Weiterbildung

Weiterbildungsfreak, Weiterbildungspragmatiker oder Weiterbildungsgourmet?

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Von Esther Furrer

Wie informieren Sie sich über Weiterbildungsangebote? Besuchen Sie Informationsanlässe, oder nehmen Sie eher eine persönliche Beratung in Anspruch? Hier erfahren Sie warum es sich lohnt, Zeit in die Suche Ihrer nächsten Weiterbildung zu investieren – unabhängig davon, welcher Weiterbildungstyp Sie sind.

Zu welchem Typus gehören Sie?

Weiterbildungsfreaks stellen sich die Frage nach dem Rechercheaufwand kaum. Sie sind neugierig, aktiv und befassen sich laufend mit möglichen Weiterbildungsherausforderungen. Ihre Triebkraft ist das Bedürfnis nach umfassendem Wissen und der Austausch mit anderen. Sie nutzen alle Informationsplattformen.

Weiterbildungspragmatiker lernen lieber «on the job» und engagieren sich in Projekten, in welchen man quasi nebenbei dazulernen kann. Sie haben ein eher unverkrampftes Verhältnis zu Weiterbildung. Ihre Enscheidung für ein Weiterbilungsangebot beruht auf klaren Kriterien und Zielsetzungen, die Weiterbildung selber ist ein Mittel zum Zweck. Dementsprechend nutzen Weiterbildungspragmatiker primär Informationsanlässe als Enscheidungshilfen und nehmen dann gezielt Beratungen in Anspruch.

Gerade mit zunehmender Berufserfahrung und bereits erworbenen Abschlüssen kann die Weiterbildung auch eine Sache des Lifestyles sein. Weiterbildungsgourmets picken sich aus Dokumentationen der Bildungsinstitute Delikatessen heraus. Sie mögen Ausgefallenes und versprechen sich vom Weiterbilden einen Knowhow-Vorsprung, und damit Vorteile gegenüber anderen. Sie interpretieren Informationen zu Weiterbilungsangeboten gezielt und verlassen sich auch auf «hearsay evidence» aus ihrem Umfeld.

Weiterbildung ein MUST?

Der Weiterbildungsmarkt bietet interessante Möglichkeiten, unabhängig von persönlichen Präferenzen und vom Weiterbildungstypus. Speziell im Gesundheitswesen beeinflussen politisch und systemisch initiierte Umorientierungen die Berufsbilder, wie etwa Fragen rund um «ambulant vor stationär» oder Kosten- und Finanzierungsüberlegungen, die bei der Schliessung oder Weiterführung von Gesundheitseinrichtungen zum Tragen kommen. Weitere Motivatoren für eine Weiterbildung sind die Sicherung des Arbeitsplatzes oder der Bedarf an neuen Kompetenzen.

Weiterbildungswillige sind sich bewusst, dass Wissen heute eine schwindende Halbwertszeit hat und laufend erneuert werden muss. Lebenslanges Lernen gewinnt also an Bedeutung, denn es gilt einerseits im Fachbereich leistungs- und konkurrenzfähig zu bleiben, andererseits aber auch die Interessen der Arbeitgeber zu wahren, und als Mitarbeitende attraktiv zu bleiben. Wissen Sie, welche Weiterentwicklung sich Ihre Vorgesetzten für Sie vorstellen können?

Weiterbildung ja, aber welche?

Möglicherweise sind Sie bereits überzeugt, oder von BerufskollegInnen und Vorgesetzen darauf hingewiesen worden, dass eine umfangreiche Weiterbildung in einem MAS, DAS, CAS auf Hochschulniveau das Richtige für Sie ist. Es kann sein, dass der Erwerb neuer Kompetenzen und geeignete praktische Anwendungsmöglichkeiten der Schlüssel zum beruflichen Fortkommen sind. Sie möchten also wissen, wie Sie als Fach- und/oder als Führungskraft bestehendes Berufswissen anreichern können, um vermehrt evaluierend, bewertend und weiterentwickelnd tätig zu sein.

Unabhängig davon, zu welchem Weiterbildungstypus Sie gehören: Hinweise oder erste Antworten bei kniffligen Entscheidungen liefern Informationsveranstaltungen. Sie geben auch einen Überblick über die grundsätzliche Ausrichtung Ihrer Weiterbildungsrichtung. Aber: Nur direkte Gespräche mit engen Vertrauten, Vorgesetzten, Berufskollegen und –kolleginnen oder mit externen Beratenden liefern die notwendigen Inputs für Ihre persönlichen Entscheidungen. Selbstverständlich sind eigene Zielsetzungen oder berufliche Träume grundlegend und wegweisend.

Weiterbildung ja, aber wie?

Eine erste Recherche führt sicher auch ins Internet. Dies sagen zumindest Personen, die unsere Informationsanlässe besuchen oder zu einem Beratungsgespräch kommen. Wir schätzen es, wenn Interessierte sich ein gutes Bild von der Bildungslandschaft gemacht haben, über Konkurrenzangebote informiert sind und vergleichbare Möglichkeiten gegeneinander abwägen können.

Verschaffen Sie sich ebenfalls einen Überblick, auch dazu, wie der Unterricht vorbereitet werden muss und welche Leistungsnachweise zu erbringen sind. Bereits vor dem Start lohnt es sich zu fragen,  welches Vorgehen angemessen und welcher Aufwand für die Diplomarbeit zu leisten ist. Letztendlich wird es eine Frage Ihres persönlichen Weiterbildungstypus sein, wie Sie mit den Optionen umgehen und wie Ihre erwarteten Outcomes mit der Weiterbildung am besten erfüllt werden können.

Eines ist klar: Wenn Sie genügend Zeit in die Recherche investieren und schliesslich mutige Entscheidungen treffen, werden Sie das Richtige finden. Wählen Sie Ihre Ziele individuell anspruchsvoll, damit die Spannung während der teils mehrjährigen Weiterbildungsphase erhalten bleibt, und Sie auf das Endergebnis stolz sein können. Absolvierende eines Masterstudiengangs und damit «MAS in ……» – so nennen sich immer noch relativ wenige Personen. Denn es sind mindestens 1500 fordernde und anstrengende Arbeitsstunden mit diesem Titel verbunden.

Esther Furrer, MAS Studienleitung am WIG.

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