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Vom Praktikanten zum Berater für politische Kampagnen

Im Jahr 2016 schloss Alessandro Iacono den Bachelor Angewandte Sprachen ab und trat danach diverse Praktika an, zum Beispiel auch bei einer grossen Schweizer Partei. Er betreute dabei deren Online-Kampagnen so erfolgreich, dass er nun in seinem eigenen Unternehmen politische Parteien und Organisationen bei ihren Kampagnen im Online-Bereich berät. Wie es dazu kam, erzählte Alessandro Iacono im Workshop «Wege ins Berufsleben» – dieser Blogbeitrag berichtet davon.

von Romina Schaub-Torsello, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen

«Soziale Medien sind der Dorfplatz im Internet,» sagt Alessandro Iacono, der vor drei Jahren den Bachelor Angewandte Sprachen am IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen der ZHAW erfolgreich abgeschlossen und sich danach der Welt des digitalen Marketings gewidmet hat.

Nach einem kurzen Abstecher in die Werbebranche wagte er den Schritt in die Online-Kommunikation der SP Schweiz. In seinem Praktikum kümmerte er sich um diverse politische Kampagnen. So zum Beispiel als es im Jahr 2018 um die Abstimmung zur «No Billag»-Initiative ging. Er organisierte die entsprechenden Auftritte in den sozialen Medien, betreute das E-Mail-Marketing und sorgte für die mediale Präsenz der Partei in renommierten Schweizer Tageszeitungen.

Politik online

Es werde in den kommenden Jahren in diesem Sektor viel Arbeit geben, erklärt Iacono. Denn auch in der Politik habe man erkannt, dass man mit wenig finanziellem Aufwand eine hohe Reichweite und insbesondere neue, zuvor vernachlässigte Zielgruppen erreichen kann. «Junge Menschen bewegen sich täglich bis zu 2,5 Stunden in den sozialen Medien und man kann schnell auf aktuelle Ereignisse eingehen». Während des Praktikums bei der SP Schweiz lernte er wichtige Instrumente kennen und anwenden, die man für politische Kampagnen nutzt. Dabei konnte er auch von seinem Bachelorstudium der Angewandten Sprachen profitieren. Kurse wie Social Media, Projektmanagement und Sprachkompetenz vermittelten ihm das notwendige Grundwissen. Im Verlauf seines Praktikums ermöglichte ihm sein Knowhow, sich an sehr innovativen Formaten zu versuchen. Er organisierte zum Beispiel die erste Schweizer Live-Debatte auf Instagram, bei der zwei Nationalräte gegnerischer Parteien sich quasi virtuell duellierten. Er arbeitete ausserdem mit verschiedenen Schweizer InfluencerInnen und produzierte mit ihnen Inhalte für die populärsten sozialen Medien.

Sein Tipp: Praktika, Geduld und Networking

Als die Möglichkeit eines Praktikums bei der SP Schweiz kam, hatte er sein laufendes Praktikum verlassen. Im Nachhinein stellte sich diese Entscheidung als kluger Schachzug heraus. Denn das war der Moment, in dem er erkannte, dass politische Kommunikation eigentlich das ist, was er machen möchte. «Ich wurde anschliessend für zwei weitere Abstimmungskampagnen angestellt und schlussendlich war ich dann massgeblich an der Vorbereitung des Online-Wahlkampfs für die Wahlen im Jahr 2019 beteiligt».

Seine Tipps an die Studierenden sind eigentlich ganz simpel. Wenn man unsicher ist, in welche Richtung es gehen soll, macht man am besten ein Praktikum oder auch mehrere Praktika. Entscheidet man sich dann zum Beispiel für eine Karriere bei einer NGO oder einer politischen Organisation, sollte man ausserdem zuerst über Freiwilligenarbeit nachdenken. Denn damit punktet man bei einer Bewerbung. Poltisches Grundwissen ist natürlich auch von Vorteil und wird bei Vorstellungsgesprächen auch mal thematisiert.

Doch das Wichtigste ist wohl, dass man sich ein grosses Netzwerk aufbaut. Seine heutigen Aufträge erhält er oft durch Leute, die bereits zu seinem Netzwerk gehören. Alessandro Iacono hat den Optimierungsbedarf politischer Kampagnen erkannt und zu seinem Beruf gemacht. Im Jahr 2019 gründete er mit ehemaligen ArbeitskollegInnen die digital/organizing GmbH, ein Beratungsunternehmen, in dem er bereits weitere Kampagnen für wichtige Abstimmungen der Schweiz geleitet hat.


Im Bachelor Angewandte Sprachen bildet das IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen Sprachinteressierte zu Sprach- und Kommunikationsprofis aus, die sich souverän zwischen Sprachen, Kulturen und Domänen bewegen. Das Studium qualifiziert für eine Tätigkeit im mehrsprachigen Projekt-, Event- und Informationsmanagement, in verschiedenartigen Übersetzungskontexten oder in der Technikkommunikation an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik.

Für Kommunikationsprofis, die sich nach einem Bachelorstudium gezielt für die Kommunikation im politischen Umfeld weiterbilden wollen, gibt es am IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft den CAS Politische Kommunikation.


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Oder auf unserem Youtube-Kanal: Sprachprofis im Porträt mit Hazel Brugger

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