Das Microsoft Surface Pro und seine Tücken

Unser Blog wird erfreulicherweise von vielen interessierten Leserinnen und Lesern verfolgt und ich erhalte immer wieder Anfragen von Schulen, welche sich für das Surface Pro von Microsoft interessieren.

Das Microsoft Surface Pro ist bei den Studierenden beliebt, auch wenn die Akkulaufzeit etwas zu kurz ist und die Rückseite des Gehäuses beim Aufladen teilweise Strom abgibt. Dies meldete uns eine Studentin und es gibt auch eine Stellungsnahme von Microsoft dazu.

Als Projektleiterin sehe ich das Microsoft Surface Pro jedoch noch aus einer anderen Perspektive, die ich gerne mit unseren Lesern teilen möchte. Unsere Erfahrungen mit dem Microsoft Surface Pro sind nämlich gemischt. Einerseits lässt es sich gut in unsere Windows-basierte ICT-Umgebung einbinden und verwalten und die Studierenden schätzen die Möglichkeit, mit Office arbeiten zu können. Andererseits bereitet uns das Microsoft Surface Pro einige Probleme, die uns aktuell daran zweifeln lassen, ob wir auch in Zukunft darauf setzten sollen.

Kein Bildungsrabatt für Hochschulen

Das Microsoft Surface Pro ist ein Consumer Gerät, welches Microsoft im 2013 nur über seinen Online-Shop und über Detailhändler wie Mediamarkt, Interdiscount und Fust vertrieb. Für uns als Bildungsinstitution war die Beschaffung der Microsoft Surface Pro eine echte Herausforderung, denn Microsoft hatte im Herbst 2013 kein Surface Pro Angebot für Hochschulen. Bildungspreise gab es nur für Studierende und für das Surface RT.

Kein Interesse, das Surface Pro im Bildungsbereich zu platzieren

Microsoft bot uns bei der Beschaffung kaum Unterstützung an und war nicht bereit, uns einen Bildungsrabatt zu offerieren. Das Interesse von Microsoft, das Surface Pro im Bildungsbereich zu platzieren scheint eher gering. Jedenfalls haben wir auf unsere Anfrage erst nach mehreren Wochen eine Antwort erhalten, in der man uns eine Windows 8 Demo, regelmässige Updates sowie das Erstellen einer Fallstudie für unser Projekt anbot. Da im Herbst 2013 aber kein anderes vergleichbares Windows 8 Gerät verfügbar war, haben wir uns dann doch für das Surface Pro entschieden.

Fehlender Support für Hochschulen

Da das Microsoft Surface Pro als Consumer Gerät auf dem Markt gebracht wurde, bietet Microsoft keinen End-User-Support für Bildungsinstitutionen an. Das bedeutet, dass wir uns bei Problemen und Garantiefällen direkt an Microsoft wenden müssen und die Reparatur nicht über unseren Lieferanten abwickeln können.

Die Geräte müssen zur Reparatur an das Repair Center von Microsoft in den Niederlanden gesendet werden. Hierfür braucht es:

  1. Registrierung des Besitzers bei Microsoft.
  2. Reparaturanmeldung über das Self Service Portal von Microsoft.
  3. geeignete Verpackung.
  4. Pro forma Rechnung für den grenzüberschreitenden Versand in die Niederlande.
  5. Terminvereinbarungen mit UPS für die Abholung des Pakets.

Beim Versuch, eine Support-Techniker bei Microsoft zu kontaktieren, um das Problem mit der Stromabgabe über die Rückseite des Gehäuses abzuklären, wurde ich von einer Supportstelle zur nächsten weiter verbunden und am Ende wieder auf das Self Service Portal verwiesen, weil ein telefonischer Support ohne Supportvertrag nicht möglich war. Ergebnis der Abklärungen war, dass wir für einen Garantieaustausch jedes einzelne Gerät zur Prüfung in die Niederlande hätten senden müssen. Da es sich aber gemäss Microsoft bei der Stromabgabe nicht um einen Defekt handelt, haben wir auf einen Garantieaustausch verzichtet.

Verständlicherweise sind wir über diese Abläufe und Prozesse nicht sehr glücklich, denn er kostet uns sehr viel Zeit und ist nicht effizient. Wir stehen diesbezüglich zwar mit Microsoft in Kontakt und haben unsere Forderung nach einem End-User-Support für Bildungsinstitutionen bereits im Januar bei Microsoft Education Switzerland platziert, eine Reaktion darauf haben wir allerdings bis heute nicht erhalten.

Zubehör nach 6 Monaten defekt

Leider häufen sich in letzter Zeit die Defekte beim Zubehör des Microsoft Surface Pro. Es sind bereits mehrere Eingabestifte und Ladekabel defekt, was eigentlich nach 6 Monaten nicht der Fall sein sollte. Nicht zu vergessen der Aufwand der entsteht, wenn wir das defekte Zubehör zur Abklärung in die Niederlande schicken müssen.

Alternativen zum Surface Pro 2

Wir haben aktuell das Surface Pro im Einsatz und sind uns bewusst, das das Surface Pro 2 einige Verbesserungen mit sich bringt. Das grundlegende Problem mit dem fehlenden End-User-Support bleibt für uns jedoch bestehen. Deshalb sind wir zurzeit skeptisch, ob wir das Surface Pro bei einer allfälligen Ausweitung des Projektes weiter berücksichtigen sollen.

Eine mögliche Alternative zum Surface Pro ist das Dell Venue 11 Pro.
Anbei ein Vergleich von Microsoft Surface 2 vs. Dell Venue 11 Pro von tabtech:

Ein Student hat für uns auch das Samsung ATIV Tab 3 getestet. Es hat vor allem aufgrund seines geringen Gewichts und der guten Akkulaufzeit positiv abgeschnitten. Die Leistung lässt aber etwas zu wünschen übrig und wir sind skeptisch, ob Samsung in Zukunft auf Windows 8.1 Geräte setzten wird, die Konzernstrategie scheint eher in Richtung Android zu gehen.

Fazit

Wir sehen Potenzial für das Microsoft Surface Pro 2 im Hochschulumfeld, allerdings nur, wenn Microsoft seine Supportstrategie ändert und den Hochschulen in Zukunft einen Bildungsrabatt gewährt.

5 Kommentare

  1. Hallo
    Ich habe ein defektes Surface Pro und bereits einen Voraustausch bekommen. Trotz mehrerer Versprechungen von MS habe ich keine Rücksendeadresse oder UPS Frachtbrief erhalten. Kennen Sie die Adresse, wohin man defekte Geräte senden darf (muss?

    • Guten Tag, leider nein. Wir mussten die Geräte im 2013 in die Niederlande senden. Mittlerweile hat sich dies evtl. geändert. Für den Versand benötigen Sie aber die genaue Adresse und eine Auftragsnummer von Microsoft. Vielleicht wollen sie das defekte Geräte ja nicht mehr zurück…

  2. Csordas Betty

    10. Mai 2016 at 13:23

    Mein Surface Pro4 Stift ist nach 3 Monaten kaputtgegangen. Ich habe über das Self Service Portal von Microsoft ein Serviceauftrag eröffnet, wie Sie es oben beschrieben haben, per Email habe ich alle Dokumenten erhalten, und den Stift zur Reparatur nach Deutschland (ich bin in der Schweiz) geschickt. Nach eine Woche habe ich ihn aus Poland NICHT repariert zurückerhalten. Ohne Begründung. Seitdem versuche ich mit Microsoft (Telefon, Mail) im Kontakt zu treten. Telefonisch, mit 6-7 versch. Nummer ohne Erfolg, per Mail habe ich zwei unnütze Links bekommen, aber auf meine Frage, warum der Stift nicht repariert, oder umgetauscht wurde, ist man gar nicht eingegangen. Auf meine zweite Mail, habe ich gar keine Antwort bekommen. Wie ist es möglich, dass man mit volle Garantie, keine Reparatur, oder Umtausch verlangen kann????

    • Diese Erfahrung mit dem Microsoft Kundendienst haben wir leider auch gemacht. Das war einer der Gründe, warum wir das Surface Pro nicht mehr anbieten konnten. Das Gerät funktioniert grundsätzlich sehr gut, aber wenn es zu einem Problem kommt, ist die Reparatur relativ mühsam. Der Versand für die Reparatur ins Ausland ist aufwändig, zeitintensiv und scheint, wie Sie leider selber erfahren haben, nicht immer effizient. Ihre Frage nach der Garantie kann ich leider nicht beantworten.
      Für unsere Studierenden lohnt sich allenfalls ein Kauf des Microsoft Surface Pro via http://www.projektneptun.ch, da sie damit einen Service-Kontakt im Zürich haben. Garantiefälle laufen aber auch dort über den Kundendienst von Microsoft.
      Der Defekt Ihres Stiftes scheint nicht unter Garantie zu laufen. Aber vielleicht hilft Ihnen einen der Links auf folgender Seite weiter: http://www.projektneptun.ch/de/services-and-support/manufacturer-support/ms-surface-support

  3. Ich habe kürzlich eine sehr negative Erfahrung mit der Reparatur eines Microsoft Surface Pro gemacht, das aus der Garantiezeit hinaus ist.
    Microsoft teilte mir mit, dass Geräte die die Garantiezeit überschritten hätten generell nicht mehr repariert wreden, auch nicht gegen Bezahlung. D. h. im Klartext, dass ein mehr als 2-jähriges Surface Pro 4 für CHF 2000.00 weggeworfen werden muss.
    Auch das ist eine Firmenpolitik.
    Ich empfehle deshalb allen Interessierten diesen Punkt bei einer allfälligen Beschaffung in Betracht zu ziehen und es sich gut zu überlegen.

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