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Warum helfen mir Open Educational Resources in der Lehre?

Beitrag von Samuel Witzig

Bild: Books icon by CD_fsfe openclipart.org,
Creative Commons Zero 1.0 Public Domain License

Im Zeitalter der digitalen Lehre stossen wir leider schnell an Grenzen, wenn es um die urheberrechtlich korrekte Verwendung und Weiterverbreitung von Lehr-/Lernmaterialien geht. Einen möglichen Ausweg bieten Open Educational Resources (OER), die unter Creative-Commons-Lizenzen veröffentlicht werden.

Einsatz nur mit Einschränkungen

Der Einsatz von Lehr-/Lernmaterialien an Schweizer Hochschulen ist an die Einhaltung vieler Bedingungen geknüpft:

  • Obwohl das Schweizer Urheberrecht für den Klassengebrauch eine im internationalen Vergleich grosszügige Regelung kennt, schränkt es die freie Verwendung von Werken generell bis auf wenige Ausnahmen stark ein.
  • Diese eben erwähnte grosszügige Regelung für den Klassengebrauch (hier eine Erläuterung in Bezug auf Moodle) gilt nicht, wenn Inhalte für die gesamte Hochschule oder frei zugänglich im Internet zur Verfügung stehen sollen.
  • Zusätzlich ist das Urheberrecht jeweils länderspezifisch geregelt – die digitale Lehre und die Cloud halten sich jedoch oft nicht an Ländergrenzen. Unterschiedliche nationale Gesetze führen folglich zu Kollisionen von Regelungen und die Bestimmung des anwendbaren Rechts ist nicht immer einfach.
  • Wenn wir zudem Cloud-Dienste benutzen, nehmen sich diese Dienste in den AGBs oft weitgehende Rechte heraus, welche mit dem für die ZHAW anwendbaren Recht kollidieren (vgl. Cloud-Dienste in der Lehre – Part II).

Mehr Freiheit mit OER

Einen möglichen Ausweg bieten Open Educational Resources (OER), welche i.d.R. unter Creative Commons (CC) lizenziert sind. Zu vielen Themen sind online bereits OER zu finden (Bilder, Videos, Texte…). Ebenso ist es möglich, eigene Materialien als OER aufzubereiten: Diese Inhalte kann ich, wenn ich möchte, öffentlich oder für die gesamte Hochschule zur Verfügung stellen, und zudem relativ unkompliziert weitergeben. So entfallen langwierige und aufwändige Lizenzverhandlungen für oft teure kommerzielle Inhalte.

Einen nützlichen kurzen Überblick über OER und CC bietet Henry Steinau in einem Video. Wer mehr über OER erfahren möchte, kann sich in diesem Moodle-Kurs (für Schweizer Hochschulangehörige offen) informieren, in welchem wir

  • die Grundlagen von OER (Creative Commons-Lizenzen und Public Domain) behandeln
  • anschauen, was es beim Einsatz von OER zu beachten gilt
  • verschiedene nützliche Quellen (Bilder, Audio, Videos, Texte, fertige OER-„Pakete“) für OER aufgelistet haben
  • die Produktion von eigenen OER sowie deren Veröffentlichung beleuchten.

2018 werden wir im internen Fortbildungsprogramm der ZHAW zudem wieder einen halbtägigen Crashkurs zu Open Educational Resources durchführen. Wer sich gerne noch ausführlicher mit OER auseinandersetzen möchte, kann dies im Rahmen dieses zweitägigen OER-Kurses tun, der im Mai/Juni 2018 stattfinden wird.

Beitrag von Samuel Witzig

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