ZHAW am Puls von Moodle: Hochschultreffen 2026

Der Verein Moodle an Hochschulen e.V., dem die ZHAW vor wenigen Monaten beigetreten ist, organisiert jährlich ein Hochschultreffen. Dieses richtet sich hauptsächlich an Entwickler:innen, Administrator:innen und Hochschuldidaktiker:innen, steht jedoch allen Moodle-Interessierten offen, die Wissen mit der Community teilen und die Lehre aktiv gestalten möchten. Themen wie Updates, Plugins, Design, KI, OER, E-Prüfungen und viele mehr wurden dieses Jahr intensiv diskutiert und vertieft. Mit knapp 150 Teilnehmenden, 31 Sessions, unzähligen Gelegenheiten zur Vernetzung und einer Mitgliederversammlung wurde an der Technischen Hochschule Rosenheim ein umfangreiches Programm geboten.

Ein Beitrag von Christoph Möhl.

Moodle ist das weltweit mit Abstand am häufigsten eingesetzte Learning Management System. 2002 in Australien als Open-Source-Applikation eines Studierenden entwickelt, wird es heute durch das Moodle HQ und insbesondere die weltweite Community weiterentwickelt. Die ZHAW hostet und betreibt Moodle inhouse und nutzt es als zentrale Lern– und Prüfungsplattform. Zurzeit existieren weltweit knapp 150’000 registrierte Moodle-Seiten mit rund 55 Millionen Kursen und über 500 Millionen User:innen.

Der Verein Moodle an Hochschulen e.V. wurde 2021 gegründet, um die deutschsprachige Moodle Community zu vertreten und die Vernetzung sowie Weiterentwicklung zu fördern. Der Verein betreibt zurzeit Arbeitsgruppen unter anderem zu den folgenden Themen:

  • Barrierefreiheit
  • H5P
  • KI & Moodle
  • Plugins
  • Video
  • Wissensvermittlung: Didaktik

Die ZHAW ist seit Ende des letzten Jahres eine von 71 Mitgliedshochschulen des Vereins, dessen Hochschulen zusammen mehr als eine Million Studierende zählen. Einmal im Jahr lädt der Verein zum Hochschultreffen ein. Fabian Jasper-Möller und ich besuchten die diesjährige Ausgabe Anfang März im Süden Deutschlands.

Foto: © Anja Teistler

Gelegenheiten zur Vernetzung ergaben sich zahlreich im und ums Hochschultreffen, wie dieses Beispiel veranschaulicht: Nach unserer Ankunft am Montag verabredeten wir uns zu zweit zum Nachtessen in der Altstadt, nur um dort zufällig zwei Bekannte zu treffen und drei weitere «Moodler» kennenzulernen. Oftmals sind es genau solche informellen Kontakte, die unter dem Jahr helfen, Fragen und Herausforderungen innerhalb der Open-Source-Community schnell und unkompliziert zu lösen.

Das Hochschultreffen war geprägt von einer Kultur des offenen Austauschs. Anhand von zwei Themen möchte ich an dieser Stelle exemplarisch aufzeigen, wie dieser Austausch funktioniert – und was die ZHAW daraus mitnimmt:

In diesem Erfahrungsaustausch wurden Herausforderungen und Lösungen vor und nach dem Update von Moodle 4.x auf 5.x geteilt. Insbesondere die neue Fragensammlung, die Aktivitätenübersicht und Unterabschnitte wurden dabei kontrovers diskutiert. Interessant war der hohe Anteil (>50%) an Hochschulen, die im Gegensatz zur ZHAW noch Moodle 4.x nutzen.

Die ZHAW ist im Februar, rund 9 Monate nach der Veröffentlichung auf Moodle 5 migriert. Dies ist Teil unserer Strategie, im Halbjahresrhythmus mit einigen Monaten Verzögerung Moodle zu aktualisieren – aus unserer Sicht ein guter Kompromiss zwischen Innovation und Stabilität. Damit ist die ZHAW auch nicht allein, viele grössere Schweizer Hochschulen fahren eine ähnliche Strategie. Dieses Vorgehen hat Vorteile: Kleinere Versionssprünge bedeuten zwar häufigere, aber dafür geringere Umstellungen und einen raschen Zugang zu neuen Features.

In der ersten Session zu KI in Moodle wurde die KI-Integration der ByCS-Lernplattform vorgestellt, die KI-Agenten in Moodle zur Verfügung stellt. Diese unterstützen Lehrkräfte beispielsweise bei der Konfiguration von Aktivitäten und der Generierung von Alternativtexten für Bilder. In der zweiten Session stand die Analyse von KI-Interaktionen im Zentrum, wobei wir insbesondere Bereiche wie Datenschutz, Verantwortung und Kompetenzen thematisierten. Diese Diskussionen zeigten, dass wir uns wie alle Hochschulen in einem Spannungsumfeld bewegen, in dem viele Fragen ungeklärt sind und mit dessen Herausforderungen unterschiedlich umgegangen werden kann.

An der ZHAW wurden im Herbstsemester 2025 zwei Features pilotiert, die es Dozierenden erlaubten, Texte und Bilder direkt im Texteditor zu generieren. Die Features wurden jedoch kaum genutzt und erschienen zu wenig ausgereift. Deshalb haben wir sie nach der Pilotierung wieder deaktiviert. Zurzeit evaluieren wir alternative, bedarfsorientierte Möglichkeiten zur KI-Integration, wie beispielsweise die oben erwähnten ByCS-Plugins und die Anbindung von Applikationen wie Copilot oder MentorMate. Dabei ist uns wichtig, dass die KI-Integration für die User:innen einen echten Mehrwert generiert. Gerade bei solchen Projekten können Kontakte in der Community und konkret zu den Entwickler:innen die Arbeit durch kurze Kommunikationswege enorm erleichtern.

Durch die beschriebene Offenheit können wir an Community-Events niederschwellig aktuelle Informationen über den Entwicklungsstand verschiedener Projekte mit Relevanz für die ZHAW erhalten. Ebenso können wir Probleme und Themen aktiv einbringen und unser Netzwerk pflegen und erweitern. Wissen, Code, Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven werden gerne geteilt. Dies erleichtert die Weiterentwicklung unserer Moodle-Instanzen spürbar.

Der Blick über den Tellerrand hilft auch, die eigene Situation objektiver einzuschätzen: Die Herausforderungen, vor denen wir an der ZHAW stehen, sind dieselben, wie bei unseren Kolleg:innen in Deutschland und Österreich.  

Weltweite Community

Rund um Moodle existieren weltweit fast unzählige regionale Communities, die oftmals jährliche MoodleMoots organisieren, an denen sich die ZHAW ebenfalls beteiligt, zumeist im DACH-Raum und teilweise auch darüber hinaus. So sind wir beispielsweise Mitglied oder Förderer der folgenden Communities:

Swiss Academic Moodle Community (SAMoo)
Moodle Question Bank 4.x/5.x Project
Moodle Product Advisory Group (PAG)

Die nächste Konferenz ist sehr nah: Die diesjährige #MootDACH26 findet Anfang Juli an der ETH Zürich statt. Diese beinhaltet ein zweitägiges Bar Camp, bei dem spontan eigene Themen vorgeschlagen und Sessions gestaltet werden können. Werde auch du Teil der Community und melde dich an!

Beitragsbild: Foto © Felix Huber


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