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And The Winnerin Is…

Als ich im Büro in der Kaffeepause beiläufig erwähnte, dass mir ein Wochenende mit der Lektüre von drei Masterarbeiten bevorstehe, erntete ich mitleidige Blicke. Jemand fragte nach den Themen der Arbeiten und ich nannte Reputationsmanagement, Behördenkommunikation und Abstimmungskampagnen von Interessenverbänden.

von Stefan Hostettler, Stellvertretender Generalsekretär, Eidg. Justiz- und Polizeidepartement EJPD und MAS-Absolvent

Die Arbeiten sind im Rahmen des MAS in Communication Management and Leadership entstanden und ich wurde von der Studiengangleitung angefragt, bei der Auswahl der besten Leistung mitzuhelfen. Obwohl ich es zu Beginn als Pflichtlektüre empfand, bereue ich die investierten Stunden nicht. Im Gegenteil. Auf diesem Weg Einblick in die aktuellste Literatur und Forschung in der Kommunikationswissenschaft zu erhalten, war eine wahre Bereicherung.

Dass es kein Gewinner, sondern eine Gewinnerin sein würde, war von Beginn weg klar: Drei weibliche MAS-Absolventinnen standen auf die Shortlist. Wie wählt man aus drei ausgezeichneten Masterarbeiten die beste aus? Die Entscheidung war gar nicht so einfach, weil Sandra Eichenberger, Katharina Weber und Rebekka Colacicco gleichermassen spannende und interessante Untersuchungen* präsentieren konnten. Dennoch kann es nur eine Siegerin geben.

Was gab schliesslich den Ausschlag? Die Masterarbeit von Rebekka Colacicco über das Reputations- und Issues Management von Hochschulen stach einerseits durch den logischen Aufbau, einen ausgezeichneten Sprachstil sowie eine gute Leserführung heraus. Sie hat überzeugend dargestellt, wie die Hochschulen zwar ihrer Reputation grosse Bedeutung beimessen, aber gleichzeitig heikle Issues wie die finanzielle Transparenz tendenziell unterschätzen. Insbesondere gefiel auch die persönliche Reflexion der Autorin: Aufgrund der gemachten Erfahrungen wurde die Methodik systematisch hinterfragt und Verbesserungsvorschläge für eine nächste Arbeit dargelegt.

Stefan Hostettler überreicht Rebekka Colacicco den Columni-Check, der Preis für die beste MAS-Abschlussarbeit 2017 (Foto: Filip Dingerkus)

Als Mitglied der diesjährigen Jury durfte ich an der Diplomfeier nicht nur die Laudatio halten, sondern auch den Hauptgewinn in Form eines Checks im Wert von 1000 Franken – gesponsert von der Alumni-Organisation des IAM Columni – überreichen. Ich war dabei ebenso nervös, wie die drei Kandidatinnen der Shortlist. Das kann ich beurteilen, da ich als MAS-Absolvent im Vorjahr selbst in der gleichen Rolle war. Als alle Masterdiplome verteilt und die Leistungen der diesjährigen Absolventinnen und Absolventen von Annette Pfizenmayer und Markus Niederhäuser persönlich gewürdigt worden sind, durfte mit dem Nachtessen der gemütliche und lockere Teil der Diplomfeier eingeläutet werden, der für die letzten Gäste deutlich nach Mitternacht endete.

Was sind meine Erkenntnisse eines Abends mit alten CAS-Kolleginnen und Kollegen, mit vielen Anekdoten aus Beruf und Studium sowie den obligaten Gruppen-Selfies mit dem Egoshooter? Erstens: Man trifft sich viel zu selten in einem solchen Kreis, denn das Spass- und Kreativitätspotenzial ist fast unerschöpflich. Zweitens: Je später der Abend, desto wilder die Fotos. Drittens: Die Lektüre von Masterarbeiten hat zu unrecht einen schlechten Ruf. Das geballte Wissen, das in Masterarbeiten zusammengetragen wird, ist sehr gewinnbringend für Studierende, Kommunikationsfachleute und interessierte Laien und sollte öfters den Weg in die Praxis finden.


*Die drei MAS-Abschlussarbeiten der Shortlist


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Ein Kommentar

  1. Lars Lars

    Toll geschrieben

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