Technik verstehen, Sprache gestalten – ein Studium mit Mehrwert

Autorin: Kyra Jetzer

Als Lilly sich damals für den Studiengang Mehrsprachige Kommunikation entschied, war ihr eines bereits klar: Sie hatte ein Faible für Bedienungsanleitungen. Während andere mit technischen Geräten kämpften, war sie schon immer diejenige, die daheim Drucker installierte, Software einrichtete und die Anleitungen las – ganz freiwillig. «Ich habe mich hauptsächlich wegen dieser technischen Vertiefung angemeldet», erzählt sie lachend. Es war die einzigartige Kombination aus Sprache und Technik, die sie in dem Studiengang sofort begeisterte.

Dabei war gerade das erste Jahr, mit starkem sprachlichem Fokus, für Lilly besonders prägend. Module wie Grammatik und Textanalyse auf Deutsch und Englisch haben ihr nicht nur geholfen, Texte strukturiert zu formulieren, sondern bilden bis heute das Fundament ihrer Arbeit. In Kombination mit Inhalten zur Technischen Dokumentation und dem Umgang mit Redaktionssystemen lernte sie, wie man komplexe Inhalte verständlich und nutzerorientiert aufbereitet.

Berufseinstieg mit Mehrwert

Nach dem Abschluss fand Lilly rasch ihren Weg in die Technische Redaktion – eine Welt, in der sie ihr Wissen aus dem Studium direkt anwenden konnte. Eine ihrer ersten Aufgaben bestand darin, migrierte Inhalte zu prüfen und wo nötig Optimierungsvorschläge zur Struktur zu erarbeiten. Eine Aufgabe, in der sie aufging, auch wenn das Produkt, eine Prüfmaschine für textile Werkstoffe, sie weniger faszinierte.

Der Wunsch nach einem spannenderen Kontext führte sie schliesslich zur SWISS. Dort traf technisches Know-how auf persönliches Interesse: der Flugbetrieb. Aus der Editorin wurde bald eine Projektleiterin – zuständig für die Einführung eines neuen Redaktionssystems. Rückblickend erkennt Lilly klar, wie stark sie das Studium auf diese Herausforderung vorbereitet hatte: «Ich konnte das Projekt nur so gut leiten, weil ich sowohl das System verstand als auch die Bedürfnisse der Nutzenden.»

Sieben Jahre blieb sie bei SWISS und wäre gerne geblieben, wie sie betont. Doch nach intensiven Jahren in der Projektarbeit entschied sich Lilly für eine Pause zugunsten des Familienlebens. Nun knüpft sie daran an: Mitte Februar startet sie als Fachspezialistin für ein System im Bereich Disposition bei SRF – zurück an der Schnittstelle von Technik, Prozessen und Nutzenden.

Ein Studiengang mit Zukunft

Auf die Frage, ob sie den Studiengang weiterempfehlen würde, kommt kein Zögern: «Unbedingt! Man profitiert vom ersten Tag an, nicht erst mit dem Bachelortitel. Die Mischung aus sprachlicher Präzision und technischem Verständnis ist extrem wertvoll und wird es in Zukunft noch mehr sein.» Besonders im Bereich Lokalisierung und Digitalisierung sieht sie enormes Potenzial für Absolvent:innen der Sprachindustrie.


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