Welternährungssysteme 2021

Das Soja des Nordens – Das Potenzial der Lupine als regionaler Milchersatz

Ein Beitrag von Stephanie Widmer

Abbildung 1: Lupinensamen (Bild von Natalia Mylova auf shutterstock.com)

Bereits vor 2000 Jahren im Mittelmeerraum als wertvolle Eiweisslieferantin wertgeschätzt, dann aber für lange Zeit in Vergessenheit geraten, gewinnt die Lupine wieder an Bedeutung. Sei es als Lupinenmehl für die glutenfreie Backstube, als Lupinenschrott im Müsli oder als koffeinfreies, malzkaffeeähnliches Instant-Getränk. Auch der Trend hin zu pflanzlichen Ersatzprodukten trägt zum “Aufblühen” der Lupinen bei. Doch wo liegt das Potenzial der Lupine als Milchersatz?

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Bachelor Umweltingenieurwesen

Die Zukunft regionaler Kleinproduzenten

Ein Beitrag von Angelina Seiler

Abbildung 1: Landidylle, nur wie lange noch? (Bild von Ricardo Gomez Angel on Unsplash)

In der Schweiz stehen kleine Landwirtschaftsbetriebe unter Preis- und Effizienzdruck und zwischen 2000 und 2018 sind rund 50’000 Stellen im Agrarsektor verloren gegangen. Gleichzeitig sind diese kleinen und oft regional agierenden Landwirtschaftsbetriebe durch ihren Strukturreichtum wichtig fürs Ökosystem und werden von Konsument*innen geschätzt. Doch weshalb nimmt die Anzahl der Betriebe ab, wenn sie doch von so hoher Bedeutung sind?

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Bachelor Umweltingenieurwesen

Vegi-Angebot in der Schweizer Gastronomie – eine Analyse vom Boden- bis zum Genfersee

Ein Beitrag von Karin Rieben und Priska Baur

Abbildung 1: Vegi-Angebote in Schweiter Gemeinden (Karin Rieben CC BY 4.0)

Zum ersten Mal wurde untersucht, ob es in der Schweizer Gastronomie beim Vegi-Angebot regionale Unterschiede gibt. Die Analyse zeigt: Auf dem Land werden noch mehr Fleischgerichte angeboten als in der Stadt und die Westschweiz unterscheidet sich von der Deutschschweiz vor allem beim höheren Angebot an Fischgerichten.

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Welternährungssysteme 2021

Fressen die Ziegen den Wald auf?

Ein Beitrag von Samuel Beer

Abbildung 1: Marokkanische Ziegen auf einem Arganbaum. Die Ziegen verbringen durchschnittlich 387 Minuten pro Tag mit dem Abgrasen der Baumkrone. Bild von Fred Dunn von Flicker unter CC BY 2.0 (Owen, 2016).

Eine Ziege ist etwas Praktisches. Während Rinder und Schafe frisches Gras bevorzugen, fressen Ziegen ohne Probleme auch gerbstoffhaltige Blätter oder herabgefallenes Laub im Herbst. Diese Eigenschaften eröffneten in der Vergangenheit Tür und Tor für eine gängige viehhalterische Praxis: Die Waldweide. Heute auch fachlich «silvopastorale Systeme» genannt, waren Waldweiden lange Zeit der Weisheit letzter Schluss, wenn man sich als ärmlicher Bauer mit ein paar Ziegen am Rande eines geräumigen Waldes wiederfand. Warum also nicht die Tiere zwischen die Bäume treiben, wo sie sich an saftigem Gras, krautigen Pflanzen und nährstoffreichen Baumknospen den Bauch vollschlagen konnten?

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Welternährungssysteme 2021

Wie anno 1820 – ist eine Lenkungsabgabe auf Fleisch sozialverträglich?

Ein Beitrag von Julian Kronbach

Abbildung 1: Die Fleischsteuer bittet die Gesellschaft für ihren Fleischkonsum zur Kasse. Ist das vereinbar mit der sozialen Nachhaltigkeit? (Quelle: eigene Grafik)

Um die Umweltauswirkungen einer ressourcenintensiven Konsumation zu vermindern, setzt die Umweltpolitik verschiedene Instrumente ein. Meist steigen dadurch die Preise von problematischen Gütern wie fossile Brennstoffe, Pflanzenschutzmittel oder Fleisch. Doch ist diese Erhöhung der Preise über die Einkommensschichten der Konsumenten hinweg gesehen auch gerecht und angemessen – sprich sozialverträglich? Anhand der Idee einer Lenkungsabgabe auf Fleisch möchte ich in diesem Beitrag aufzeigen, wie diese die einkommenstieferen Haushalte sogar unterstützen kann.

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Welternährungssysteme 2021

Internationaler Direkthandel im Detailhandel – ein Widerspruch?

Ein Beitrag von Carmen Burri

Abbildung 1: Kaffeebohne im Einkaufswagen (Quelle: Colourbox, Royalty-Free)

Die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten steigt seit Jahren. Im Detailhandel finden neben Fairtrade-Produkten auch vermehrt Direct Trade-Produkte den Weg ins Regal. Hinter dem Direkthandel steht das Prinzip eines möglichst direkten Weges vom Anbau bis zum Konsum eines Produktes. Wird der Detailhandel als Verkaufskanal genutzt, wirkt dies aufgrund des verlängerten Weges widersprüchlich. Die Zusammenarbeit bringt vermeintlich viele Vorteile, die allerdings kritisch betrachtet werden sollten.

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Welternährungssysteme 2021

Steuermillionen für Fleischwerbung – alles andere ist Beilage

Ein Beitrag von Nadine Keller

Abbildung 1: Trügt der Schein? Kühe auf einer idyllischen Wiese. Quelle: Colourbox, CC BY-NC-ND 2.0

Werbung für Fleisch wird in der Schweiz jährlich mit rund 6 Millionen Franken vom Bund unterstützt. Die Subventionen fördern den Fleischkonsum und stehen im Widerspruch mit den Umweltzielen der Schweizer Landwirtschaft. Wie rechtfertigen der Bund und die Fleischindustrie die Subventionierung klimaschädlicher Lebensmittel?

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Welternährungssysteme 2021

Wurzelschweiss – ein Shrub-Cocktail für Rhizosphärenbewohner*innen

Ein Beitrag von Florian Peyer

Ein Bodenbakterium (gelb) siedelt sich an einer Wurzel an (rosa).
(Bild von Alice Dohnalkova, Pacific Northwest National Laboratory, flickr CC BY-NC-SA 2.0)

In einem Kubikmeter Erde leben mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde und auch sie wollen ernährt werden. Einmal mehr sind es die Pflanzen,  die ihre Ernährung sichern. Über Wurzelausscheidungen versorgt die Pflanze einen Teil ihrer Rhizosphärenbewohner*innen und geht damit ein für sie wichtiges Tauschgeschäft ein.


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Welternährungssysteme 2021

Am liebsten legen Hühner Waldeier

Ein Beitrag von Cyrill Achermann

Hühner unter Busch (Bild von Colourbox, CC BY-NC-ND 2.0)

In der Schweiz isst ein Mensch durchschnittlich 184 Eier pro Jahr und greift dabei acht von zehn Mal zu Freilandhaltungs- oder Bioeiern. Der Wille der Konsument*innen für eine artgerechte Haltung unserer Hühner ist da. Die Realität stimmt jedoch oft nicht mit den Bildern auf der Eierpackung überein. Was können wir besser tun?


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Welternährungssysteme 2021

Mob Grazing – Mit Hufgetrampel den Boden verbessern?

Ein Beitrag von Patricia Durán Amrein

Abbildung 1: “grazing is not just about grass” (Plougman, 2018 CC BY-SA 2.0)

Holistisches Weidemanagement, ganzheitliches Weidemanagement, Mob Grazing, regenerative Weidewirtschaft: alle Begriffe haben denselben Grundgedanken. Es beschreibt eine Weideform, bei der die Aspekte Klimaschutz, Bodenfruchtbarkeit und Tiergerechtigkeit vereint und zugleich die organische Bodensubstanz erhöht beziehungsweise  verbessert werden sollen. Doch ist dem auch wirklich so? Mob Grazing wird nämlich von vielen Stimmen kritisiert.

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