HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

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Quelle: Privates Bild von Maxim Sharakin

Von Maxim Sharakin

Im September dieses Jahres besuchte ich einen dreitägigen Fachworkshop zum Thema „Modeling Approaches for HTA: A Practical Hands-on Workshop“ an der Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) in Österreich. Dies war eine grossartige Gelegenheit für mich, mein Wissen über Modellierungstechniken für gesundheitsökonomische Evaluationen zu vertiefen.

Gesundheitsökonomische Evaluationen werden eingesetzt, um Entscheidungen über die effiziente Nutzung von Ressourcen im Gesundheitssystem zu unterstützen. Zu diesem Zweck können Modelle entwickelt werden, die eine mathematische Vereinfachung des Entscheidungsproblems darstellen. Um sicherzustellen, dass die Ergebnisse des Modells die Realität möglichst gut abbilden, muss ein geeigneter Modelltyp gewählt werden. An einem wunderschönen Ort inmitten der österreichischen Berge lernten wir nicht nur das geeignetste Modell auszuwählen, sondern führten auch praktische Übungen durch, um diese Modelle mit Hilfe von Softwarepaketen wie Excel, TreeAge, ARENA und Berkeley Madonna selbst zu entwickeln. Besonders interessant fand ich die Techniken zur Vorhersage der Übertragungswege und der Herdenimmunität bei Infektionskrankheiten. Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Workshop war, dass ein Modell ein Entscheidungsproblem so genau wie möglich widerspiegeln und gleichzeitig so einfach wie möglich sein muss.

Während des Workshops lernten wir auch von den Erfahrungen anderer Fachleute zur Auswahl und Erstellung von Modellen. Dr. Martin Bicher von der Technischen Universität Wien modellierte beispielsweise die Auswirkungen verschiedener COVID-Kontaktverfolgungsstrategien für Österreich. Er wählte ein Modell, um die Interaktionen zwischen einzelnen Individuen genauer zu erfassen, und konnte somit die Auswirkungen der Strategien auf die Entwicklung der Pandemie quantifizieren. Dr. Bicher zeigte auch, dass die Rückverfolgung über die COVID-App, wenn mindestens 50 % der Personen die App installiert haben, die effektivste Strategie ist, um langfristig die Anzahl Personen in Quarantäne und die wirtschaftlichen Schäden zu reduzieren.

Es war eine tolle Erfahrung, wieder einmal persönlich an einem Workshop teilzunehmen, vor allem an einem so idyllischen Ort. Es war eine gute Gelegenheit, etwas über die Modellauswahl zu lernen und sich mit Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet auszutauschen. Ein empfehlenswerter Kurs für alle, die sich vertieft mit dem Thema Modeling auseinandersetzen möchten, wie z.B. Absolventinnen und Absolventen unseres CAS Gesundheitsökonomische Evaluationen und HTA.

Maxim Sharakin ist Wissenschaftlicher Assistent der Fachstelle HTA und gesundheitsökonomische Evaluationen am WIG.

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