Sprachen: Bestimmung und Herzenswahl für die berufliche Zukunft. Studentin Sara Braun, Bachelor Mehrsprachige Kommunikation.

Sprachen: Bestimmung und Herzenswahl für die berufliche Zukunft

Ihre berufliche Zukunft nach dem Bachelorabschluss hat Sarah Braun noch nicht durchgeplant, und das aus Überzeugung. Festlegen möchte sich die Studentin nämlich jetzt noch nicht. Denn mit dem Bachelor in Mehrsprachiger Kommunikation stehen ihr so viele Möglichkeiten offen, dass sie sich getrost überraschen lassen kann, was ihr das Leben noch bringt. Fakt ist, Sprachen sind ihre Bestimmung. Im Blogbeitrag berichtet die 25-Jährige, worauf ihr Fokus im Studienalltag liegt und warum man nicht bilingual aufgewachsen sein muss, um dieses Studium zu meistern.

Autorin: Rowena Goebel, Studentin Bachelor Kommunikation, Mitglied der Studi-Redaktion*

Ihre Vorliebe fürs Sprechen ist im Studienalltag von Sarah Braun wichtig: In ihrer Vertiefung Mündliche Kommunikation & Sprachmittlung im Bachelor Mehrsprachige Kommunikation setzt sie sich eingehend mit Sprachen und ihren Kulturen in verschiedenen Kontexten auseinander. Der Fokus liegt dabei auf dem Gesprochenen. Sarah hat die Sprachkombination Deutsch als Grundsprache, Französisch als erste und Englisch als zweite Fremdsprache gewählt. Das ist für sie aber erst der Anfang. 

Das Leben der Baslerin ist geprägt von Mehrsprachigkeit. Aufgewachsen ist sie mit Deutsch, Französisch und Jugoslawisch. Eine Bezeichnung, die sie bevorzugt, denn: «Meine Mutter ist im damaligen Jugoslawien aufgewachsen. Ein einzelnes Land zu nennen, wäre für mich deshalb falsch.» Die Sprachen, die sie unter dem Begriff zusammenfasst, seien ohnehin «sehr ähnlich».

Sprachen sind ihre Herzenswahl

Bei all den Sprachen, von denen Sarah umgeben ist, mag es erstaunen, dass sie, nachdem sie mehrere Jahre zu 100 Prozent berufstätig war, ursprünglich etwas völlig anderes studieren wollte. «Ich habe bei einer Rechtschutzversicherung gearbeitet. Deshalb habe ich mich zuerst für den Studiengang Wirtschaftsrecht angemeldet», erzählt sie. In der Corona-Pandemie war bei ihr der Wunsch nach Veränderung aufgetaucht. Doch dann ist sie beim Stöbern auf der Webseite der ZHAW auf etwas noch Interessanteres gestossen: Den Bachelor Mehrsprachige Kommunikation. Schnell wusste sie: «Sprachen – das ist meine Bestimmung! Und jetzt als Studentin habe ich einfach grosse Freude daran, wieder etwas Neues zu lernen.»

Sarah Braun, Studentin Mehrsprachige Kommunikation über ihre Studienwahl

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Finnisch und Japanisch als Challenge

Um wie sie Mehrsprachige Kommunikation zu studieren, muss man aber nicht bilingue oder wie Sarah gar mit drei Sprachen aufgewachsen sein, versichert sie. «Was man in der Schule an Fremdsprachen lernt, reicht aus.» Wer eine Affinität und einen Zugang zu Fremdsprachen hat, kann das Studium also gut meistern.

Auch einige der Sprachen, mit denen sich Sarah heute beschäftigt, hat sie erst später im Leben gelernt. Neben ihren Erstsprachen spricht sie englisch, ein bisschen finnisch, japanisch, spanisch und italienisch. «Finnisch habe ich gelernt, weil ich mit 19 Jahren gefunden habe, ich möchte einmal alleine Ferien machen. Also bin ich nach Finnland gegangen für zwei Wochen. Ich fand, zuerst möchte ich einige Kenntnisse haben.» Doch warum ausgerechnet Finnland? «Ich wollte an einen Ort reisen, den nicht alle anderen auch schon einmal gesehen haben», erklärt sie schmunzelnd.

Die japanische Sprache hat Sarah fasziniert, weil sie sich für die Kultur des Landes interessiert. Sie habe als Kind oft Anime geschaut, diese japanischen Animationsfilme und -serien mit den Figuren mit den grossen Augen.

«Jetzt fängt es erst richtig an, Spass zu machen!»

Seit letztem Semester studiert Sarah nun im Hauptstudium und eben in ihrer Vertiefung. Am besten gefallen Sarah darin die Fächer Sprachkompetenz Französisch und Sprachmittlung Deutsch-Französisch. «Da habe ich das Gefühl, am meisten zu lernen.» Bei diesen Fächern geht es in erster Linie ums Übersetzen und das Vermitteln zwischen den Sprachen.

Das erste Semester im Grundstudium sei toll gewesen, um wieder ins Lernen hineinzukommen. Da habe es viel Grammatikunterricht gegeben. Das hat Sarah dabei sehr geholfen. «Jetzt fängt es aber erst richtig an, Spass zu machen! Alle Sprachmittlungsfächer, die aufs Mündliche abzielen, finde ich super, weil man da wirklich reden muss.» Und davon gibt es in ihrer Vertiefung einige. Denn als zentrale Anwendungsfelder der mündlichen Kommunikation vertiefen sich die Studierenden zum Beispiel in Projekt- und Eventmanagement, lernen die Grundlagen professioneller Social-Media-Kommunikation kennen und üben sich im Gesprächsdolmetschen. Auch lerne sie vieles über die Geschichte der deutschen Sprache – etwas, das ihr ebenfalls sehr gefällt.

Das Studium ist aber natürlich nicht nur harte Arbeit. Es gibt immer auch wieder witzige Momente, wie Sarah erzählt. Einer ist ihr besonders geblieben: «Im zweiten Semester Sprachkompetenz mussten wir argumentative Texte schreiben. Unsere Dozentin hat dabei immer wieder betont, dass es im Französischen einen sogenannten sexy accroche (Deutsch: sexy Aufhänger) braucht. Das ist eine Art Clickbait-Titel.» Der Begriff ist bei den Studierenden seither haften geblieben. «Jedes Mal, wenn wir etwas schreiben oder vorbereiten ist klar, es braucht einen ‹ sexy accroche ! », lacht Sarah.

«Mir stehen noch so viele Möglichkeiten offen»

Sarah arbeitet studienbegleitend für eine Versicherung in der Korrespondenz auf Französisch und Italienisch. «Teilweise mache ich auch Übersetzungen, wenn es sich ergibt.» Das sei praktisch, denn es gebe ihr auch Übung, die sie ins Studium mitnehmen könne.

Ihre berufliche Zukunft nach dem Bachelorabschluss hat sie aus Überzeugung aber noch nicht durchgeplant. «Ich bin jemand, der seine Entscheidungen spontan trifft. Das finde ich eben auch das Tolle an meinem Studium: Mir stehen jetzt noch so viele Möglichkeiten offen.» Sie lerne im Studium so viele neue Themengebiete kennen, die sie vorher gar nicht berücksichtigt habe. «Also will ich mich auch noch gar nicht so festlegen. Ich warte noch, was mir das Leben so bietet», lacht sie.

*Die Studi-Redaktion
In der Studi-Redaktion produzieren unsere Bachelorstudierenden multimediale Beiträge für die Kommunikationskanäle des Departements Angewandte Linguistik der ZHAW. Sie sind in dieser Rolle Teil des departementalen Kommunikationsteams, bringen erworbene Kompetenzen aus dem Studium ein und lernen dabei die Redaktionsabläufe in einem Corporate Newsroom kennen.


Informationshinweis zum Bachelor Mehrsprachige Kommunikation an der ZHAW

Im Bachelor Mehrsprachige Kommunikation (bisher: Angewandte Sprachen) bildet das IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen Sprachinteressierte zu Sprach- und Kommunikationsprofis aus, die sich souverän zwischen Sprachen, Kulturen und Domänen bewegen. Das Studium mit den Vertiefungen Mündliche Kommunikation & Sprachmittlung, Multimodale Kommunikation & Translation sowie Fachkommunikation & Informationsdesign qualifiziert Studierende für die Arbeit sowohl in der Language Industry als auch in nationalen oder internationalen in Organisationen und Unternehmen, in denen professionelle Mehrsprachigkeit gefragt ist.

Berufliche Perspektiven mit dem Bachelor Mehrsprachige Kommunikation:

  • Projekt-Manager:in
  • Content-Manager:in
  • Copywriter:in
  • Sprachmittler:in
  • Technische:r Redakteur:in
  • UX-Writer:in
Mehrsprachige Kommunikation studieren – feat. Hazel Brugger

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Das IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen ist das Kompetenzzentrum der ZHAW für Mehrsprachigkeit und Sprachmittlung in Ausbildung, Weiterbildung, Forschung und Dienstleistung.

Mit dem Bachelor Mehrsprachige Kommunikation und den Vertiefungen Fachübersetzen und Konferenzdolmetschen des Masters Angewandte Linguistik bietet das IUED eine kohärente, praxisorientierte Ausbildung für zukünftige mehrsprachige Kommunikationsexpert:innen.

Das IUED ist ein Institut mit internationalem Ruf. So ist es Mitglied prestigeträchtiger internationaler Netzwerke wie CIUTI und EMT und steht in engem Austausch mit Instituten und Universitäten im In- und Ausland.


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