Slow, Medium oder Fast: Wie viel Flexibilität braucht dein Studium in Sprachlicher Integration?

Manchmal liegt es nicht drin, ein Vollzeit-Studium aufzunehmen. Die Familie, der Beruf, das Hobby und das Leben brauchen alle ihren Platz. Um die Vereinbarkeit all dieser Lebensaspekte zu fördern, kann der Bachelorstudiengang Sprachliche Integration in verschieden langen Tracks mit unterschiedlich intensiver Auslastung absolviert werden. Simona Ruffner hat den Slow Track gewählt und gibt Einblicke in ihren Entscheid.

Autorin: Kyra Jetzer

Liebe Simona, was hat dich dazu bewogen, dich für den Studiengang «Sprachliche Integration» zu entscheiden?

Fremde Kulturen, Sprachen und die Vielfalt der Menschen weltweit haben mich schon immer fasziniert. Nach meinem Tourismusstudium und vielen bereichernden Reisen rund um den Globus landete ich zunächst in der schnelllebigen Eventbranche und nach der Geburt unserer Tochter im administrativen Bereich. Doch ich spürte, dass mir etwas fehlte. Ich wollte etwas Sinnvolles tun, bei dem ich Menschen unterstützen und gleichzeitig meine Leidenschaft für Sprachen und Kulturen einbringen kann.
Den entscheidenden Impuls gab mir schliesslich der SprachTreff in der Stadtbibliothek Chur. Ich moderierte diesen interkulturellen Austausch und erlebte dabei hautnah, wie dankbar Menschen für Unterstützung beim Spracherwerb sind.


Du studierst im Teilzeitmodus – also im Slow Track. Wie sieht das aus und was sind die Vor- und Nachteile?

Ein Vollzeitstudium kam für mich nicht in Frage. Ich habe eine Familie, arbeite 30% und wohne zwei Stunden von der ZHAW in Winterthur entfernt. Deshalb ist der Slow Track das ideale Studienmodell für mich.

Meine Vorlesungen finden jeweils an fixen 1 ½ Tagen pro Woche statt. Diese können sich zwar von Semester zu Semester ändern, trotzdem ist das Studium sehr gut planbar und lässt sich mit Familie und Beruf vereinbaren. Der einzige Nachteil ist die längere Studiendauer. Während meine Kommiliton:innen nach drei Jahren ihr Diplom erhalten, muss ich noch ein paar Semester warten. 😉

Unsere Studienmodelle
Im Bachelor Sprachliche Integration bieten wir die Möglichkeit, flexibel zu studieren. Das Studium kann in drei Jahren (Fast Track), in vier Jahren (Medium Track) oder in fünf Jahren (Slow Track) absolviert werden. Alle Varianten können berufsbegleitend absolviert werden, wobei je nach gewähltem Modell ein geringes (10-20 %) bis hohes (50-60%) Arbeitspensum mit dem Studium kombinierbar ist. Beim Fast Track findet der Unterricht an drei Wochentagen statt, beim Slow Track an 1.5 bis 2 Wochentagen. Beim Medium Track können die Studierenden entscheiden, ob mit einer intensiveren Phase bestehend aus zwei Semestern Fast Track begonnen wird, gefolgt von vier Semestern Slow Track. Oder umgekehrt: Das Studium beginnt mit einer entlasteten Phase von vier Semestern und steigert den Workload für die nächsten vier Semester.

Was gefällt dir besonders gut am Studium?

Ganz klar die Themen sowie die anderen Studierenden. Das Studium bringt die Interkulturalität, die ich vom Reisen her so liebe, direkt zu mir. Zudem schätze ich die sehr familiäre und persönliche Atmosphäre. Inputs und Feedback werden wahrgenommen und sowohl die Dozierenden als auch die Studiengangleitung versuchen stets, diese umzusetzen.

Was möchtest du nach dem Studium machen?

Ich möchte gerne in der interkulturellen Projektarbeit tätig sein. Je nachdem, wie viel Spass mir das Unterrichten im DaF/DaZ-Bereich bereitet, könnte ich mir auch etwas in dieser Richtung vorstellen. Aber eher mit Kindern oder in Kombination mit anderen Aufgaben. Ich bin offen.

Die Didaktik ist ein wichtiger Lernbereich im Studium Sprachliche Integration. Die Studierenden setzen sich mit verschiedenen Fragen rund um das Lehren und Lernen der deutschen Sprache (DaF / DaZ) auseinander. Darüber hinaus lernen sie die neusten Ansätze der Sprachvermittlung kennen und darauf aufzubauen. Ebenso gehört das Reflektieren und Begründen des Unterrichts zu den Studieninhalten.

Den DaF/DaZ- Unterricht erleben die Studierenden übrigens schon während dem Studium. Im ersten Semester in Form einer Hospitation und im zweiten Semester führen sie erste kurze Unterrichtssequenzen an einer Praxispartnerschule durch.

Welche Tipps würdest du anderen Personen geben, die ein Zweit- oder Teilzeitstudium in Betracht ziehen?

Ein Zweit- oder Teilzeitstudium zu beginnen ist mit viel Aufwand und Organisation verbunden – vor allem wenn man sich bereits ein «sicheres Nest» und vielleicht auch eine Familie aufgebaut hat. Trotzdem finde ich es wichtig, der persönlichen Berufung zu folgen und Mut zu haben. Mut, sich von den gesellschaftlichen Normen zu lösen, kritische Stimmen auszublenden und den eigenen Weg zu gehen. Ich bin dadurch ein Vorbild für mein Kind und vielleicht auch für andere Menschen, indem ich vorlebe, selbst für eine positive Veränderung im Leben verantwortlich zu sein und diese anzupacken.


Um mich zu informieren hat mir der Student for a day enorm geholfen – beim Begleiten einer Studentin während eines Tages erhielt ich tolle Einblicke in den Studiengang und habe mich anschliessend direkt für das Studium angemeldet.

Sprachliche Integration

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