Gastbeitrag von Christoph Zurflüh

Fast wöchentlich entstehen neue Mobilitätsangebote und kommen neue Unternehmen auf den Markt. Im Kontext dieses starken Wandels der Mobilitätsbranche ist es für Fachleute, Behörden, Unternehmen, Anbieter oder interessierte Privatpersonen kaum mehr möglich, die Übersicht zu behalten. Kaum jemand kennt den Unterschied zwischen Ridehailing- und Ridesharing-Diensten oder weiss, was „Go!“ oder „Sowiduu“ genau anbieten. Hier setzt das neue Online-Tool Trafikguide an, das von Trafiko mit Unterstützung vom nationalen Programm EnergieSchweiz, dem Zürcher Verkehrsverbund und dem Wirtschaftsverband swisscleantech entwickelt wurde. Mit Trafikguide werden zum ersten Mal neue, aber auch alt bekannte Mobilitätslösungen systematisch kategorisiert, beschrieben und damit vergleichbar gemacht.

Die heutigen Fragestellungen drehen sich längst nicht mehr nur noch um das Auto, den öffentlichen Verkehr oder das Velo. Zahlreiche Mischformen werden am Markt getestet oder gar direkt eingeführt. Trafikguide ist ein Beitrag zur aktuellen Mobilitätsdiskussion und hilft der Versachlichung der Diskussion. Für ein funktionierendes, effizientes und klimafreundliches Verkehrssystem müssen zukünftig neben bewährten Konzepten auch neue Ansätze in die Lösungsfindung einbezogen werden. Kriterien im Trafikguide wie Flächeneffizienz oder die Art des Poolings helfen, Dienste für die Lösung individueller Verkehrsprobleme zu finden. Gleichzeitig sorgt Trafikguide mit detaillierten Informationen für die nötige Transparenz von Mobilitätsangeboten, beispielsweise informiert der Guide bezüglich Eigentümerschaft.

Trafikguide wurde am 16. Dezember 2019 als Beta-Version veröffentlicht und soll mit Hilfe der Nutzer*innen laufend ausgebaut sowie aktualisiert werden. Noch gibt es Potential bei der Vollständigkeit der Daten, beispielsweise bei den Nutzerzahlen der Dienste. Trafiko und seine Partner rufen daher die Mobilitätsanbieter auf, diesbezüglich Angaben zu liefern. Je transparenter die Angaben, umso besser können neue Lösungen beurteilt und die Mobilität passend weiterentwickelt werden.

Zum Gastautor: Christoph Zurflüh hat 2012 als erster Jahrgang das Verkehrssysteme-Studium abgeschlossen. Nach seiner Tätigkeit beim Verkehrsverbund Luzern, hat er 2016 zusammen mit Roman Steffen und Kasimir Stadler die Firma Trafiko AG gegründet.