Versorgungsforschung

Die WHO Decade of healthy ageing 2020 – 2030

Quelle: Bundesamt für Statistik

Von Flurina Meier

Sie kennen die Bilder: der demografische Wandel kommt – nicht nur in der Schweiz. Auch in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern steigt die Zahl der älteren Bewohner. In Nordafrika, vielen Teilen von Asien, Lateinamerika und der Karibik soll sich der Anteil der über 65-Jährigen zwischen 2019 und 2050 verdoppeln (Quelle: UN-World Population Prospects 2019). Die Zahl der über 80-Jährigen soll sich in derselben Zeitperiode weltweit sogar verdreifachen von 143 Millionen auf 426 Millionen (Quelle: UN-World Population Prospects 2019).

Eine erfreuliche Nachricht. An diesem Erfolg haben viele Personen – insbesondere auch im Gesundheitswesen – lange gearbeitet. Nun ist die Frage: was können wir für diese Personen tun, die dank besserer Ernährung und Hygiene, verbesserter Gesundheitsversorgung und dem technologischen Fortschritt in der Medizin so lange überlebt haben? Wie müssen sich die Gesundheitssysteme und Lebensbedingungen anpassen, damit wir so älter werden können, wie wir uns das wünschen? Und was davon ist denn – bitteschön – noch bezahlbar?

Diesen Fragestellungen widmet sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer «Decade of healthy ageing 2020-2030», welche durch die «Global Strategy and Action Plan on Ageing and Health» vorbereitet wurde. Das Ziel ist es, Regierungen, Zivilgesellschaften, internationale Organisationen, Fachpersonen, Forschende, Medienschaffende und Private zusammenzubringen, um während zehn Jahren für die Verbesserung der Leben von älteren Personen, ihren Familien und den Gesellschaften, in welchen sie leben, zusammenzuarbeiten.

Zur Erreichung ihres Zieles hat die WHO fünf strategische Foci festgelegt:

  1. Engagement für die Umsetzung gesunden Alterns in allen Ländern
  2. Schaffung von altersfreundlichen Umgebungen
  3. Anpassung der Gesundheitssysteme an die Bedürfnisse älterer Menschen
  4. Entwicklung von nachhaltigen und gerechten Betreuungs- und Pflegesystemen
  5. Verbesserung der Messung, des Monitorings und der Forschung zum gesunden Altern

Die fünf Foci sollen mit Hilfe von zehn Prioritäten, welche auf die Nachhaltigkeitsziele der WHO abgestimmt sind, umgesetzt werden:

  1. Aufbauen einer Plattform für den Austausch von Innovationen und Änderungsvorschlägen im Bereich des gesunden Alterns
  2. Unterstützen der Länder in der Planung und Umsetzung von Massnahmen für das gesunde Altern
  3. Weltweite Verbesserung der Datenbasis zum gesunden Altern – denn, was gemessen wird, wird auch umgesetzt
  4. Fördern von Forschung, welche aktuelle und zukünftige Bedürfnisse von älteren Menschen adressiert
  5. Gesundheitssysteme dem Bedarf von älteren Menschen anpassen
  6. Aufbau einer Langzeitpflegeversorgung in allen Ländern
  7. Gewährleisten der personellen Ressourcen für integrierte Versorgungssysteme
  8. Umsetzen einer weltweiten Kampagne gegen Altersdiskriminierung
  9. Klären der Evidenz bezüglich Kosten und Möglichkeiten von Investitionen ins gesunde Altern als Basis für nachhaltige, gerechte und effiziente Lösungen
  10. Verbessern der Netzwerke zwischen altersfreundlichen Städten und Gesellschaften

In der Schweiz wird die Umsetzung dieser Foci und Prioritäten der WHO unter anderem durch die «a+ Swiss Platform Ageing Society», einer Initiative der Akademien der Wissenschaften Schweiz, gefördert, in welcher das WIG vertreten ist. Die Plattform bestärkt den Austausch zwischen den Akteuren aus Forschung und Praxis und soll gemeinsame Projekte zur Umsetzung der WHO-Ziele anstossen.

Flurina Meier ist stellvertretende Leiterin der Fachstelle Versorgungsforschung am WIG.

Discussion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.