Im Rahmen der Evaluation des papierlosen Studiums interessiert uns auch, was die Studierenden dazu bewogen hat, sich für ein iPad oder ein Surface Pro zu entscheiden. Die Studierenden der Biotechnologieklasse BT12 hatten zu Beginn des Projektes im Sommer 2013 die Wahl zwischen den zwei Gerätetypen. 17 von ihnen haben sich für ein iPad, 16 für das Surface Pro entschieden.

Wahl des Tablets

Bei der Wahl des Gerätetyps scheint mitunter die Vertrautheit mit einem bestimmten Gerätetyp oder einem Betriebssystem eine Rolle zu spielen. Die Entscheidungen wurden teilweise aber auch auf Grund formaler Leistungsmerkmale getroffen. Allgemein entsteht der Eindruck, dass die Wahl auf Grund persönlicher Vorlieben und Gewohnheiten getroffen wird, als auf Grund von Anforderungen, die sich aus dem Studium heraus ergeben. Die Wahlmöglichkeit hat sicher zu der hohen Akzeptanz des Projektes beigetragen.

Vor- und Nachteile der Gerätetypen

Die Vorteile und Nachteile der Geräte wurden in den Interviews intensiv diskutiert, waren aber bisher auch schon bekannt:

  • iPad: Lange Akkulaufzeit, sensibler Touchscreen, kein Flash, keinen USB-Anschluss
  • Surface Pro: Office-Kompatibilität, zu kurze Akkulaufzeit

Einarbeitungszeit

Interessant ist, dass die Einarbeitung mit dem Surface Pro deutlich mühevoller gewesen zu sein scheint. Das überrascht, da man annehmen könnte, dass die Einarbeitung in ein neues Betriebssystem wie iOS mühevoller ist als die Umstellung auf eine neue Windows-Version. Die längere Einarbeitungszeit mit dem Surface Pro könnte allerdings mit den technischen Problemen, die zu Anfang bestanden, zusammenhängen.

Der Vorschlag einer Studentin ist deshalb auch: „2-3 Wochen nach Einführung der Tablets jemand in den Unterricht kommen lassen für technische Probleme. Bei technischem Support muss man über den Servicedesk ein Ticket lösen. Das ist mühsam. Oft haben mehrere die gleichen Probleme. So kämen die Probleme auch bei der IT an.“

Für eine Ausweitung des Projektes erscheint es ratsam eine Eingewöhnungszeit von 4-6 Wochen anzunehmen.

Detailliertere Ergebnisse aus Online-Befragung erhofft

Diese Woche ist die erste Online-Befragung der Tabletklasse und der Kontrollklasse gestartet. Darin möchten wir unter anderem auch noch etwas detaillierter erfahren, nach welchen Kriterien sie ihr Gerät ausgewählt haben.

Office und Windows: Ein unschlagbares Team?

In Schweizer Schulen sind Apple Geräte weit verbreitet, nicht zuletzt wegen Apple’s Bildungsinitiative. Könnte es sein, dass zukünftige Generationen von Studierenden vermehrt mit Mac, iPad und iPhone vertraut sind und sich entsprechend eher für ein Apple Gerät entscheiden werden? Andererseits hat Windows an der Hochschule bereits lange Tradition und für gewissen wissenschaftliche Anwendungen durchaus seine Berechtigung. Die ZHAW Life Sciences und Facility Management hat beispielsweise ein Windows Notebook Obligatorium für alle Studierenden. Grund hierfür ist unter anderem auch der Informatikunterricht, wo die Office Produktpalette unterrichtet wird.

Bei Bring Your Own Device wird es jedoch immer wahrscheinlicher, dass Studierende der Einfachheit halber mit Tools arbeiten, die auf allen Geräten verfügbar sind und über die Cloud synchronisiert werden, z.B. Google Docs, Dropbox usw. Das ist eine Entwicklung, die an Hochschulen aus Datenschutzgründen nicht gerne gesehen wird, die sich aber wohl kaum verhindern lässt. Neue Medien und Technologien verändern das Hochschulumfeld und wir müssen uns überlegen, in wie weit wir uns an diese neuen Herausforderungen anpassen wollen und können.

Tablets als Alleskönner…

Wenn man bedenkt, dass es weit mehr iPads und Android Tablets als Windows Tablets auf dem Markt gibt, drängt sich etwas die Frage auf, welche Zukunft die Windows Tablets haben. Werden die Tablet-Hersteller in Zukunft eher auf Android oder Windows setzen?

Infografik: Android ist das neue Windows | Statista

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Man kann es auch andersherum betrachten und sich fragen: Welche Zukunft haben Tablets für das produktive Arbeiten?
Will der Nutzer ein Gerät, das Tablet/Notebook/PC vereint? Oder wird er für jede Anwendung ein dafür ausgerichtetes, spezifisches Gerät nutzen?Es drängen immer mehr Hybridmodelle auf dem Markt, die Tablet und Notebook in einem vereinen sollen. Das Surface Pro geht auch bereits in diese Richtung, hat diese Symbiose meiner Meinung nach aber noch nicht so ganz überzeugend geschafft. Wir dürfen gespannt sein, wie sich der Markt in diesem Bereich entwickeln wird.

Eine Komponente, die wir bis jetzt kaum berücksichtigt haben ist Android. Dabei sind Android Geräte statistisch gesehen auf dem Vormarsch und wir werden langfristig wohl kaum darum herum kommen, auch Android Geräte in die Hochschulumgebung einzubinden. Zumal die Android Tablets bedeutend günstiger sind als iPads und Microsoft Tablets. Leider sind Android Geräte bei unseren ICT-Experten nicht gerne gesehen, da sie offenbar ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Aber auch die Technik macht Fortschritte und ich bin zuversichtlich, dass es für diese Herausforderungen in Zukunft, z.B. im Rahmen von Mobile Device Management, eine Lösung geben wird.