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Das erste Semester – halb so wild!

Alina Anto, Studentin im Bachelor Angewandte Sprachen, beschreibt das erste Semester als wilde Berg- und Talfahrt mit Suchtpotential: „Man will nochmal, nochmal, nochmal!“ Im Kurs Textproduktion brachte die Studentin ihre Eindrücke zu Papier und macht neueintretenden Studierenden Mut für den Studienbeginn.

Bammel

Zuerst hat man Bammel. Während man in der Schlange steht, kommen einem die schlimmsten Sachen in den Sinn. Am liebsten würde man wieder umdrehen und weglaufen, doch dafür hat man schon viel zu lange gewartet.

Wer kennt es nicht, dieses mulmige Gefühl, das sich in einem ausbreitet, wenn man einer neuen Situation ausgesetzt ist: Man ist neugierig und zugleich ein bisschen ängstlich. Wie sehen die Vorlesungen aus? Wie hoch ist das Sprachniveau der anderen? Und wie sind meine Mitstudierenden drauf? All diese Fragen und noch mehr begleiteten mich auf der Zugfahrt in meine allererste Vorlesung. In der Hochschule angekommen schaute ich in viele unbekannte Gesichter, die meisten ganz cool und entspannt drauf (bestimmt keine Erstsemester), doch es gab auch einige andere, die so nervös wirkten, wie ich mich fühlte. Ich gesellte mich zu einem Grüppchen, das ich schon vom Einführungstag flüchtig kannte, und wir hielten ein bisschen Smalltalk. Überhaupt waren die ersten Wochen voll davon. Die Frage „Welche Sprachen studierst du?“ habe ich gefühlte tausendmal gestellt und ebenso oft beantwortet. Doch nach einigen Wochen kannte ich die Gesichter meiner Mitstudierenden und Dozierenden, hatte neue Freundschaften geschlossen und zuckte nicht mehr zusammen, wenn sich die Schiebetür am Eingang plötzlich zu schliessen schien, sondern spazierte lässig weiter.

Ups and Downs

Nach den ersten Wochen war ich in einem Hoch. Die Vorlesungen waren interessant und ich konnte mich endlich mit Leuten unterhalten, die mich nicht komisch anschauten, wenn ich in einem Satz drei verschiedene Sprachen mischte. Auch das Studentenleben gefiel mir zunehmend: Die nicht vorhandene Präsenzpflicht liess viel Spielraum, nach einer langen Nacht mit den Mitstudierenden einfach mal länger zu schlafen. Doch als im November die Tage kürzer und grauer wurden, stürzte ich plötzlich in die Tiefe: das berühmte Mitt-Semester-Tief. Ich hatte keine Lust mehr auf Hausaufgaben und Vorlesungen und konnte mich morgens kaum noch aus dem Bett quälen. Aber macht euch nichts daraus, denn es ging uns allen gleich. Auf dem Weg zum Unterricht begegnete ich mindestens einer Person, die noch demotivierter dreinschaute als ich es war – was meine Laune wiederum ein bisschen hob. Und nach einem Tief kommt ja bekanntlich auch wieder ein Hoch.

Zum Schluss, die Euphorie

Man will nochmal, nochmal, nochmal! Kaum hat alles begonnen, ist es auch schon wieder vorbei. Und was bleibt? Die Euphorie. Die Angst, die man anfangs noch hatte, ist verflogen und man blickt trotz der Höhen und Tiefen auf eine spannende und erlebnisreiche Fahrt zurück.

Ja, plötzlich kam auch schon der letzte Semestertag, die Spanischdozentin brachte Turrón mit und wir wünschten uns gegenseitig schöne Weihnachtsferien. War’s das wirklich schon? Ich hatte so lange auf das Ende des Semesters gewartet, dass ich jetzt plötzlich davon überrumpelt wurde. Und pünktlich zu Weihnachten wurde ich auch ein bisschen sentimental: Zwei Wochen ohne meine neuen Freunde, ohne Vorlesungen, aber dafür mit einem Haufen Zusammenfassungen zum Lernen? Da hätte ich mir tatsächlich gewünscht, dass das Semester noch ein paar Wochen länger dauert. Denn trotz Stress und den gelegentlichen Downs war das erste Semester für mich als Studentin aufregend und unvergesslich.

Ich wünsche euch viel Spass auf eurer Fahrt durchs erste Semester, geniesst es, denn das Ende der Fahrt – und somit die Prüfungen – kommen schneller, als euch lieb ist.

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