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Unternehmenskommunikation, die lebt

Am letzten Donnerstag ging die Verleihung des Swiss Award Corporate Communications über die Bühne. Zum zweiten Mal fand dies in Partnerschaft mit dem grossen Berufsverband pr suisse statt. Nach mehr als zehnjähriger Aufbauarbeit gab dieser Verband dem Award letztes Jahr sozusagen die „höhere Weihe“ des Supports durch die Branche. In meiner Rolle als Präsident der Jury übergab ich die Hauptpreise und beschrieb mit der Laudatio die herausragenden Merkmale der beiden Siegerprojekte. Mit den aktualisierten Kriterien bringt die Award-Jury Qualitätsmerkmale der strategischen Organisationskommunikation aus der internationalen Diskussion in die Debatte der Schweizer Branche.

Von Prof. Dr. Peter Stücheli-Herlach*

Da ist auf der einen Seite das Sozialdepartement Winterthur. Es schaffte innerhalb weniger Wochen nicht nur die Unterbringung von Flüchtlingen in einer Quartierkirche. Mit einer hochgradig vernetzten, vielfältigen Kommunikation gelang es ihm, Unterstützung für das „Camp“ in der Schweizer Stadt zu motivieren – wo nicht, dann wenigstens stilles Wohlwollen oder Dulden der Aktion. Integriertes Vorgehen von Beginn weg, kluge Ideen statt Klagen über knappe Mittel … solche professionelle Tugenden kann man hier bewundern. Auf der anderen Seite die „Yellow Tour“ mit dem Popsänger Bastian Baker, welche Jung von Matt/Limmat AG für die Schweizerische Post inszenierten. Und dies mit der ganzen Palette an eigenen Serviceleistungen hinter der Bühne: Für Logistik, Werbung und Fankommunikation. Hier stand selbstredend mehr Geld zur Verfügung. Die Preisträger münzten es um in Erlebnis, Austausch, Verbundenheit mit Anspruchsgruppen.

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jung-von-matt_cc-award-2016 Die Gewinnerteams: Stadt Winterthur (oben) und Jung von Matt/Limmat AG (unten).

Beide Projekte scheinen auf den ersten Blick gegensätzlich zu sein. Bei genauerem Hinsehen aber sind sie sich ähnlicher, als es scheint. Sie stellen ihre Botschaften nicht nur dar, sie schaffen eine Bühne, damit Akteure des Unternehmens sie leben können. So finden sie für einmalige Situationen einmalige Lösungen – keine Kommunikation ab Stange. In der aktuellen Print-Ausgabe des Branchenmagazins „persönlich“ haben wir alle Nominationen kurz protraitiert. P.S.: Unter den Nominierten war auch der „Newsroom“ von AXA Winterthur, der im Sommer am IAM vorgestellt wurde und mit dem sich auch die IAM-Forschung einst  hat beschäftigen dürfen. „Meet the Winner“: Der Award und seine Hauptpreisträger sind im Herbst dann auch am IAM zu Gast, in der Einführungsvorlesung Organisationskommunikation. So wird „best practice“ für Studierende fassbar.

*Peter Stücheli-Herlach ist Professor für Organisationskommunikation am IAM und seit 2015 Präsident der Jury des Swiss Award Corporate Communications


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