Wie bringen wir Europa Tag und Nacht nahtlos auf die Schiene? Und was braucht es, damit der internationale Bahnverkehr sein Potenzial wirklich entfaltet? Genau darum drehte sich die Fachtagung «Bahn grenzüberschreitend am Tag und in der Nacht» an der ZHAW School of Engineering in Winterthur. Unsere Studierenden des Bachelorstudiengangs Mobility Science waren live dabei.
Worum ging es an der Tagung?
Am 5. November 2026 kamen an der ZHAW School of Engineering in Winterthur Fachleute aus Bahnbetrieb, Verkehrsplanung, Forschung und Publizistik zusammen. Organisiert wurde die Tagung von BahnJournalisten Schweiz und der Schweizerischen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (SVWG) in Kooperation mit dem Studiengang Mobility Science. Das Thema: grenzüberschreitende Zugverbindungen, tagsüber und vor allem in der Nacht.
Das Spannende an solchen Anlässen: Visionen treffen auf betriebliche Realität. Wer einen Nachtzug von Zürich in eine europäische Metropole fahren lassen will, muss nicht nur Fahrzeuge und Trassen organisieren, sondern auch Fragen zu Preisen, Komfort, Infrastruktur und Zusammenarbeit zwischen Bahnen klären.
Zu Wort kamen unter anderem Vertreter von ALISA, European Sleeper, Luna Rail, den SBB (Internationaler Personenverkehr), Twiliner, Jungfrau Tours und SimpleTrain. Moderiert und mitorganisiert wurde die Tagung von Kurt Metz und Peider Trippi. Ihnen und allen Referenten danken wir für die offenen und fundierten Impulse.

Zwei Forschungsprojekte aus der ZHAW
Von unserer Seite durften wir zwei aktuelle Forschungsschwerpunkte einbringen.
«Nachtsprung Zürich 2040» entsteht im Auftrag von UGZ Stadt Zürich und Zürich Tourismus. Die zentrale Frage: Welche Weichenstellungen braucht Zürich, um bis 2040 zu einem zukunftsfähigen und resilienten Hub für Nachtreisen zu werden? Dabei geht es um Bahnhofsinfrastruktur, Betrieb, Angebot und die Rolle der Stadt als Reiseziel.
Zahlungsbereitschaft im Nachtzugverkehr war das Thema einer Kurzstudie im Rahmen des DZSF-Forschungsprojekts «EuroNight 2.0». Sie geht der Frage nach, welche Angebote und Komfortmerkmale Reisende tatsächlich honorieren. Das ist entscheidend, denn nur was Fahrgäste auch bezahlen, trägt einen Nachtzugbetrieb langfristig.
Studierende mittendrin statt nur dabei
Bereits bei den Planungen zu dem Event war wichtig, dass die Mobility-Science-Studierenden des Jahrgangs 2025 an der Tagung teilnehmen konnten. Sie hörten nicht nur zu, sondern erlebten die Diskussionen mit führenden Akteur:innen der Branche aus nächster Nähe und konnten selbst Fragen stellen.
Genau darin liegt für uns der Reiz des Studiengangs: Forschung, Praxis und Lehre greifen ineinander. Aktuelle Projekte aus unserer Arbeit, Kontakte in die Branche und konkrete Fragestellungen aus dem Verkehrsalltag gehören zum Studium dazu.
Was das für dein Studium bedeuten kann
Wenn du dich für Mobilität interessierst, gibt es kaum ein Feld mit mehr Gestaltungsspielraum als den Schienenverkehr in Europa. Verkehrswende, Klimaziele und der Wunsch nach nachhaltigen Alternativen zum Kurzstreckenflug schaffen Fragen, auf die es noch keine fertigen Antworten gibt. Hier setzt Mobility Science an: Du lernst, Mobilitätssysteme zu verstehen, zu analysieren und mitzugestalten, nicht nur zu beobachten.
Die Nachtzug-Tagung ist dafür ein gutes Beispiel. Sie zeigt, wie viele Disziplinen zusammenspielen müssen: Technik, Betrieb, Ökonomie, Planung und Nutzerverhalten.
Infotag Bachelor Mobility Science: Komm vorbei!
Am Samstag, 7. November 2026, findet an der ZHAW in Winterthur der Infotag zum Bachelorstudium Mobility Science statt. Du kannst Fragen stellen, Dozierende und Studierende kennenlernen und Campusluft schnuppern. Kennst du jemanden, der die Mobilitätszukunft aktiv mitgestalten möchte? Dann gib den Tipp gern weiter.
Weiterführende Informationen
- Details zur Fachtagung: bahnjournalisten.ch