Management im Gesundheitswesen

Das neu entwickelte Zertifizierungsverfahren „Swiss Care Excellence Certificate“ ermöglicht Pflege-Organisationen das Sichtbarmachen guter Pflege

Von Eva Hollenstein

Im Rahmen eines KTI-Projektes wurde das bestehende Verfahren für die Zertifizierung des Qualitätsmanagement-Systems in der Pflege der Concret AG weiterentwickelt. Projektpartner waren das Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie und der Fachbereich Gesundheit der Berner Fachhochschule.

Das Verfahren regt die Reflexion organisationsinterner Prozesse und Arbeitsweisen an, bietet Anreize zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und ermöglicht das Sichtbarmachen der Pflege Excellence.

Entwicklung einer wissenschaftsbasierten, marktnahen Zertifizierung
Das SCEC fundiert auf aktuellen pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen und ermöglicht die Beurteilung von Qualitätsmanagementsystemen in der Pflege nach einem mehrstufigen Bewertungsmodell. Die Einstufung im sogenannten Excellence-Kontinuum zeigt den Organisationen anhand eines Scores und einer qualitativen Beurteilung, wo ihre Stärken liegen und wo Verbesserungspotential besteht.

Das SCEC wird in 10 Normen eingeteilt, anhand derer die Struktur,-Prozess- und Ergebnisqualität abgebildet wird.

Das neue Verfahren berücksichtigt die Entwicklungsstufen und Anforderungen verschiedener Pflegeeinrichtungen von der Spitex-Organisation bis zur hochspezialisierten Station im Spital. Auch die Effizienz des Verfahrens konnte durch Standardisierung und Digitalisierung erhöht werden. Wird bspw. eine Spitex-Organisation mit mehreren Stützpunkten zertifiziert, kommt ein Stichprobenverfahren zum Einsatz: Vollerhebungen werden hingegen nur noch bei heterogenen Einheiten durchgeführt. Dadurch konnte eine beachtliche Aufwandsreduktion im Verfahren erreicht werden. Neu lassen sich Organisationen desselben Settings (Spitäler, Alters- und Pflegeheime) im Rahmen eines Benchmarks auch untereinander vergleichen, auf Wunsch auch anonym. Um die Praxistauglichkeit zu gewährleisten, wurden die wichtigsten Stakeholder aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden und das Verfahren in Pilot-Audits getestet, evaluiert und adaptiert.

Das Forschungsprojekt wurde Ende April 2018 erfolgreich abgeschlossen und stand unter der Leitung von Dr. Florian Liberatore, stellvertretender Leiter der Fachstelle „Management im Gesundheitswesen“ des Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie.

Eva Hollenstein ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachstelle Management im Gesundheitswesen am WIG.

 

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