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Als Sprachdienstleister konkurrenzfähig bleiben

Erfolgreiches Projektmanagement besteht vor allem aus kluger Kommunikation. Wie Organisationen dabei einen Mehrwert für sich schaffen können und worauf es bei der Vermittlung der Kenntnisse ankommt, erzählt uns Monika Keller im Gespräch.

von Mauro Werlen, Redaktion Language matters

Monika Keller leitet den neuen Weiterbildungskurs am IUED: Best Practice im Projekt- und Risikomanagement nach PMI. Die Bernerin interessierte sich schon immer für Sprachen und Kulturen sowie deren Vermittlung und liebäugelte auch mit einer diplomatischen Laufbahn. Sie schloss 2002 ihr Studium an der DOZ (Dolmetscherschule Zürich) ab, arbeitete zuerst als Übersetzerin und wechselte bald ins Projektmanagement von Sprachdienstleistern. Interessierte sie die Sprache und Kommunikation nicht mehr? «Keineswegs» stellt Keller klar, «im Projektmanagement ist Kommunikation das A und O. Projekte werden dann gut geleitet, wenn alle Beteiligten einbezogen werden, wenn Bedürfnisse klar geäussert und Risiken frühzeitig angesprochen werden. Als Projektleiterin ist man die Schnittstelle zu Kunden, internen und externen Partnern. Nur, wenn die Rädchen alle zusammen drehen, kommt man gut voran und dies bedingt eine umsichtige Vorgehensweise beim Aufgleisen von Projekten, um später nicht auf Widerstände zu stossen.»

Mehrwert für die Organisation: nicht nur die erfolgreichen Geschäfte

Kluges Projekt- und Risikomanagement hilft einer Organisation im Geschäft zu bleiben: «Verpasst man es, Aufträge und Projekte richtig anzugehen, ist es schnell vorbei mit der Konkurrenzfähigkeit», gibt Keller schnörkellos zu verstehen. Sie hat bereits für Kunden aus verschiedensten Branchen grosse und komplexe Projekte gestemmt. Dennoch sei dies nicht der einzige positive Effekt von gutem Projektmanagement: «Es geht oft vergessen, dass man auch den Mitarbeitenden die nötige Wertschätzung entgegenbringen kann, indem man sie transparent in Projekte einbindet. Das kommt dem Employer Branding sehr zugute.»

Risikomanagement in der Übersetzungsbranche

Es gehört zum Projektmanagement, Risiken im Vorfeld rechtzeitig zu erkennen und abzuschätzen. Das Risikomanagement befasst sich damit, die Risiken zu isolieren und Massnahmen gegen sie zu finden: «Das kann ein Übersetzungsauftrag in einer Sprache sein, die man bis anhin noch nicht angeboten hat. Wenn man als Language Service Provider mit Freelancern zusammenarbeitet, muss man zum Beispiel sicherstellen, dass man die richtigen Leute auswählt. Je nach Thema ist es vielleicht zusätzlich angebracht, im Vorfeld Schulungen oder während des Projektes Coachings anzubieten, damit man den hohen Qualitätsansprüchen und den Kundenwünschen gerecht wird.»

Zielgerichtete Weiterbildung dank Praxis-Know-how

Dank Monika Kellers Einsatz fliesst jahrelange Berufserfahrung in den fünftägigen Weiterbildungskurs „Best Practice im Projekt- und Risikomanagement nach PMI“ des IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen ein. Oftmals würden Projekt- und Risikomanagement bei Sprachdienstleistungen stiefmütterlich behandelt. Der Kurs möchte genau hier Gegensteuer geben. «Wenn ich in meiner Firma an einem Nachmittag Projektmanagement-Grundlagen mit auf den Weg bekomme, ist das natürlich gut und richtig. Aber für den Berufsalltag ist es wichtig, dass ich mich mit praktischen Beispielen auseinandersetze, die dann auch von einer erfahrenen Person bewertet werden.» Dies werde im Weiterbildungskurs gewährleistet. Zudem thematisiert Keller Beispiele und Lösungen, die genau auf die Bedürfnisse im Sprachdienstleistungsbereich eingehen. Denn auch hochgradig spezialisierte und qualifizierte Fach- und Führungskräfte bringen nicht automatisch die nötigen Fähigkeiten fürs Projektmanagement mit.

Mehr als nur knappe Deadlines

Sie lacht und schüttelt den Kopf auf die Frage, ob es im Alltag einer Sprachdienstleisterin einen typischen Arbeitstag gäbe. Dann hält sie inne und fügt an: «Nicht was die Details betrifft. Aber im Prinzip gibt es durchaus Dinge, die sich wiederholen. Zum Beispiel sehr enge bis unrealistische Deadlines, knappe Ressourcen, Priorisierung, Abstimmung mit den Stakeholdern.» Überhaupt mache das Abstimmen fast 90% der Arbeit aus, je mehr Beteiligte, desto mehr Kommunikation. Bei komplexeren Projekten, bei denen bestimmte Gremien in gewissen Situationen naturgemäss über mehr Informationen verfügen, sei es zudem wichtig, dass man den internen Informationsfluss strategisch handhabe. «Sonst entstehen Lücken, es fühlen sich Leute ausgeschlossen, die Frustration steigt. Das kann schwerwiegende Folgen haben», konstatiert Keller. «Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich gar nicht so weit von meinem diplomatischen Berufsziel entfernt habe.» fügt sie mit einem Schmunzeln an.

Monika Keller ist Dipl. Übersetzerin FH (de/en/fr), Project Management Professional (PMP/CAS) und Erwachsenenbildnerin mit jahrzehntelanger Berufserfahrung im Sprachdienstleistungssektor.

(Beitragsbild-Credits: ZHAW Angewandte Linguistik)


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Das Weiterbildungsangebot des IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen ist auf die Berufspraxis ausgerichtet und ermöglicht mehrsprachigen KommunikatorInnen und Sprachmittlungsprofis, ihre Kenntnisse gezielt zu vertiefen und auszubauen.

«Best Practice im Projekt- und Risikomanagement nach PMI» bietet eine praxisorientierte Einführung in die Methoden des Projekt- und Risikomanagements speziell für Sprachdienstleister. Anmeldeschluss für die nächste Durchführung ist Donnerstag, der 12.3.2020.


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