Alumni-Porträt #3: Gregor Frei – Der Systemdenker

In den kommenden Wochen stellen zahlreiche Alumni sich und ihr Tätigkeitsfeld im VS-Blog vor. Den Auftakt machte Martin Grolimund, heute präsentieren wir den Werdegang von Gregor Frei.

Mit welcher Vorbildung hast Du das Verkehrssysteme-Studium begonnen?
Ich habe in Deutschland mein Abitur gemacht und mich anschliessend für einen  Maschinenbaustudium entschieden. Nach einem Jahr merkte ich jedoch, dass Maschinenbau nicht meinen Vorstellungen entsprach. Daraufhin habe ich mich entschieden, meinen Kindheitstraum wahr zu machen und eine Ausbildung zum Lokomotivführer zu beginnen. Diese habe ich 2010 bei der SBB begonnen. 2012 erhielt ich die Möglichkeit, dual resp. in Teilzeit das Verkehrssysteme-Studium an der ZHAW zu beginnen. Während des Studiums konnte ich zudem zu meiner Tätigkeit als Lokführer und dem Studium zusätzlich in der Angebotsplanung des Regionalverkehrs arbeiten und diverse Konzepte mit umsetzen. Diese Kombination war für mich perfekt, da ich in allen Bereichen profitieren konnte.

Wo arbeitest Du jetzt?
Ich arbeite weiterhin bei der SBB. Zwar wurde aus dem Regionalverkehr Region Mitte nach einer Reorganisation der Personenverkehr Region Mitte, aber das Team ist geblieben. Meine Tätigkeit als Lokführer habe ich letztes Jahr aufgegeben, da dies leider mit meiner Stelle nicht mehr vereinbar war.

Was ist Deine Aufgabe?

Ich habe eine facettenreiche Tätigkeit mit vielen Aufgabengebieten:

  • Regionale Gesamtperspektiven: Die „Regionalen Gesamtperspektiven“ sind ein Arbeitsprogramm zwischen der SBB und den kantonalen Regierungen und ermöglichen eine ganzheitliche Planung. Sie sind abgestützt auf die drei Pfeiler „Angebot“, „Infrastruktur“ und „Areale“. Durch diese ganzheitliche Betrachtung und viele weitere Faktoren können beispielsweise Areale in Städten freigegeben werden, die bahnbetriebliche Nutzung verlagert oder optimiert werden und somit eine städtebauliche Entwicklung ermöglicht werden.
  • Mobilitätshubs: Im SBB Top-Programm „Mobilitätshubs“ kann ich dazu beitragen, wie der Bahnhof der Zukunft aussehen muss, damit zukünftigen Mobilitätsentwicklungen Rechnung getragen wird und die Bahn ihre Stärke weiterhin voll ausspielen kann. Wir gestalten somit die physische Plattform der multimodalen Reisekette, die einfach und komfortabel von Tür zu Tür stattfinden wird.
  • Entlastung der Hauptverkehrszeiten durch angepasste Vorlesungszeiten: Im Rahmen meiner Abschlussarbeiten habe ich mich, gemeinsam mit einem Kommilitonen, mit der Thematik befasst, wie sich veränderte Vorlesungszeiten auf die Hauptverkehrszeiten auswirken. Diese Erkenntnisse kann ich nun umsetzen. Mit der HSLU in Rotkreuz und der FHNW in Muttenz konnten wir bereits erste Partner für diese Anpassungen gewinnen. Die FHNW beispielsweise wird über 1‘300 Studierende später mit den Vorlesungen beginnen lassen und somit einen grossen Beitrag für die Entlastung der Hauptverkehrszeiten leisten. Zudem werden wir auch für die Standorte in Brugg-Windisch und Olten ähnliche Umsetzungen anstreben.
  • Regionalkoordination: Im Bereich der Regionalkoordination vertrete ich die Konzernthemen in der Region und bin im stetigen Austausch mit den kantonalen Behörden.

Ist die SBB AG für Alumni ein geeigneter Arbeitgeber?
Die SBB ist der perfekte Arbeitgeber für Verkehrssysteme-Alumni. In den vielen Bereichen, die die SBB bietet, ist für jeden Alumni eine spannende Tätigkeit garantiert. Dies zeigt sich auch daran, dass es zahlreiche VSler gibt, die bei der SBB arbeiten oder zumindest ein Praktikum gemacht haben.

Warum sollte man heute Verkehrsingenieur(in) werden?
Mobilität und Gesellschaft verändern sich rasant und werden es auch weiterhin. Die Finanzierung von Verkehr und Verkehrsinfrastrukturen sowie die Flächenverfügbarkeit sind endlich. Dadurch werden die Herausforderungen komplexer und es braucht schlaue Lösungen. Diese Herausforderungen sind spannend und deren Lösung dient der Gesellschaft. Darum sollte man Verkehrsingenieur werden.

Was hat Dir am VS-Studium besonders gefallen?
Die Vielschichtigkeit. Es fokussiert nicht auf ein Thema. Man erhält den Einblick in viele Bereiche des Verkehrs.

Mit welchen Themen hast Du Dich in Projekt- und Bachelorarbeit besonders beschäftigt?
Im Rahmen meiner Abschlussarbeiten habe ich mich gemeinsam mit einem Kommilitonen mit der Thematik befasst, wie sich veränderte Vorlesungszeiten auf die Hauptverkehrszeiten auswirken. Diese Erkenntnisse kann ich nun in meiner Arbeit umsetzen, wie ich bereits aufgezeigt habe.

Während Deines Studiums hast du viel gelernt. Von welcher Fähigkeit profitierst Du im heutigen Beruf am meisten?
Ich profitiere davon, dass ich ganzheitlich denke und alle Aspekte versuche zu berücksichtigen. Dies habe ich sicherlich dadurch gelernt, dass das Studium so vielschichtig war.

Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?
Ich muss gestehen, dass ich kein Karriereziel habe. Ich sehe mich an einem Arbeitsplatz, an dem ich etwas bewirken kann und meine Arbeit mit meiner Familie vereinbaren kann. Den habe ich jetzt schon. Vielleicht bin ich daher noch an dieser Stelle.


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