HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Wie kann ich ein kleines HTA selber erstellen?

Von Christina Tzogiou

Mit dieser Frage beschäftigten sich die Studierenden des CAS Gesundheitsökonomische Evaluationen und HTA 2018 in den letzten drei Monaten. Am vergangenen Freitag wurde der CAS mit den Gruppenpräsentationen der Studierenden erfolgreich abgeschlossen.

Der Auftrag

Die Studierenden erhielten den Auftrag in interdisziplinären Gruppen (Leistungserbringer, Leistungsfinanzierer, Industrie) ein «mini HTA» zu einem aktuellen von uns vorgegebenen Thema zu erstellen. Die Themen umfassten medizinische Leistungen, aber auch Präventionsinterventionen. Das Ziel des HTA war, die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) zu evaluieren. In Anlehnung an das HTA Core Model des European Network for Health Technology Assessment (EUnetHTA) mussten dabei zusätzlich die Relevanz organisatorischer, rechtlicher, ethischer und soziokultureller Aspekte berücksichtigt werden.

Zu Beginn der Arbeit definierten die Studierenden das Entscheidungsproblem anhand des PICO-Schemas (Population, Intervention, Comparator, Outcome). Anschliessend wurden die Perspektive und der Zeithorizont der Analyse bestimmt. So wurde die Fragestellung weiter eingegrenzt, damit in einem nächsten Schritt das Entscheidungsmodell erstellt werden konnte. Schliesslich wurden klinische Studien, gesundheitsökonomische Evaluationen sowie öffentliche Statistiken aus der Schweiz gesucht, die für die Berechnungen und Schätzungen der Modelparameter verwendet werden konnten. Zusätzlich wurden univariate und probabilistische Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Zur Unterstützung erhielt jede Gruppe eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in vom WIG als Coach.

Der Leistungsnachweis

Nachdem die Gruppen ihre schriftliche Arbeit eingereicht hatten, wurden am vergangenen Freitag die «mini HTAs» den  Mitstudierenden und verschiedenen Mitarbeitern, inklusive dem Institutsleiter, des WIG vorgetragen. Zwei Gruppen haben für die gesundheitsökonomische Evaluation des Themas einen Entscheidungsbaum und eine Gruppe ein Markov Model erstellt. Alle Gruppen haben sich für eine Cost Utility Analyse entschieden, bei der sie die Zusatzkosten pro gewonnenes QALY (Quality Adjusted Life Year) berechnet haben. Alle waren sich einig: Der Aufwand war gross und die Zeit kurz, jedoch konnte viel Relevantes für die tägliche Arbeit gelernt werden.

Christina Tzogiou ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachstelle HTA und gesundheitsökonomische Evaluationen am WIG.

 

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