Recruiting
Anstellung

Braucht es in Zukunft noch Recruiting-Abteilungen?

Kuno Ledergerber

Das Recruiting hat in den letzten zehn Jahren grosse Fortschritte gemacht. Die Bewerber werden als Kunden betrachtet. Die Ansprache der Kunden findet vorwiegend durch den Einsatz von neuen Technologien statt. Diese rasante Entwicklung hin zu einem neuen, modernen E-Recruiting oder zum active sourcing ist beeindruckend. Damit wurde die Legitimation von Recruiting-Abteilungen gut begründet.

Die Welt bleibt allerdings nicht stehen. Die Legitimation könnte genauso schnell wieder wegfallen. Weshalb? Es stellt sich die Frage, ob die aktuelle Ausrichtung des Recruitings, Jobs an Kunden zu verkaufen, den zukünftigen Herausforderungen am Arbeitsmarkt noch gerecht wird. Wollen die Kunden die angebotenen Jobs überhaupt noch? Bringen die Bewerber die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen mit? Sind die Unternehmen bereit Mitarbeitende fest anzustellen? Übernehmen agile Teams das Recruiting selbständig?

Deshalb sollten die Recruiting-Abteilungen wieder vermehrt darüber nachdenken, dass sie nicht nur Anbieter von Jobs sind, sondern auch Nachfrager nach Wissen, Fähigkeiten und Erfahrungen! Die reine Jobvermarktung und die Überprüfung der Fachkompetenzen kann auch von intelligenten Maschinen übernommen werden! Die Wahrnehmung einer professionellen Nachfragefunktion verlangt wieder mehr den persönlichen Kontakt – insbesondere bei der Ansprache der Bewerber, der Selektion und der Integration in eine Organisation. In der Kombination der technischen Möglichkeiten und der persönlichen, menschlichen Fähigkeiten der Recruiter liegt die Zukunft der Recruiting-Abteilungen.

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