Studierendenprojekt zum Nachtzug der Zukunft

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Japanischer Luxusnachtzug Cassiopeia (Bild: Sui-setz)

Sind Nachtzüge noch ein zeitgemässes Mobilitätsangebot? Wie könnte dieses umweltfreundliche und zeiteffiziente Nachtreiseangebot zukünftig wieder an Attraktivität gewinnen? 15 Studierende des Studiengangs Verkehrssysteme werden diese Fragestellungen im kommenden Frühlingssemester 2016 untersuchen. Spezialisten von SBB Personenverkehr begleiten das Projekt und stellen Datengrundlagen zur Verfügung. Das Studierendenprojekt ist Bestandteil der Projektschiene des vierten Fachsemesters. Dabei übernehmen die Studierenden die Rolle eines klassischen Beratungsunternehmens. Auf der Basis einer umfangreichen Marktanalyse präsentiert das Projektteam dem Praxispartner SBB am Semesterende bestehende Potenziale und mögliche Gestaltungsansätze für die nächste Generation Nachtzug.

Das traditionelle Geschäftsmodell des Nachtzugbetriebs steht weltweit vor grossen Herausforderungen. Der Nachtzugverkehr sieht sich seit einigen Jahren mit einem steigenden Wettbewerbsdruck konfrontiert. In der Vergangenheit haben die Bahngesellschaften vor allem mit Angebotskürzungen und Kostenoptimierungen im Bestandsnetz auf die wachsende intramodale und intermodale Konkurrenz reagiert. Alternativ kann der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes als Chance angesehen werden, mit altem oder neuem Fahrzeugmaterial deutlich höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten zu erzielen. Innerhalb der bestehenden Zeitfenster zwischen abendlichen Abfahrt und morgendlicher Ankunft liessen sich so erheblich grössere Entfernungsbereiche abdecken.

nachtzug_01Sieht so das Nachtzug-Interior der Zukunft aus? (Bild: „CX First Class Suites 747 nose“ by http://flickr.com/photos/richardmoross/ – Licensed under CC BY 2.0 via Commons)

Hat dieser Ansatz das Potenzial, den Nachtzug zu alter Bedeutung zurückzuführen? Die Studierenden werden darauf eine Antwort liefern. Das Projekt bietet ihnen die Möglichkeit, sich bei ihren Recherchen weitreichende Kenntnisse zum europäischen Personenverkehrsmarkt anzueignen und dieses Wissen direkt praxisnah anzuwenden. Der Partner SBB sichert dabei einen grösstmöglichen Realitätsbezug bei den eingesetzten Methoden und der Bewertung der Analyseergebnisse.

1 Kommentar

  1. Hallo!
    Ich finde es eine ganz tolle Sache und bin ein Befürworter von Nachtzüge. Man kann viel mehr daraus machen, als was jetzt gemacht wird. Die ÖBB ist da ein Vorbild.
    Nun meine Frage:
    Warum unterstützt die SBB diese Arbeit, wenn diese als Strategie haben, sich nur noch auf nationale Linien zu konzentrieren?
    Danke für die Antwort

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