicher Haltung. Diese Vielfalt bereicherte die Diskussion enorm.

Den Abschluss bildete der Gastreferent, GLP-Nationalrat Patrick Hässig, mit seiner Motion zur nationalen Spitalplanung. Mit seinen Erläuterungen zur hohen Spitaldichte, zur fehlenden Spezialisierung und zu den Interessenkonflikten in der kantonalen Vierfachrolle schloss er die Diskussion ab.

Der Dozent als Moderator, nicht als Wissensquelle

Didaktisch bedeutet die Podiumsdiskussion einen Perspektivenwechsel: weg vom Dozenten als Wissensquelle, hin zum Moderator eines professionellen Diskurses. Lernen entsteht nicht durch reine Wissensvermittlung, sondern durch Diskurs und Argumentation. Dabei schärfen die Teilnehmenden ihr Systemdenken, ihr Perspektivenbewusstsein und ihre Dialogkompetenz – allesamt Fähigkeiten, die im Gesundheitswesen zunehmend gefragt sind.

Weiterbildung als professioneller Übungsraum

Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Viele sprachen von einer echten Horizonterweiterung. Wir sehen uns darin bestärkt, das Format so weiterzuführen. Unser Anspruch ist es schliesslich, Fach- und Führungspersonen auszubilden, die das Schweizer Gesundheitssystem in seiner Komplexität verstehen und dieses Systemwissen verstärkt in ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Entscheidungen einfliessen lassen. Dafür braucht es Urteilsfähigkeit, Argumentationskraft, Systemdenken und die Fähigkeit, mit Dissens professionell umzugehen. Weiterbildung ist kein Konsum von Wissen, sondern ein Übungsraum für Führung und persönliche Weiterentwicklung.

Für alle, die mehr über unsere Weiterbildungsprogramme erfahren möchten:

Weiterbildung ¦ ZHAW Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie WIG

Yamilée Schwitter ist MAS Studienleitung am WIG.


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