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GEWUSST WIE: STURZFREI DURCH DIE WINTERZEIT

Stürze sind die häufigste Unfallursache in der Schweiz. Jedes Jahr verunfallen rund 200 000 Menschen während der Arbeit oder in der Freizeit auf diese Art. Wie Sie das Risiko eines Sturzes mit ein paar einfachen Verhaltensweisen verringern können, weiss Ergotherapeutin Dietlinde Arbenz*.

Der Winter naht und mit ihm kommen tiefe Temperaturen, schlechte Sicht, Schnee und Eis. Alles Faktoren, welche die Sturzgefahr erhöhen. Sie denken, das Thema betrifft mich nicht, weil Sie noch jung und fit sind? Da täuschen Sie sich: In der Schweiz stürzen oder stolpern jedes Jahr rund 64 000 Menschen bei der Arbeit, in der Freizeit sind es sogar fast 130 000 Personen, die auf diese Art verunfallen. Stürze sind damit hierzulande die häufigste Unfallursache. Dabei gibt es ein paar einfache, aber sehr effektive Massnahmen, um das Risiko eines Sturzes zu reduzieren.

  • Achten Sie auch als Fussgängerin oder als Velofahrer auf die Wettervorhersage. Glatteisgefahr gilt nicht nur für Autofahrerinnen! An manchen Tagen ist es vielleicht besser, das Velo zuhause zu lassen. Denn im Winter ereignet sich rund jeder vierte Velounfall auf verschneiten oder vereisten Flächen.
  • Planen Sie mehr Zeit für den Weg ein, damit Sie nicht auf den Bus, das Tram oder den Zug rennen müssen. Gibt es vielleicht sogar einen anderen Weg, der zwar etwas länger ist, aber in den dunklen Morgen- und Abendstunden beleuchtet und geräumt ist?
  • Tragen Sie Schuhe mit gutem Profil oder verwenden Sie Spikes. An Ihrem Arbeitsplatz findet sich sicher ein Ort, an dem Sie im Winter die leichten und schicken Schuhe fürs Büro lagern können.
  • Treppengeländer sind zum Festhalten da! Nutzen Sie diese und denken Sie daran, Handschuhe einzupacken, damit Sie keine kalten Finger bekommen.

Augen auf beim Treppenlauf

In den Wintermonaten passieren zwar mehr Unfälle als im Sommer. Doch die Sturzgefahr lauert auch drinnen:

  • Ein Viertel aller Stürze passiert auf einer Treppe. Die verunfallten Personen sind in den meisten Fällen zu schnell unterwegs oder unaufmerksam. Und wer kennt das nicht: Mit dem vollen Wäschekorb noch schnell in den Keller eilen und schon rutscht man auf einem Spielzeug­auto aus und stürzt. Oder auf dem Weg aus dem Büro noch rasch die Nachrichten der Familie checken und einen Tritt verpassen. Deshalb: Nehmen Sie sich Zeit und kontrollieren Sie insbesondere auf Treppen, ob Gegenstände im Weg liegen. Seien Sie bei der Sache und lassen Sie sich nicht ablenken.
  • Stühle sind keine Leitern. Haben Sie eine kleine Leiter oder einen stabilen Tritt in Griffnähe. So geraten Sie nicht in Versuchung, den wackligen Schreibtischstuhl als Aufstiegshilfe zu benutzen.
  • Denken Sie im Büro an Ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen und lassen Sie keine Gegenstände am Boden liegen oder Schubladen offen stehen. Halten Sie auch Zuhause Ordnung und versorgen Sie beispielsweise herumliegende Kabel.

Um Stürze draussen wie drinnen zu vermeiden, gilt generell: Wer sich um seine Fitness kümmert, trägt schon viel zur Prävention bei. Nehmen Sie lieber die Treppe anstelle des Lifts oder parkieren Sie ihr Auto auch mal etwas weiter weg. Und halten Sie sich an das italienische Sprichwort: «Chi va piano, va sano e va lon­tano» – Wer alles im Leben locker und gelassen angeht, lebt gesünder und länger.

*Dietlinde Arbenz, MSc Neuro­rehabilitation, ist selbstständige Ergotherapeutin und Dozentin am Departement Gesundheit.

Vitamin G, Seite 38


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