Zum Inhalt springen

Wenn Mitarbeitende zu Influencern werden

SBB-Zugführer Markus L. staunte nicht schlecht, als sein Bettwaren-Fischer-Imitations-Video – adaptiert für die SBB – Mitte März zu einem viralen Hit wurde.

von Markus Niederhäuser, Leiter Weiterbildung und Prof. Dr. Nicole Rosenberger, Professorin für Organisationskommunikation und Management, beide am Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM)

Eigentlich hatte er ja nur für die Generalversammlung des Verbands Schweizer Lokführer und -Anwärter (VSLF) ein lustiges Video drehen wollen. Da bei der GV der Beamer streikte und der Film nicht gezeigt werden konnte, lud er das Video kurzerhand auf die Facebook-Seite des Verbands, von wo aus die Geschichte ihren viralen Anfang nahm. Die SBB-Kommunikation war zuerst über das filmische Machwerk nicht sehr begeistert, es gab ein Hin und Her, Ansätze eines Shitstorms, bis sich SBB-Chef Andreas Meyer persönlich einschaltete und seinem Mitarbeiter über Twitter mitteilte: «Merci für das Video, lieber @LokfuhrerMarkus. etwas #sbb Humor und Selbstironie schadet nie. Du hast Talent!». Damit war Entwarnung gegeben; dem Mitarbeiter fiel ein riesengrosser Stein vom Herzen, wie er auf seinem Twitter-Kanal freimütig bekannte.

Der Mitarbeiter als Botschafter fürs Unternehmen: Im letzten November noch hatten die SBB ihre Mitarbeitenden ermuntert, über den Hashtag #SBBconnect als Markenbotschafter aktiv zu werden. Die Vernetzung mit den Kunden, so die Idee dahinter, funktioniert digital am besten.

Wie gehen wir damit um?

Wo immer man sich umhört: Das Thema «Mitarbeitende als Botschafter» oder neudeutsch als «Influencer» wird intensiv diskutiert und stellt viele Organisationen vor grosse Herausforderungen. Soll man die Mitarbeitenden ermutigen, auf Social Media über das eigene Unternehmen zu reden? Welches sind die Chancen, welche Risiken stellen sich? Und welche Kompetenzen brauchen die Mitarbeitenden, um überhaupt mit den neuen Medien professionell umgehen zu können?

Wir beschäftigen uns seit über einem Jahr im Rahmen eines grösseren Forschungsprojekts mit der Rolle der Kommunikation in der digitalen Transformation. Unter anderem haben wir in qualitativen und quantitativen Befragungen untersucht, ob und wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden befähigen und ermuntern, als digitale Botschafter gegen innen und aussen zu wirken. Rund die Hälfte der befragten Schweizer Kommunikationschefs hat dabei angegeben, dass sie ihre Mitarbeitenden aktiv animieren würden, über die sozialen Medien als Botschafter zu wirken.

IAM live 2008

Unser Branchenanlass «IAM live» nimmt sich am 6. Juni 2018 diesem Thema an. Unter dem Titel «Wenn Mitarbeitende zu Influencern werden – Chancen und Risiken für Unternehmenskommunikation und Journalismus» stellen wir zum einen Ergebnisse und Erkenntnisse aus unserer Forschung vor. Zum anderen wird das Thema in einem Podiumsgespräch mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis aus der Sicht der Unternehmenskommunikation sowie aus Sicht des Journalismus diskutiert. Als Gäste aus der Praxis sind auf dem Podium dabei: Sarah Stiefel, Leiterin Digitale Kommunikation der SBB AG, Sandro Brotz, Moderator Rundschau, SRF sowie Moritz Kaufmann, Wirtschaftsredaktor des Sonntagsblick.


IAM live, 6. Juni 2018, 18.30 Uhr, am IAM in Winterthur
«Wenn Mitarbeitende zu Influencern werden – Chancen und Risiken für Unternehmenskommunikation und Journalismus».

Zu Programm und Anmeldung

Das Gebäude des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft aus der Froschperspektive mit blauem Himmel.

Der Beitrag hat dir gefallen? Dann kannst du ihn:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.