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«Irgendwie geht es dann immer!»

Alles ging unglaublich schnell: An einem Montagmittag hatte Regina Kesic, Absolventin der Vertiefung Mehrsprachige Kommunikation, das Vorstellungsgespräch, am Nachmittag durfte sie auf Probe arbeiten und am Abend lief sie bereits mit einem Vertrag als Projektmanagerin aus dem Büro.

Das war im August 2012, kurz nach ihrem Abschluss. Seither arbeitet Regina Kesic als Projektmanagerin bei der Diction AG. „Es war die zweite Bewerbung, die ich verschickt hatte. Von der Stelle erfahren hatte ich über den Stellenpool des Studiengangs“, erzählt die 27-jährige Absolventin. Eigentlich habe sie sich auf eine einjährige Praktikumsstelle beworben, allerdings war im Projektmanagement gerade eine passende Stelle frei, bei der die Festanstellung bereits nach vier Monaten folgte.

Reginas Aufgaben als Übersetzungsmanagerin umfassen Planung, Verwaltung, Steuerung und Überwachung von Übersetzungsprojekten. „Wir sind momentan 6 ProjektmanagerInnen und arbeiten alle im selben Büro. Wir haben ein gemeinsames Postfach, in dem alle Aufträge und Rückfragen zusammenkommen. Die meisten Auftragsanfragen der KundInnen erhalten wir per Mail.“ Nur selten komme es vor, dass KundInnen anriefen oder vorbeikämen. „Die eingehenden Aufträge bearbeiten wir jeweils zu zweit. Pro Tag erhalten wir an die 500 Mails. Wenn ein Auftrag kommt, wird er von uns umgehend bearbeitet und beantwortet und dann mit einer genauen Auftragsbeschreibung an die TeamleiterInnen weitergeleitet.“

Die Vorgaben sind ambitioniert: Bei Diction müssen Mails innerhalb von 15 Minuten und Offertenanfragen innerhalb von 45 Minuten beantwortet werden. Pro Tag erreichen die ProjektmanagerInnen ungefähr 40-80 Aufträge. „Dazwischen erhalten wir Rückfragen von unseren Teams, die wir dann wieder an die Auftraggeber weiterleiten und umgekehrt. Oder es gibt Nachträge etc. Für bestimmte Fachgebiete arbeiten wir auch mit externen Spezialisten zusammen. Das kann manchmal ganz schön stressig sein, z. B. zu Ferienzeiten.“ Ein aktuelles Ereignis: „Wir haben heute Morgen eine Anfrage gehabt, bei der jemand 2000 Zeilen englischen Text lektoriert haben wollte. 65 Seiten und der Kunde brauchte sie am selben Tag um 16 Uhr!“ 65 Seiten entsprechen einem Arbeitsaufwand von ungefähr 30 Stunden, erläutert Regina. Nach einigem Verhandeln konnte der Abgabetermin dann immerhin auf den nächsten Tag um 10 Uhr verschoben werden. „Obwohl auch das immer noch mehr oder weniger unrealistisch war“, fügt Regina lachend an. „Aber irgendwie geht es dann immer.“

Die Firma Diction gibt es seit 2004. Gegründet wurde sie als Einzelunternehmen. Um das rasante Wachstum der Firma zu veranschaulichen, nennt Regina Zahlen: 2009 zählte Diction 9 Festangestellte, 2012 waren es bereits 40 und mittlerweile beläuft sich die Zahl auf über 70 Mitarbeitende. Es werden alle Sprachen abgedeckt, daher arbeitet das Unternehmen bedarfsweise mit freien Mitarbeitenden zusammen. Da teilweise auch druckfertige Dokumente an den Kunden geliefert werden sollen, zählt auch eine Grafikerin zum Team. Der Hauptsitz der Diction AG befindet sich im St. Galler Rheintal. „Weil Buchs nicht gerade am Weg liegt, arbeiten bei uns fast alle Mitarbeitenden von zu Hause aus. Wir sind also über die ganze Schweiz verteilt. Einen Tag pro Woche verbringt man in Buchs, damit das Team immer wieder zusammenkommt“, berichtet Regina. Sie selbst arbeitet allerdings immer im Büro vor Ort – drei Tage in Buchs und zwei Tage in St. Gallen.

Viele Ehemalige des Bachelor Angewandte Sprachen, die direkt nach dem Studium oder auch später eingestiegen seien, habe sie bei Diction wieder angetroffen. „Ich bin froh, dass ich hier anfangen konnte, es war ein toller Start. Auch die Einführung war super: Diese läuft in Form einer einwöchigen Werkstatt ab und bietet Einblick in alle Bereiche“, schwärmt Regina.

Es werde nie langweilig, sagt sie, und man glaubt es ihr nach diesem anschaulichen Bericht aufs Wort.

Dieser Beitrag entstand im Kontext der Workshopreihe „Wege ins Berufsleben“, die sich an die Studierenden im zweiten und dritten Studienjahr richtet und zum Ziel hat, Unterstützung beim Übergang in die Arbeitswelt zu bieten. Regina ist eine von fünf AbsolventInnen, die im März 2014 in diesem Rahmen von ihren Erfahrungen aus dem Berufsalltag berichtet haben. Herzlichen Dank, Regina, für den spannenden Bericht!

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