Self-Leadership/Self-Management und der digitale Werkzeugkasten

Das Angebot digitaler Hilfsmittel wächst stetig und mit ihm auch die Gefahr der Überforderung. Ein Pilotprojekt soll dabei helfen, das reichhaltige Angebot gekonnt zu navigieren. Robert Vorburger und Janna Kraus berichten über den Prozess.

«Noch ein Tool, ist das euer Ernst?» – das ist nicht nur ein Zitat aus einem kürzlich erschienen Beitrag im ZHAW-Blog digital&sozial, sondern ein uns allen wohl äusserst bekannter Gedanke im beruflichen wie auch privaten Alltag in den letzten Jahren. Die Digitalisierung scheint uns mit Apps und Tools zu überschwemmen. Im Studium scheint jede*r Dozent*in ein anderes digitales Hilfsmittel zu bevorzugen – von Miro über Padlet bis Mural. Und auf dem Smartphone erscheinen gefühlt unzählige Push-Nachrichten – von WhatsApp über Threema bis Signal… und Telegram gibt es ja auch noch.

Die meisten dieser digitalen Werkzeuge erfüllen dabei den gewünschten Zweck und sind im passenden Kontext äusserst nützlich und gewinnbringend. Sie helfen bei der Planung, Organisation und Zusammenarbeit. Sie ermöglichen das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten, die schnelle und einfache Kommunikation in Gruppen und das Behalten des Überblicks. Schwierig ist dabei allerdings, den Überblick über den sich ständig vergrössernden und verändernden digitalen Werkzeugkasten zu behalten. Die Frage sollte daher nicht lauten: «Noch ein Tool?», sondern: «Welches Tool für welche Situation?».

Angeleitete Optimierung

Im Zuge der LSFM-internen Förderung zum Thema «Digital Transformation» wurden Ideen zu verschiedenen Themenblöcken ausgearbeitet, unter anderem zum Bereich «Self-Leadership/Self-Management». Darunter verstehen wir, Menschen die Mittel an die Hand zu geben, ihre Arbeitsweise aktiv, effizient und effektiv zu gestalten und zu optimieren und für sich persönlich passgenaue Abläufe und Werkzeuge zu wählen. Dazu wurde als Pilotprojekt der Prototyp eines Tool-Findungs-Quiz erarbeitet, um die Auswahl von digitalen Hilfsmitteln systematischer und reflektierter werden zu lassen. Ganz nach dem Motto: «Finde heraus, welche Tools sich für die Organisation und Durchführung deiner Gruppenarbeit am besten eignen!»

Wie funktioniert es?

Die Idee ist einfach: Durch Beantworten von ein paar wenigen Fragen zur gewünschten Funktionalität (z.B. Kommunizieren, Schreiben, Brainstormen, etc.) und dem Arbeitskontext (z.B. Einzel vs. Gruppe, Remote vs. vor Ort, etc.), werden die passenden Apps und Tools empfohlen. Bei der Empfehlung werden dabei vor allem Erfahrungswerte im ZHAW Lehr-/Lernumfeld sowie Datenschutzaspekte berücksichtigt. Um den Schritt von der Empfehlung zum Einsatz eines digitalen Werkzeugs so niederschwellig wie möglich zu halten, sind die entsprechenden Webseiten und weiterführende Inhalte, etwa mit Tutorials, verlinkt. Darunter befinden sich insbesondere auch passende ZHAW Angebote im entsprechenden Kontext, wie zum Beispiel die Unterstützung der Hochschulbibliothek zum Thema «Schreiben und Publizieren».

Vielversprechende Rückmeldungen

Der so entstandene «digitale Ratgeber» zur Auswahl eines passenden Tools läuft zurzeit auf Moodle und könnte in Zukunft allen ZHAW-Studierenden zur Verfügung gestellt und teils gezielt im Unterricht zu Beginn einer Projektarbeit eingesetzt werden. Erste Tests mit Studierenden waren sehr erfolgreich und zeigen, dass viele Studierende die Unterstützung zur Wahl eines Tools  begrüssen. Wichtig dabei ist, dass der hinterlegte Entscheidungsbaum ständig aktualisiert wird. Neue Tools müssen regelmässig hinzugefügt, ausgediente Tools entfernt und weiterführende Informationen angepasst werden. Eine Arbeit, die natürlich mit entsprechendem Aufwand verbunden ist – oder gibt es dafür auch ein Tool?


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