Symbiose im Studium: Wie Praxispartner, Studierende und ZHAW zusammenwirken

Praxisnähe ist im Bachelorstudiengang Sprachliche Integration kein Schlagwort – sie ist ein Prinzip. Schritt für Schritt entwickeln Studierende professionelle Kompetenzen, reflektieren ihre Haltung und wachsen in ihre zukünftige Rolle hinein. Der zentrale Dreh- und Angelpunkt dieses Prozesses ist das Praxissemester. Hier zeigt sich, wie gut Theorie und Praxis zusammenspielen.

Autorin: Serap Bulut

Praxispartner im Fokus: Wordculture 

Die Sprachschule Wordculture wurde 2013 von Susanna Mineve gegründet. Ihre Vision: Menschen sprachlich und persönlich stärken, Talente sichtbar machen und Entwicklung ermöglichen. Heute ist die Schule fide- und telc-Prüfungszentrum und engagiert sich unter anderem gemeinsam mit der Stadt Zürich für niederschwelligen Bildungszugang. 

Von Beginn an besteht eine enge Zusammenarbeit mit der ZHAW. Studierende im letzten Studienjahr absolvieren hier ihr Praktikum im Integrationsbereich und sind nicht nur Beobachtende, sondern Mitgestaltende. 

«Wir sind eine kleine, lebendige Schule“, sagt Susanna Mineve. „Studierende arbeiten eng mit uns zusammen. Das ermöglicht kontinuierlichen Austausch, direkte Begleitung und regelmässiges Feedback durch das ganze Team.» 

Lernen im Schulalltag

Das Team bei Wordculture vermittelt nicht nur Sprachkompetenz, sondern verbindet das Lernen mit kulturellem Verständnis. Jede Lerngruppe bringt andere Voraussetzungen, Erfahrungen und Herausforderungen mit. Kein Tag gleicht dem anderen. 

Eine zentrale Herausforderung bleibt es, Lehrpersonen zu finden, die nicht nur unterrichten können, sondern mit echter Motivation Sprache und Kultur vermitteln. 

Die Studierenden übernehmen schrittweise Verantwortung: Sie beobachten, unterstützen, planen und unterrichten, organisieren Kurse, begleiten Einstufungen und Prüfungen und erhalten Einblick in administrative Abläufe. Dabei entwickeln sie fachliche Sicherheit und die Fähigkeit, flexibel auf unterschiedliche Zielgruppen einzugehen. 

Auch für die Schule ist diese Zusammenarbeit wertvoll. Lehrpersonen reflektieren ihre Praxis in der Begleitung der Studierenden, während diese aktuellen didaktischen Konzepte und digitale Kompetenzen einbringen. Der Wissenstransfer wirkt in beide Richtungen.

«Die Studierenden tragen wesentlich zum gut funktionierenden Schulalltag bei. Ihre Kombination aus Fachwissen, digitaler Kompetenz und Offenheit ist eine grosse Bereicherung.»

Susanna Mineve

Interview mit Susanna Mineve, Gründin und Schulleiterin von WordculturePlaybutton für Interview mit Susanna Mineve, Gründin und Schulleiterin von Wordculture

Interview mit Susanna Mineve, Gründin und Schulleiterin von Wordculture

Perspektive des Studiengangs

Auch für den Studiengang ist die Zusammenarbeit mit Praxispartnern zentral. Co-Studiengangleiter Oliver Winkler betont, dass diese Kooperation eine echte Dreiecksbeziehung darstellt: Studierende erhalten direkten Einblick ins Berufsfeld, Praxispartner profitieren von engagierter Unterstützung und qualifiziertem Nachwuchs, und die Hochschule erkennt unmittelbar, welche Anforderungen der Markt stellt. 

Der Studiengang arbeitet mit grösseren wie auch mit kleineren Institutionen zusammen. Gerade kleinere Sprachschulen wie Wordculture ermöglichen einen ganzheitlichen Einblick: Studierende erleben nicht nur Unterricht, sondern verstehen auch organisatorische, administrative und unternehmerische Zusammenhänge. 

Um Qualität und Aktualität zu sichern, steht der Studiengang in regelmässigem Austausch mit Praxispartnern und Studierenden. Ergänzend finden Praxispartner-Treffen statt, bei denen aktuelle Entwicklungen – etwa der Einsatz von KI im Sprachkurswesen – diskutiert werden. 

«Die Zusammenarbeit ist für uns als Institution sehr wertvoll», so Oliver Winkler. «Sie erlaubt uns, Ausbildung und Berufsfeld eng aufeinander abzustimmen.»

Fazit: Bildung ist Beziehungsarbeit und gemeinsame Verantwortung 

Das Praxissemester ist mehr als ein Ausbildungsabschnitt – es ist ein gemeinsamer Entwicklungsraum. 

  • Studierende übernehmen Verantwortung und sammeln reale Berufserfahrung
  • Praxispartner öffnen ihren Arbeitsalltag und gewinnen neue Impulse
  • Die ZHAW sichert Qualität und reagiert auf Entwicklungen im Berufsfeld   

Gerade im Integrationsbereich, in dem Anforderungen wachsen und Zielgruppen vielfältiger werden, entsteht Qualität nur im Zusammenspiel aller Beteiligten. So entwickeln sich reflektierte, praxiserprobte Fachpersonen, die den Herausforderungen des Berufsfeldes gewachsen sind. 


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