Jetzt MAL ehrlich – Mach Dir ein Bild vom VS-Studium

Du möchtest Dir ein Bild vom Studiengang Verkehrssysteme machen? Dann helfen Dir die VS-Studierenden in den kommenden Wochen auf dem VS-Blog weiter. Sie berichten mit Flipchart und Stift über ihre Erfahrungen und Erlebnisse während des Verkehrsingenieur-Studiums. Sven Popp (5. Semester) war der erste, der für Euch zum Stift gegriffen hat.

Wem das noch nicht reicht, den laden wir herzlich ein, diese Studierenden persönlich kennen zu lernen. Melde Dich beim „Student for a Day“-Programm an und erlebe einen typischen Tag im Studiengang Verkehrssysteme.

Herr Popp, wie verlief Ihr erstes Studienjahr?

Was meinen Sie als Verkehrsexperte: Wie sieht das Auto der Zukunft aus?

Wohin ging die spannendste Exkursion?

Wie lautet die wichtigste Erkenntnis Ihrer aktuell laufenden Projektarbeit?

VS on Tour – Fachexkursion zum Autoverlad Vereina


Ein Gastbeitrag von Fabian Büchting

Wie funktioniert der Autoverlad in der Praxis? Verkehrssysteme-Studierende des zweiten Studienjahrs hatten in diesem Jahr erneut die Möglichkeit, die Verladestelle der Rhätischen Bahn (RhB) en détail zu besichtigen.

Im Modul «Reliability, Availability, Maintainability and Safety” wurde von der Klasse VS16 eine Übung zum Autoverlad Vereina bearbeitet. Unter anderem wurde eine Gefährdungsermittlung, eine Risikoeinschätzung und eine Ereignisbaumanalyse durchgeführt. Zudem sollten Sicherheitsanforderungen für risikomindernde Massnahmen beim Verlad erarbeitet werden. Um sich ein Bild vor Ort zu machen, unternahm die Klasse VS16 eine Exkursion.

Der Vereinatunnel ist das Kernstück der meterspurigen Vereina-Strecke der Rhätischen Bahn (RhB). Sie führt von Klosters im Prättigau nach Sagliains im Engadin. Der auf dieser Strecke angebotene Autoverlad-Service sichert damit eine schnelle und wintersichere Verbindung für Strassenfahrzeuge vom Unterengadins an die Nationalstrasse 28 und somit an das schweizerische Nationalstrassennetz.

Zu Beginn wurde die Klasse in der Werkstätte der Rhätischen Bahn in Landquart herumgeführt. Dort beschäftigt die RhB 140 Leute, welche in verschiedenen Bereichen arbeiten. Die Werkstätte umfasst unter anderem eine Spenglerei, eine Lackiererei, eine Sattlerei, eine Schreinerei und eine der wenigen in der Schweiz verbliebenen Wicklereien, welche die eigentlichen Fahrmotoren herstellt. Zudem gibt es eine Unterflurdrehbank, und ein Ringlokschuppen, in dem Lokomotiven abgestellt werden können. Viele Teile fertigen die RhB selbst – dadurch ist sie schneller und flexibler bei der Instandhaltung und Reparatur. Es ist daher nicht verwunderlich, dass hier auch externe Aufträge aus allen Landesteilen ausgeführt werden. Ein Highlight für viele Studenten war das Depot, in der zwei der ältesten Dampflokomotiven der Rhb aufgestellt waren. Diese sind über 100 Jahre alt und werden gerade revidiert.

 

Nach der Werkstattbesichtigung ging es mit dem Zug via Klosters nach Selfranga, dem nördlichen Portal des Vereinatunnels. Hier wurde die Klasse mit den Betriebsabläufen des Autoverlads vertraut gemacht. Zudem konnten die neuen Thermoportale begutachtet werden. Diese Portale sind ganz unscheinbare Masten, welche auf beiden Seiten bei der Einfahrt in den Verladebereich aufgestellt sind. Sie sind jedoch mit jeder Menge Technik ausgerüstet: Lichtschranken messen bei jedem durchfahrenden Fahrzeug, ob es die maximale Höhe nicht überschreitet. Seitlich kommen Laserscanner und Infrarotkameras hinzu. Sie können zusammen ein 3D-Wärmebild erstellen. Mehrere Fotokameras erstellen schliesslich von vorne und der Seite ein Bild der Fahrzeuge. Überschreitet nun ein Fahrzeug einer der hinterlegten Werte, so erhält die verladende Person beim Zug direkt eine Nachricht aufs Tablet. Anhand der Informationen und der Fotos kann das gefährliche Fahrzeug sofort aussortiert werden. Gefährdungen durch Lichtraumprofilverletzungen oder durch überhitzte Fahrzeuge können so frühzeitig erkannt werden. So soll beispielsweise ein Brand im Tunnel möglichst verhindert werden.

Zum Schluss durfte die Klasse eine Fahrt durch den 19 Kilometer langen Vereinatunnel unternehmen – und dem Lokführer über die Schulter schauen.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei Dieter Würgler und den Verantwortlichen der RhB für den sehr interessanten Tag bedanken!

 

Doppelerfolg! Zwei VS-Absolvententeams gewinnen Prix Litra 2017

Auch im Jahr 2017 waren die Studierenden des Studiengangs Verkehrssysteme nicht zu stoppen. Gleich zwei Absolvententeams wurden in diesem Jahr im Beisein von Bundesrat Johann Schneider-Ammann für ihre Bachelorarbeiten mit dem renommierten Prix Litra ausgezeichnet. Damit zeigt sich erneut eindrücklich, auf welch hohem qualitativen Niveau sich die Verkehrsingenieurausbildung an der ZHAW School of Engineering befindet.

Social Media in der Kundeninformation
Robert Schuler und Benjamin Steiner haben sich in ihrer Bachelorarbeit überlegt, wie man die Kundeninformation der SBB verbessern könnte. Eine von ihnen entwickelte Software ermöglicht es, Social Media-Daten zu analysieren, den zuständigen Stellen zugänglich zu machen und in den Informationsprozess miteinzubeziehen. Konkret filtert die Software Twitter-Meldungen anhand bestimmter Stichwörter wie Haltestellennamen. Die Tweets werden automatisch dem zuständigen Disponenten im Bereich Kundeninformation angezeigt. «Die Ergebnisse der Arbeit werden bei den SBB unterdessen bereits operativ genutzt», sagt Albert Steiner, der die Arbeit zusammen mit Thoralf Mildenberger am ZHAW-Institut für Datenanalyse und Prozessdesign betreut hat. «Das unterstreicht zusätzlich die Qualität und den starken Praxisbezug dieser hervorragenden Arbeit.»

Modellierung von Eisenbahnunfällen
Am ZHAW-Institut für Angewandte Mathematik und Physik befassten sich Martin Moser und Gregor Schibig im Rahmen ihrer Bachelorarbeit ebenfalls mit einer praxisbezogenen Aufgabe aus dem Bahnbetrieb. Sie haben einerseits ein bestehendes physikalisches Modell der Firma ENOTRAC zur Vorhersage des Schadensausmasses von Eisenbahnunfällen weiterentwickelt. Das Modell unterstützt das Erstellen von Risikoanalysen für die Zulassung von Fahrzeugen und Betriebsformen im Eisenbahnverkehr. Andererseits untersuchten sie eine Methode zur Analyse von Unfällen, um deren Ursachen zu finden mit dem Ziel, ähnliche geartete Unfälle zu verhindern. «Diese Arbeit zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie nicht nur einen bestimmten Aspekt, sondern Unfälle gesamtheitlich betrachtet», sagt ZHAW-Dozentin Monika Reif. «Damit geben sie Untersuchungsbehörden entsprechende Werkzeuge an die Hand, um Unfälle besser zu verstehen und in Zukunft zu verhindern.»