Einführung in das papierlose Studium

Im September beginnen zahlreiche Studierende mit einem Studium an der ZHAW in Wädenswil. Für vier der fünf Bachelorstudiengänge ist der Unterricht papierlos. Dieser Beitrag richtet sich an die zukünftigen Studierenden der Studiengänge Biotechnologie, Facility Management, Lebensmitteltechnologie und Umweltingenieurwesen.

Papierlos – was heisst das?

Im papierlosen Studium werden alle Lehrunterlagen online auf Moodle zur Verfügung gestellt. Sie können die Unterlagen jeweils vor dem Unterricht herunterladen und sie auf Ihrem persönlichen Notebook oder Tablet annotieren. Es steht Ihnen frei, die Unterlagen auszudrucken, aber wir ermutigen alle unsere zukünftigen Studierenden, diese Gelegenheit zu nutzen und im Studium vermehrt digital zu arbeiten. Das papierlose Studium ist eine gute Möglichkeit, sich wichtige digitale Kompetenzen anzueignen.

Online-Kurs zur individuellen Vorbereitung

Um Ihnen den Einstieg in das papierlose Arbeiten zu erleichtern, bieten wir einen Online-Kurs zur individuellen Vorbereitung an. Der Kurs ist als Selbstlerneinheit konzipiert und führt Sie durch verschiedene Aktivitäten, die Sie später auch im Studium antreffen werden, dazu gehören:

  • Unterrichts- und Lernmaterialien annotieren
  • Digitale Notizen und Skizzen erfassen
  • Datei Management in der Cloud
  • Digitale Dokumente teilen und mit anderen zusammenarbeiten

Bitte nehmen Sie sich mind. einen Tag Zeit und absolvieren Sie die Aktivitäten im Online-Kurs vor der Startwoche, damit Sie von den Unterstützungsangeboten in der Startwoche profitieren können. Für einige Aktivitäten benötigen Sie ein Login der ZHAW, dieses erhalten Sie, sofern Sie alle Immatrikulationsbedingungen erfüllt haben, bereits Ende August per Post zugeschickt, ansonsten spätestens am Montag in der Startwoche.

Digitale Werkstatt in der Startwoche

In der Startwoche bieten wir an zwei Terminen eine digitale Werkstatt an, in der Sie bei Fragen rund um das papierlose Studium und den Online-Kurs Unterstützung erhalten. Kommen Sie vorbei und nutzen Sie die Werkstatt als Ergänzung zum Online-Kurs um Fragen zu stellen und Ihre Apps und Programme fertig einzurichten. Unsere digital kompetenten Studierenden und Mitarbeitenden helfen Ihnen zu folgenden Zeiten gerne individuell weiter:

  • Mi, 13. September 2017 von 15:45 – 17:45 Uhr, Campus Grüental, GA 215
  • Fr, 15. September 2017 von 09:00 – 12:00 Uhr, Campus Reidbach, RA E0.03

Wir freuen uns, Sie auf Ihrem Weg zum papierlosen Studium online und in der Startwoche begleiten zu dürfen und wünschen Ihnen viel Freude beim Erkunden der digitalen Möglichkeiten!

Rückblick IAS Tag der Lehre – papierlos unterrichten

Am 10. Januar 2017 fand an der ZHAW in Wädenswil der IAS Tag der Lehre statt. Das Institut für Angewandte Simulation (IAS) widmete sich dieses Jahr dem Thema des papierlosen Unterrichts. Der Titel macht bereits klar, dass es hier vor allem um die Veränderungen geht, die sich im Klassenzimmer vollziehen, wenn Studierende im Unterricht plötzlich Notebooks und Tablets statt Papier nutzen. Was bedeutet das für die Lehrpersonen und ihren Unterricht? Anbei ein Rückblick aus meiner Sicht als Projektleiterin des Pilotprojektes zum papierlosen Studium.

Einstieg mit neuen Tools

Den Einstieg in das Thema machte Andri Puorger von Microsoft Schweiz. Herr Puorger zeigte auf, wie Lehrpersonen und Studierende digitale Technologien für das Lehren und Lernen nutzen können. Natürlich standen dabei die Microsoft Tools im Fokus. Herr Puorger zeigt einige neuere Microsoft Tools wie z.B. Office Mix, ein Add-In für PowerPoint, mit dem man vertonte PowerPoint Lektionen inkl. Video erstellen kann. Weiter ging es dann mit Office Forms für Umfragen und OneNote for Teachers, ein Plug-In for OneNote mit dem man schon fast ein LMS wie Moodle ersetzten könnte – aber eben nur fast – bei komplexeren Anforderungen wie der Anbindung an ein Schulführungssystem, der Durchführung von E-Assessments und der Frage nach dem Datenschutz dürfte die Lösung an ihre Grenzen stossen.

Herr Puorger machte unter anderem auch auf die Kompetenzen aufmerksam, welche Studierende für den Arbeitsplatz der Zukunft benötigen. Dazu gehören z.B. Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, Kreativität, aber auch sog. Filterkompetenz, Systemdenken und die Kompetenz für ein lebenslanges Lernen. Der Fokus lag dabei mehrheitlich bei den digitalen Kompetenzen der Studierenden und das Thema wurde im Laufe des Tages immer wieder aufgegriffen. Welche Kompetenzen die Lehrpersonen für den papierlosen Unterricht benötigen wurde hingegen nur am Rande diskutiert.

Rückblick auf bisherige Erfahrungen

Weiter ging es mit einem Rückblick auf unsere bisherigen Erfahrungen im Rahmen des Pilotprojektes und der Einführung des regulären papierlosen Studiums an der ZHAW in Wädenswil. Prof. Dr. Jack Rohrer, Dozent am Institut für Chemie und Biotechnologie und einer der Pioniere des papierlosen Studiums, zeigte auf, was sich für ihn durch das papierlose Studium verändert hat. In erster Linie war es für ihn als Dozent eine Erleichterung, weil er sich nicht mehr um das Ausdrucken der Unterlagen kümmern musste. Die didaktische Innovation hingegen findet nur statt, wenn der Dozent dies in seinem Kurs aktiv vorantreibt und die Nutzung digitaler Medien und Technologien als kognitive Tools in die Lernszenarien implementiert.

Hilfsmittel hin zu einer digital unterstützten Lehre

Diese Implementation der digitalen Technologien als produktive Hilfsmittel kann z.B. mit dem SAMR-Modell unterstützt werden. Das Modell sieht vor, dass digitale Technologien auf verschiedenen Ebenen eingesetzt werden können. Sie können z.B. ein Medium wie das Papier ersetzten oder auch gleich noch einige funktionelle Verbesserungen mit sich bringen. Nebst dieser Erweiterung bisheriger Möglichkeiten können digitale Technologien aber auch dazu genutzt werden, die Art und Weise zu verändern, wie wir miteinander interagieren. Auf dieser Ebene können digitale Technologien zur Modifikation bisheriger Lehr- und Lernszenarien oder sogar zu einer Neudefinition von Szenarien genutzt werden.

Die bisherigen Evaluationen an der ZHAW weisen darauf hin, dass Studierende digitale Technologien vor allem für den Ersatz von Papier und die erweiterte Nutzung mit einfachen funktionellen Verbesserungen wie z.B. Suchfunktion, Zoom, Wörterbuch usw. nutzen. Die Modifikation oder sogar Neudefinition des Lehrens und Lernens mit Hilfe digitaler Technologien hängt hingegen stark von den verwendeten Lernszenarien ab. Der Frontalunterricht beispielsweise profitiert nur bedingt von den digitalen Hilfsmitteln; die Studierenden besitzen zwar mit ihren Notebooks und Tablets ein mächtiges, produktives Hilfsmittel, sie können es aber aufgrund des Unterrichtssettings nur für das Mitschreiben und das Nachschlagen von Informationen nutzen. Da stellt sich natürlich die Frage, ob der Präsenzunterricht nicht auch für Lernaktivitäten genutzt werden könnte, bei denen die Studierenden einen aktiveren Part übernehmen, wie dies z.B. beim Flipped Classroom der Fall ist.

Wertvolle Erfahrungen für zukünftige Konzepte

Die bottom-up Innovation auf Kursebene, die am IAS Tag der Lehre in vielen Referaten sichtbar wurde, bildet eine wichtige Basis für die kommende Überarbeitung der Curricula. Einerseits kann die Hochschule damit auf einen wertvollen Fundus von konkreten Anwendungsbeispielen zurückgreifen und andererseits erkennen die Lehrpersonen dank der gemachten Erfahrungen mit dem papierlosen Unterricht bereits konkreten Anpassungsbedarf in ihren Unterrichtskonzepten. Ein Punkt war beispielsweise der volle Stundenplan der es den Studierenden teilweise kaum ermöglicht sich im Selbststudium z.B. auf einen Flipped Classroom Unterricht vorzubereiten.

Angela Martucci Siefert zeigte anhand des Bachelorstudiengangs in Umweltingenieurwesen auf, wie sich das Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen auf die Herausforderung des Lehrens und Lernens im digitalen Zeitalter vorbereitet. Im Zentrum steht dabei die Kompetenzorientierung und ein transferorientiertes Blended Learning Design mit Vorbereitungsphase, Präsenzphase und unterstützter Transferphase.

Von der Digitalisierung erhofft sich die Hochschule auch eine personalisiertere Lehre. Allerdings braucht es dafür Massnahmen, wie z.B. das vorgestellte Universal Design for Learning. Diese Empfehlungen basieren auf der Idee, dass Diversität bei den Lernenden die Regel und nicht die Ausnahme darstellt. Die darin empfohlenen Massnahmen können helfen, die Curricula, Kurse und Lernmaterialien so zu gestalten, dass sie eine stärkere Personalisierung der Lehre ermöglichen.

Anschliessend an die beiden Vorträge gab es einige konkrete Beispiele von Lehrpersonen an der ZHAW, wie der papierlose Unterricht gestaltet werden kann.

Mehr Dynamik dank weniger Papier

Dr. Andrea Baier zeigte auf, dass durch den Wegfall von Papier mehr Dynamik im Unterricht entstehen kann. Sie schätzt es, dass digitalen Unterlagen und Informationen immer verfügbar sind und sie den Unterricht flexibel auf die Bedürfnisse der Studierenden anpassen kann. Das bedeutet allerdings auch, dass ihr Unterricht vom WLAN und der Technik abhängig ist. An ihrem Beispiel konnte man gut sehen, wie die Nutzung digitaler Medien situativ in den Kontext eines Kurses eingebettet werde kann. So arbeiten die Biotechnologie-Studierenden beispielsweise neu mit Modellen aus einem 3D-Drucker oder erstellen selber Simulationen. Dadurch findet eine Transformation vom papierlosen Unterricht hin zu einer digital unterstützen Lehre statt, die viel weiter geht als der blosse Ersatz von Papier.

Erfahrungen mit Gruppenarbeiten und Open-E-Book Prüfungen

Auch Dr. Evelyn Wolfram war mit einer digitalen Herausforderung konfrontiert, als die Studierenden an der OpenBook Prüfung plötzlich ihre digitalen Unterlagen nutzen wollten. In der Pilotklasse wurden die Tablets für die OpenBook Prüfung in den Flugmodus versetzt, damit die Studierenden ihre digitalen Unterlagen während der Prüfung lokal nutzen konnten. Seit der Umstellung auf Bring Your Own Device ist das allerdings keine Option mehr, da zu viele verschiedene Geräte im Einsatz sind und die Klassen bedeutend grösser sind. Mittlerweile laufen an der ZHAW verschieden Pilotprüfungen mit dem Safe Exam Browser und virtuellen Desktops, um in Zukunft verschiedene Prüfungsszenarien elektronisch durchführen zu können. Evelyn Wolfram zeigte mit ihren Beispielen aber auch auf, dass Dozierende die Lösung nicht immer in der Technik suchen müssen. Sie führt ihre Prüfung im Qualitätsmanagement heute als mündliche Gruppenprüfung durch und hat damit einen Weg gefunden, ein QM-Audit authentisch zu simulieren und das erst noch besser, als es eine elektronische Prüfung jemals könnte.

Papierlos – konzeptlos?

Eher kritisch waren die Stimmen aus dem Informatikunterricht. Claudia Schmucki und René Hauck haben im Rahmen ihres Informatikkurses Defizite bei den digitalen Kompetenzen der Studierenden festgestellt. So führen z.B. nur wenige Studierende regelmässig ein Backup durch und auch mit der Bearbeitung der digitalen Unterlagen scheinen viele Studierende überfordert zu sein. Sie plädierten dafür, dass die digitalen Kompetenzen der Studierenden stärker gefördert werden. Unklar bleibt allerdings, wo und wann dies geschehen soll, denn sowohl die Startwoche wie auch den aktuellen Informatikunterricht halten sie dafür für ungeeignet. Dass es auch anders geht zeigt das Institut für Facility Management, welches die digitalen Kompetenzen in den Curriculum des Bachelorstudiengangs bereits aufgenommen hat und im Informatikunterricht neu Platz für die Förderung dieser Kompetenzen geschaffen hat. Klar ist, dass es im Rahmen des papierlosen Studiums noch viel Abstimmungsbedarf gibt. Zwar gibt es ein Konzept für die Umstellung auf das papierlose Studium, aber die Institute haben bei der Umsetzung viele Freiheiten. In der Regel wird die Umstellung an einer institutsinternen Klausur diskutiert und geplant, Dozierende des IAS und der AWG sind dort oft nicht anwesend, obwohl sie von der Umstellung in den Studiengängen ebenfalls direkt betroffen sind.

Das bewegte Papier

Prof. Dr. Karin Kovar und Iwo Zamora zeigten auf, wie digitale Technologien für die Simulation biologischer Phänomene genutzt werden können. Durch Simulationen und Analogien erwachen die komplexen mathematischen Formeln zum Leben und Studierende, die sonst Mühe hätten, das Verhalten bestimmter Organismen direkt aus der mathematischen Formel abzuleiten, erhalten einen anderen Zugang zur Materie. Das Beispiel zeigt sehr schön das zuvor erwähnte Potenzial des Universal Design for Learning auf, denn mit den vielfältigen Darstellungsformen und Ausdrucksweisen, die digitale Technologien ermöglichen, kann besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Studierenden eingegangen werden.

In ihrem zweiten Beispiel ging Karin Kovar auf ihr mit einem Lehrpreis ausgezeichnetes Konzept der New Business Opportunity (NBO) und mögliche Weiterentwicklungen ein. Sie zeigte auf, dass Studierende in ihrem Kurs nicht nur papierlos, sondern vor allem auch beweglich, interaktiv und selbstbestimmt agieren. Ziel ist es, die Studierenden auf die Anforderungen des Marktes vorzubereiten und sie mit den NBO’s unter anderem mit einem Mentoring Programm bereits während des Studiums in die Biotech-Community einzuführen.

Papierloses Studium in language learning – does it work?

Dr. Caroline Hyde-Simon zeigte Chancen und Schwierigkeiten für den papierlosen Englischunterricht auf. So nutzt sie beispielsweise digitale Tools wie Quizlet oder Padlet sowie soziale Medien wie Pinterest und Facebook, damit Studierende fachspezifische englische Beiträge oder Wortschatz sammeln und teilen können. Sie beobachtete auch, dass mehrere Studierende bereits von Hand oder mit einem Stift in die digitalen Unterlagen schreiben. Das Schreiben von Hand oder mit der Tastatur war bei vielen Vorträgen ein Thema.

Schreibberatung ohne Papier

Auch Beatrice Dätwyler hat sich im Rahmen ihrer Schreibberatung mit dem Thema befasst und festgestellt, dass viele Studierende Mühe haben, die Notizen direkt in den wissenschaftlichen Artikeln zu erfassen. Oft machen sie sich die Notizen nebenbei in einem anderen Programm, was für das Textverständnis weniger effizient ist. Sie hat in Ihrem Beitrag auch zahlreiche Studien zitiert, die sich mit der Frage befassen, ob man besser mit Papier oder digitalen Medien lernt und dafür plädiert, dass Studierende wählen können, ob sie mit digitalen Unterlagen oder mit Papier arbeiten und lernen. Wichtig für den Lernprozess scheint, dass das Gelesene oder Gehörte in eignen Worten wiedergegeben wird. Die langsamere Handschrift zwingt einem eher dazu, das Gehörte stichwortartig zusammenzufassen. Allerdings kann dies auch digital geschehen, wenn sich die Studierenden der Wichtigkeit dieser Lerntechnik bewusst sind.

Mehr als nur eine digitale Datenablage

Peter Marty wollte den Studierenden in seinem Kurs mehr bieten als einfach digitale Unterlagen auf Moodle zur Verfügung zu stellen und hat angefangen, ausgehend von Moodle eine integrale digitale Lernumgebung zu schaffen, in der digitale Technologien zur Unterstützung der Lehr- und Lernprozesse didaktisch sinnvoll, differenziert und reflektiert eingesetzt werden.

Digitales Lernen in der Weiterbildung

Christoph Gütersloh, Dozent und Berater am IAP, war an diesem Nachmittag eher ein Exot unter all den Dozierenden aus Wädenswil. Sein Beitrag über digitales Lernen in der Weiterbildung am Institut für Angewandte Psychologie (IAP) zeigte den Teilnehmenden allerdings ein paar spannende neue Perspektiven auf. Während in der Hochschuldidaktik der Fokus stark auf dem Erwerb und der Transformation von Wissen liegt, setzt das IAP in der Weiterbildung stark auf die Handlungsorientierung im Sinne von Workplace Learning, die Reflexion sowie das soziale Lernen. Für Weiterbildungsteilnehmende ist es wichtig, im Laufe ihrer Weiterbildung in eine Community hinein zu wachsen und sich neue Quellen für Anregungen und Innovation zu erschliessen.

Bei dieser Aufgabe können digitale Tools für das Community Building nützliche Dienste leisten. So nutzt Christoph Gütersloh beispielsweise in seinem Kurs das soziale Netzwerk Slack und führte eine öffentliche Expertenkonferenz auf Blab (nicht mehr verfügbar) durch, an der auch externe Mitglieder aus der Community teilnehmen konnten. Das Beispiel der Expertenkonferenz zeigt auf, wie digitale Technologien die Art und Weise verändern können, wie wir miteinander interagieren. Communities werden digital leichter zugänglich und Studierende können beispielsweise öffentliche Social Media Tools wie Twitter für Backchannel Learning nutzen oder über Hootsuite kollektive Rechercheaufträge ausführen und dabei bereits mit der Community in Kontakt treten. Die Herausforderung besteht für Christoph Gütersloh vor allem darin, eine solche Learning Community am Leben zu erhalten und die Mitglieder dazu zu bringen, dass sie sich gegenseitig helfen.

Der diesjährige Tag der Lehre zeigte auf, dass der papierlose Unterricht ein Türöffner für die digital unterstütze Lehre sein kann und digitale Medien und Technologien beim Lehren und Lernen einen Mehrwert bieten können, sofern die Rahmenbedingungen und die Lehr- und Lernszenarien dies erlauben. Er zeigte aber auch die zahlreichen Veränderungen und Herausforderungen auf, welche die Digitalisierung für die Studierenden, die Lehrpersonen und die Hochschule mit sich bringt und man merkte, dass wir mitten in einem Wandel stecken. Immerhin befinden wir uns bereits mittendrin in diesem Prozess und haben ein gutes Fundament aus Erfahrungen, auf das wir aufbauen können.

Weitere Informationen zum IAS Tag der Lehre finden Sie unter: https://www.zhaw.ch/de/lsfm/institute-zentren/ias/weiterbildung/ias-tag-der-lehre/

Die Vorträge finden Sie unter https://moodle.zhaw.ch/course/view.php?id=1646

Mobiles Arbeiten ergonomisch gestalten

Das Arbeiten mit digitalen Unterlagen im Unterricht und Selbststudium hat zur Folge, dass wir immer häufiger mit dem Notebook und Tablet arbeiten und für längere Zeit auf den Bildschirm schauen. Es ist wichtig, dass Sie dabei auf eine ergonomische Arbeitsweise achten, um Ihre Rückenmuskulatur, die Wirbelsäule, den Nacken und insbesondere auch Ihre Augen zu schützen.

Wir haben Ihnen unter anderem mit Unterstützung der Fachstelle für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) des Departements Gesundheit der ZHAW einige Infos zusammen gestellt, wie Sie Ihre Gesundheit beim papierlosen Arbeiten schützen können.

Prüfen Sie die Ergonomie am Arbeitsplatz

Überprüfen Sie die Ergonomie an Ihrem Arbeitsplatz zu Hause, im Büro oder allenfalls auch mal im Schulzimmer mit der EKAS-Box der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS). Das Tool führt Sie unter Anleitung von kurzen Videosequenzen durch die ergonomische Einstellung von Bürostuhl, Tisch, Maus, Tastatur und Bildschirm.

Mobiles Arbeiten mit dem Notebook

Insbesondere bei der Arbeit mit dem Notebook oder Tablet zu Hause besteht die Gefahr, dass man z.B. auf dem Sofa sitzend für längere Zeit eine schlechte Haltung einnimmt. Gerade auf dem Sofa sollten Sie zudem darauf achten, dass Sie elektronisch Geräte nicht direkt auf dem Schoss platzieren. Doch nicht nur zu Hause, sondern auch an der Hochschule arbeiten Studierende oft an Orten, an denen sie die Stühle und Tische nicht verstellen können.
Die folgenden drei Videos sind ohne Ton und stammen von Vodafone España.

Falls Sie oft von unterwegs aus arbeiten, z.B. im Zug oder in der Bibliothek finden Sie in diesem Video zusätzliche Tipps, um die Situation an mobilen Arbeitsplätzen zu verbessern.

Nutzung des Smartphones

Smartphones spielen im papierlosen Unterricht zwar eine untergeordnete Rolle, aber sie sind für viele von uns nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Deshalb finden Sie auch hierzu ein paar nützliche Tipps im unten stehenden Video von Vodafone.

Gönnen Sie Ihren Augen eine Pause

Gerade die Augen gehen bei der Bildschirmarbeit gerne mal etwas vergessen und wir merken nicht, dass wir stundenlang angestrengt in den Bildschirm starren. Der Schweizer Optikerverband SOV hat deshalbt ein paar PC-Tipps zusammen gestellt:

  • Zwischendurch immer mal wieder in die Ferne schauen, z.B. aus dem Fenster zu einem Baum oder zum Horizont.
  • Regelmässig blinzeln, damit die Augen befeuchtet werden.
  • Bildschirm regelmässig reinigen, um Irritationen durch Fingerabdrücke usw. zu verhindern.
  • Für gute Beleuchtung sorgen, Dämmerlicht vermeiden.
  • Regelmässig Lüften.
  • Rauch und Zugluft vermeiden.
  • Entspannungsübungen wie z.B. dieses kurze Augen Yoga

Abstand halten zu elektromagnetischen Feldern

Die Nutzung digitaler Technologien führt auch dazu, dass wir häufiger mobil via WLAN oder Mobilfunknetzwerk im Internet surfen. Der körpernahe Einsatz von Notebooks und Tablets führt zu länger andauernden Strahlungsexpositionen deren gesundheitliche Auswirkungen noch ungenügend erforscht sind.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat auf seiner Webseite Empfehlungen für Personen zusammengestellt, welche elektromagnetische Felder in ihrer Wohnung oder am Arbeitsplatz klein halten möchten, so z.B.

  • das WLAN auf den Geräten nur einschalten, wenn es benötigt wird.
  • mind. 1 Meter Abstand zu Access Points halten.
  • Die Geräte während der WLAN-Verbindung nicht am Körper halten (siehe oben).
  • Beim Telefonieren Kopfhörer verwenden.
  • Im Innern von Gebäuden oder im Zug WLAN zum Telefonieren und zur Datenübertragung anstelle des Mobilfunknetzes verwenden.

Ausführliche Informationen zu elektromagnetischen Feldern sowie eine komplette Liste der Empfehlungen finden Sie auf der Webseite des BAG.

Neuer Blog „Lehren und Lernen“

Die ZHAW hat einen neuen Blog zum Thema Lehren und Lernen unter http://blog.zhaw.ch/lehren-und-lernen.

Auf dem neuen Blog stehen innovative Lehr- und Lernszenarien im Fokus und er wird vom Ressort Lehre zusammen mit einer vielfältigen Gruppe von Hochschulangehörigen aus der Lehre und Weiterbildung betrieben.

Der neue Blog ist eine sinnvolle Ergänzung zu unserem bestehenden Blog, der zurzeit über 1’000 Besucher pro Woche verzeichnet. Das papierlose Studium ist in den letzten Jahren immer mehr zu einem Treiber der Digitalisierung in der Lehre geworden und der Einsatz neuer Technologien fördert und fordert auch den Einsatz neuer Lehr- und Lernszenarien.

Wir haben bereits einen ersten Beitrag beigesteuert und werden hoffentlich auch in Zukunft Zeit finden, um auf dem neuen Blog spannende didaktische Themen mit Ihnen zu diskutieren.

Kurs: Study smarter, not harder!

Sie stolpern immer wieder über das richtige Zeitmanagement für die Prüfungsvorbereitung? Sie werden bald Ihre Bachelorarbeit schreiben und brauchen gute Literatur? Sie suchen Tools, die Sie beim Lernen unterstützen, aber möchten gleichzeitig nicht in digitale Fallen tappen?

Im Kurs study smarter not harder werden diese Fragen aufgegriffen und unsere Experten geben Ihnen Ideen, Strategien und Tools für die Gestaltung Ihrer Lernumgebung an die Hand, damit Sie Ihr Studium erfolgreich(er) managen können. Sie werden dazu angeregt, Ihre Lernstrategien kritisch zu reflektieren und zu optimieren, damit das Lernen nicht nur effizienter werden kann, sondern auch mehr Spass macht.

Der Kurs ist für ZHAW Studierende aus allen Departementen kostenlos und wird online durchgeführt. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt – bei Interesse bitte rasch anmelden.

Weitere Informationen und Anmeldung

Projekt Neptun Verkaufsfenster bis 3. Oktober 16

Projekt Neptun

Projekt Neptun

Studierende die noch auf der Suche nach dem passenden Notebook oder Tablet fürs Studium sind können noch bis 3. Oktober 2016 vom Verkaufsfenster des Projekts Neptun profitieren.

Das Projekt Neptun bietet ausgewählte Notebooks und Tablets zu Sonderkonditionen für Studierende und Hochschulmitarbeitende an. Die angebotenen Modelle werden alle 2-3 Jahre neu evaluiert und vom Team des Projekts Neptun ausführlich getestet.

Im Angebot sind Geräte wie z.B. das Microsoft Surface Pro 4, diverse Lenovo Yoga ThinkPads sowie Macs und das iPad Pro. Die Anforderungen an die Hard- und Software für ein Studium an der ZHAW in Wädenswil finden Sie hier.

Weiter zum Projekt Neptun: www.projektneptun.ch

Help Points und Leihrechner

Wer beim Projekt Neptun ein Gerät bestellt erhält an den Help-Points in Zürich, Basel und Luzern Hilfe, sollte es Mal ein Problem mit dem Tablet oder Notebook geben. Für unsere Studierenden befindet sich der nächste Help-Point an der ETH Zürich:

Projekt Neptun Help Point Zürich
c/o ETH Store Sonneggstrasse
ML-Gebäude (Stock D, Raum 14)
Sonneggstrasse 3
8092 Zürich, Schweiz
kontakt@projektneptun.ch
Tel. +41 44 632 72 00

Ausserdem gibt es an den Help-Points einige Leihrechner, welche Kunden, deren Neptun-Rechner allenfalls zur Reparatur eingesandt werden muss, für die Dauer der Reparatur zur Verfügung gestellt wird.

Startwoche

Nächsten Montag, 12. September 2016 starten über 400 neue Studierende mit der Startwoche in ihr Studium an der ZHAW Life Sciences und Facility Management in Wädenswil.

Papierloser Unterricht

Die Bachelor-Studiengänge Biotechnologie, Facility Management und Umweltingenieurwesen werden papierlos unterrichtet, d.h. es werden keine Unterlagen auf Papier verteilt. Die Lehrunterlagen stehen in der Regel jeweils mind. 24h vor dem Unterricht auf der Lernplattform Moodle unter https://moodle.zhaw.ch zum Download bereit.

badge-paperlessPaperless Parcours

Die rund 340 neu eintretenden Studierende aus den drei Studiengängen besuchen entweder am Mittwoch- oder Donnerstagnachmittag einen 2-stündigen Paperless Parcours (Login benötigt). Dieser Parcours besteht aus fünf verschiedenen Posten an denen die Studierenden selbständig Aufgaben mit digitalen Dokumenten lösen und sich damit die Grundlagen für das papierlose Arbeiten aneignen.

Der aktive Parcours wurde von den Studierenden des 3-jährigen Pilotprojektes im Bachelorstudiengang Biotechnologie vorgeschlagen und wir sind gespannt, ob sich das neue Konzept bewährt. Die Posten werden vor Ort von erfahrenen Studierenden höherer Studiengänge sowie von Mitarbeitenden des E-Learnings betreut.

Ziel des Parcours ist, dass die Studierenden die wichtigsten Applikationen für das papierlose Studium kennen und sie sich durch das aktive Ausprobieren die Grundlagen für das papierlose Arbeiten aneignen, damit sie für den papierlosen Unterricht ab dem 19. September 2016 gerüstet sind. Trotz einer Einführung benötigen die Studierenden aber erfahrungsgemäss eine Eingewöhnungszeit von 2-3 Wochen, bis sie wirklich effizient papierlos arbeiten können.

Digitale Kompetenzen

Nach einem 3-jährigen erfolgreichen Pilotprojekt in der Biotechnologie wird das papierlose Studium diesen Herbst auf zwei weitere Studiengänge ausgeweitet und auf Bring Your Own Device (BYOD) umgestellt. Das papierlose Lehren und Lernen stellt sowohl für Studierende wie auch für Dozierende eine Herausforderung dar und wir versuchen sie in diesem Prozess bestmöglich mit Empfehlungen, Tipps und Hilfsmitteln sowie mit Schulungsangeboten wie dem Paperless Parcours für Studierende oder den PaperLESSons und den E-Learning Cafés für Lehrpersonen zu unterstützen. Gleichzeitig ist das papierlose Studium aber auch eine grosse Chance für die Hochschulangehörigen, mit der Digitalisierung Schritt zu halten und sich wichtige digitale Kompetenzen für den Arbeitsplatz der Zukunft anzueignen.

Um diese digitalen Kompetenzen bei den Studierenden nachhaltig zu fördern werden im Informatikunterricht ebenfalls Themen wie Dateimanagement in der Cloud, virtuelle Collaboration und das Arbeiten mit digitalen Unterlagen behandelt. Damit sind diese Kompetenzen nicht nur Teil des Studienalltags, sondern auch Teil des Curriculums.

icon-wegVorbereitung für den Paperless Parcours

  1. Bitte bringen Sie Ihr Tablet oder Notebook mit voll aufgeladenem Akku und mit konfiguriertem WLAN und ZHAW E-Mail mit an den Paperless Parcours. Die Anleitungen für die Konfiguration finden Sie auf dem Intranet und im Moodle Kurs „Computer einrichten“. Halten Sie Ihr ZHAW-Login bereit.
  2. Stellen Sie sicher, dass Sie je nach Gerätetyp eine Apple ID (iPad), ein Microsoft Konto (Windows) oder einen Google Account (Android) eingerichtet haben. Hinterlegen Sie in Ihrem Account eine Kreditkarte, falls Sie planen, kostenpflichtige Apps* zu kaufen. Halten Sie Ihre Zugangsdaten bereit, damit Sie bei Bedarf zusätzliche Apps installieren können.
  3. Installieren Sie bitte mindestens die empfohlene kostenlose Software bereits vor dem Besuch des Paperless Parcours. Vor allem grössere Softwarepakete wie Office 365 auf Windows haben eine lange Installationszeit. Sie werden am Parcours keine Zeit dafür haben.

* Einige der empfohlenen Apps sind kostenpflichtig und werden von der Hochschule nicht zur Verfügung gestellt. Sie sind in der Wahl Ihrer Apps frei, falls Sie aber eine der kostenpflichtigen Apps installieren möchten, müssen Sie in Ihrem Account bei Apple, Google oder Microsoft eine Kreditkarte hinterlegen. Bitte kümmern Sie sich vor dem Besuch des Parcours um diese Einstellungen, Sie werden am Parcours keine Zeit dafür haben.

Weitere Informationen für Studierende

Es geht weiter: papierloses Studium im Herbst 15

Das Pilotprojekt zum papierlosen Studium wird noch ein Jahr weitergeführt. Nach einem erfolgreichen Start im 2013 hatten wir letztes Jahr mit den technischen Problemen der Windows-Tablets zu kämpfen. Da das papierlose Studium aber, abgesehen von den technischen Problemen, weiterhin auf Zustimmung stösst, werden auch die neu eintretenden Studierenden des Bachelorstudiengangs in Biotechnologie ab Herbst 2015 papierlos arbeiten.

Wir freuen uns sehr über diese Entscheidung und möchten die Gelegenheit nutzen, um uns mal bei allen Beteiligten zu bedanken:

♣ Danke!

  • an die engagierten Studierenden und Dozierenden, die sich als Pioniere am papierlosen Studium beteilgen und sich von den technischen Problemen nicht entmutigen lassen.
  • an die Instituts- und Departementsleitung, für die Unterstützung.
  • an die Studiengangsleitung, die ICT-Abteilung, den Rechtsdienst, das Studiensekretariat und alle, die so fleissig an diesem Projekt mitarbeiten.
  • an die über 20’000 Besucher dieses Blogs und die wertvollen Rückmeldungen unserer Leser.

Zweite Chance für das Dell Venue 11 Pro

Aus Fehlern kann man lernen. Wir hoffen, dass nicht nur wir, sondern auch Dell aus den letztjährigen Fehlern gelernt hat und geben dem Dell Venue 11 Pro nochmals eine Chance: Die neue Version 7140 hat einige Verbesserungen erfahren. Das Gerät hat neu einen Intel® Core™ M-5Y71 Prozessor und eine leisere, passive Lüftung. Der Touchscreen und die damit verbundene Stifterkennung wurden ebenfalls verbessert. Viele der letztjährigen Dell Venue 11 Pro hatten grosse Mängel bei der Stifterkennung, der Prozessorleistung und dem Tastaturanschluss.

Das neue Modell Dell Venue 11 Pro 7140 machte in unseren Tests einen soliden Eindruck. Allerdings wurde die externen Tastatur nach dem Starten aus dem Standby-Modus manchmal nicht sofort erkannt. Windows-Tablets bleiben generell fehleranfälliger und Nutzer eines Dell Venue 11 Pro müssen leider damit rechnen, dass das Gerät im Laufe des Studiums einige Kinderkrankheiten aufweisen könnte.

Das Microsoft Surface Pro, das wir im 2013 getestet hatten, hat sich im Studium bewährt. Es ist aber leider wegen des hohen Preises und dem mangelhaften Support aus dem Rennen gefallen.

Bewährtes Apple iPad

Sehr gute Erfahrungen haben wir in den letzten 3 Jahren mit den iPads gemacht, daher bieten wir dieses Jahr das iPad Air 2 ebenfalls wieder an. Das iPad hat sich als sehr zuverlässig und robust erwiesen. Allerdings wird das Gerät dieses Jahr neu mit dem Logitech Ultrathin Keyboard Cover ausgeliefert. Das letztjährige Logitech Type+ Keyboard hat sich nicht bewährt. Die Halterung für das iPad Air ist bei vielen Nutzer schon nach wenigen Wochen abgebrochen. Auch beim Stift gibt es eine Änderung: Der bisherige Stift Bamboo Stylus hat sich zwar grundsätzlich bewährt, aber viele Studierende haben sich einen Stift mit einer dünneren Spitze gewünscht. Daher wechseln wir dieses Jahr auf den neuen Adonit Jot Pro V2.

Windows oder iOS – da scheiden sich die Geister

Obwohl das iPad bedeutend weniger Probleme macht als die Windows-Tablets gab es in den letzten zwei Jahren viele Studierende, die ein Gerät mit Windows Betriebssystem bevorzugten. Dies hat uns überrascht, da viele Studierende bereits ein iPhone besitzen und folglich bereits mit iOS vertraut sind. Allerdings unterscheidet sich die private Nutzung von iOS von der produktiven Nutzung während des Studium. Es macht einen Unterschied, ob man mit einem Gerät WhatsApp Nachtrichten schreibt, im Internet surft, Musik hört und Videos schaut oder ob man damit während einer Vorlesung Notizen macht, in Arbeitsblätter reinschreibt, Internetrecherchen durchführt und Skripte oder E-Books liest.

Windows ist traditionell bereits mit dem Businesseinsatz assoziiert und daher oft die naheliegendste Wahl. Einige Nutzer sind auch der Meinung, dass man mit einem iPad nicht produktiv arbeiten kann. Das Pilotprojekt zeigt aber etwas anderes: In unseren Untersuchungen waren sowohl iOS- wie auch Windows-Nutzer nach einer Eingewöhnungszeit von 2-3 Wochen in der Lage, produktive Arbeiten mit dem Tablet auszuführen. Es gibt sowohl für iOS als auch für Windows-Tablets gute Apps für handschriftliche Notizen und die Bearbeitung von Lehrunterlagen. Ob Windows oder iOS scheint am Ende eher eine Frage der Gewohnheit, der richtigen Software, der Rahmenbedingungen und nicht zuletzt auch der persönlichen Vorlieben zu sein.

Die Vorbereitungen für das Herbstsemester 2015 sind bereits in vollem Gange. Unsere zukünftigen Studierenden in Biotechnologie erhalten in den nächsten Tagen ein E-Mail mit allen wichtigen Informationen zur Bestellung des Tablets. Wir sind gespannt, für welches Gerätemodell sie sich entscheiden werden.

Generation Y im Fokus – Rückblick auf die SeLC 2015

Swiss E-Learning Conference SeLC 2015

14./15. April 2015, Zürich
www.selc.ch

Am 14. und 15. April 2015 trafen sich die E-Learning Experten aus der Schweiz und dem angrenzenden Ausland an der Swiss E-Learning Conference SeLC in Zürich. Die Konferenz  dreht  sich in erster Linie um den Einsatz von E-Learning in Unternehmen, zieht jedoch auch immer viele Teilnehmende aus den Hochschulen an.
Dieses Jahr war das Thema für uns besonders spannend, da sich die Konferenz ganz der Generation Y verschrieben hatte. Das sind die Millennials, die zwischen 1977 und 1998 geboren sind und bei uns gerade papierlos studieren.

Generation Y im Fokus der Unternehmen

In einigen Jahren wird ein Grossteil der Mitarbeitenden in Unternehmen aus dieser Generation stammen, daher beginnen die Unternehmen sich langsam Gedanken über die Besonderheiten dieser Generation zu machen.

Die Millenias werden gerne als faul, selbstverliebt und internetsüchtig dargestellt. Unternehmen fürchten, dass den Mitarbeitenden dieser Generation eine ausgeglichene Work-Life-Balance und sinnvolle Tätigkeiten in Zukunft wichtiger sein könnten als Karriere und finanzielle Sicherheit.

Regionale und geschlechterspezifische Unterschiede

Deloitte präsentierte an der Konferenz eine Studie, die regionale und geschlechterspezifische Unterschiede bei den Karriereerwartungen der Millennials aufzeigt. Millennials aus Schwellenländern streben viel eher nach einer prestigeträchtigen Führungsfunktion als ihre Pendants in Westeuropa, die eher nach Selbständigkeit und sinnvollen, innovativen Jobs in KMUs streben. Weibliche Studentinnen fühlen sich zudem weltweit weniger gut auf eine Führungsposition vorbereitet als Männer. Doch sind das wirklich generationsspezifische Merkmale oder spielen da noch ganz andere Faktoren eine Rolle?

Digital Natives oder doch eher digital sozialisiert?

Millennials werden oft auch als Digital Natives bezeichnet; dabei sind die Älteren unter ihnen erst relativ spät mit digitalen Medien in Berührung gekommen. Sie sind also vielmehr digital sozialisiert. Sie sind mobil, vernetzt und haben die digitalen Medien so stark in ihren Alltag integriert, dass sie sich nicht mehr vorstellen können, wie es wäre, wenn sie z.B. in einer fremden Stadt ein Restaurant ohne Hilfe von Google Maps finden müssten.

Die Generation hat wie keine andere vor ihr gelernt, neue Medien und Technologien zu ihrem Nutzen einzusetzen und Aufmerksamkeit in den Sozialen Medien zu monetisieren; es gibt Millennials die mit ihren Videokanälen auf YouTube 350‘000$ pro Jahr verdienen.

Vernetzt, mobil und multimedial

Es erstaunt nicht, dass Videos und visuelle Medien eine wichtige Rolle spielen, wenn man Lerninhalte für Millennials anbieten will. Der Trend geht hier in Richtung mobiler, multimedialer und vernetzter Lernangebote. Die Hochschulen müssen sich jedoch schon bald auf die nächste Generation X vorbereiten die tatsächlich schon sehr früh mit digitalen Medien in Kontakt gekommen ist; hier werden Gamification, persönliche Profile und Mobile Learning nochmals an Bedeutung gewinnen – allerdings ist diese Zielgruppe noch sehr jung, so dass sich die Anforderungen noch verändern könnten.

Informelles Lernen als neuer Trend in Unternehmen

Unternehmen hingegen sind zurzeit hauptsächlich mit der Generation Y beschäftigt und haben erkannt, dass sie ihre Unternehmenskultur ändern müssen, wenn sie junge Talente dieser Generation behalten wollen. Sie investieren daher überraschend viele Ressourcen in die Förderung des informellen Lernens und die Vernetzung der Mitarbeitenden über die Organisationseinheiten hinaus. Sie haben zwar verstanden, dass die Millennials gerne selbstorganisiert und vernetzt arbeiten, aber die Führungskräfte, die oft aus älteren Generationen stammen, haben Mühe, die Philosophie des „learning by doing“ im Arbeitsalltag zu unterstützen und ihren Mitarbeitenden den Freiraum zu geben, den sie für das informelle Lernen benötigen.

Das erfolgreiche Beispiel der Swisscom Community Plattform „Ask the Brain“ zeigt deutlich, wie wichtig die Unterstützung der Führungskräfte und ein Kulturwandel für das informelle Lernen sind. Andere Unternehmen haben zwar ebenfalls Online Communities eingeführt, haben damit aber nur halb so viel Erfolg, weil Lernzeit oft nicht als Arbeitszeit angesehen wird und die Mitarbeitenden folglich kaum Ressourcen haben, um sich aktiv in die Community einzubringen.

Der Trend in Richtung informelles Lernen in den Unternehmen ist aber auch ein Wink für die Hochschulen. Sicherlich wird die formale Bildung weiterhin einen hohen Stellenwert behalten, sie dürfte aber in Zukunft vermehrt den Gegenwind von informellen Lerninitiativen zu spüren bekommen.

Die Generation Y gibt es nicht

Am Schluss der Konferenz war sich das Publikum einig, dass die Generation Y, so Klischeehaft wie sie in den Medien oft dargestellt wird, nicht existiert. Es gibt viele Einflussfaktoren, die unser Verhalten beeinflussen und wir können das Verhalten eines 17-jährigen Teenagers genauso wenig mit dem Verhalten eines 30-jährigen Arbeitnehmers gleichsetzen wie dessen Erwartungen an eine motivierende und inspirierende Lehr- und Lernumgebung.

Das papierlose Studium war kein direktes Thema an der Konferenz. Die mobilen Endgeräte kommen aber den Bedürfnissen der Millennials klar entgegen, da sie das selbstorganisierte, mobile und vernetzte Arbeiten unterstützen und Videos, Games, Internetressourcen und Social Media als Lernressourcen erschliessen.

Rückblende einzelner Beiträge

Sie finden hier eine Rückblende auf einige Konferenzbeiträge aus meiner persönlichen Sicht als E-Learning Verantwortliche an einer Hochschule.
Die offizielle Programmrückblende finden Sie auf www.selc.ch.
Auf Twitter #selc15 wurden zudem ebenfalls viele Kommentare zur Konferenz veröffentlicht:

Die Generationenlücke
Nicolai Andersen, Partner und Innovation Leader, Deloitte
Karl-Ludwig Knispel, Deloitte Consulting GmbH

Generation Social Media
Philippe Wampfler, Lehrer, Kantonsschule Wettingen

Lernen grenzenlos
Simon Dückert, CEO Cogneon GmbH

Marketplace

  • Lernen der Generation Y
    Ansichten, Erfahrungen, Erwartungen aus Sicht von Studierenden
  • Community Based Learning bei der Swisscom
    René Marques, Swisscom AG
  • Social Learning – oder: Technologieunterstütztes Lernen in einer Grossbank
    Sabine Gori, Credit Suisse AG
  • Gen Z – So lernt die nächste Generation!
    Pamela Aeschlimann, Projektleiterin, LerNetz AG, Andreas Hieber, Leiter Geschäftsbereich „Schule“ und Mitglied der Geschäftsleitung, LerNetz AG
  • Personalisiertes Lernen: Einen adaptiven Kurs in einem LCMS bauen?
    Prof. Per Bergamin, Leiter Institut für Fernstudien- und e-Learningforschung, Fernfachhochschule Schweiz, Anna Lupandind, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Workplace Learning – digitale Lernlandschaften für ein Lernen der neuen Generation
    Dipl. Pädagoge/MA Axel Wolpert, Senior Sales Consultant, time4you GmbH communication & learning
  • „The digital impact on expectations and behaviour“ Drei Megatrends im Fokus
    Marion Marxer, Selbständige Unternehmerin, Studienleiterin CAS Multichannel Management, HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich (Beitrag der Swiss Online Marketing Messe)

Ergebnisse aus der JAMES-Studie

Die im Februar 2015 publizierte JAMES-Studie der ZHAW und Swisscom untersucht alle zwei Jahre den Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz (JAMES = Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz). Die Studie bietet uns einige interessante Einblicke in die mediale Lebenswelt der 12- bis 19-Jährigen – eine Generation, die in wenigen Jahren an unserer Hochschule studieren wird.

Anbei einige Ergebnisse aus der Studie, die das papierlose Studium betreffen könnten.

Fast alle Jugendlichen besitzen ein eigenes Handy

  • 98% der Jugendlichen besitzen ein eigenes Handy
  • 76% besitzen einen eigenen Computer oder Laptop
  • 29% besitzen ein eigenes Tablet

Rund die Hälfte der Jugendlichen, die ein Handy besitzen, haben ein Apple Gerät, gefolgt von Samsung, HTC, Nokia, Sony/Sony Ericson, Huawai und LG.

Der Besitz der Tablets hat sich im Vergleich zur letzten Erhebung im 2012 fast verdreifacht: Mittlerweile besitzen 68% der Haushalte ein Tablet. Interessanterweise ist der Prozentsatz von Tablet-Besitzern in der Schweiz höher als in Deutschland, wo nur jeder fünfte Jugendliche ein solches Gerät besitzt.

Der Besitz von Laptop und Computer nimmt mit dem Alter zu. Von den 18-/19-Jährigen besitzen bereits 87% einen eigenen Laptop. Viele Jugendliche besitzen folglich bereits ein eigenes Mobiltelefon und einen Laptop, bevor Sie bei uns ein Studium beginnen.

Surfen, Musik hören und Fernsehen sind beliebteste mediale Tätigkeiten

Der mediale Alltag der Jugendlichen ist geprägt von Handy und Internet nutzen, Musik hören und Fernsehen. Beinahe die Hälfte der Jugendlichen gab an, selten oder nie ein Buch zu lesen. Besonders schlecht schnitten die E-Books ab; 73% gaben an, dass sie noch nie ein E-Book gelesen haben. Wenn also überhaupt gelesen wird dann eher auf Papier.

Spannend ist dann aber doch, dass viele Jugendliche bei den liebsten Freizeitbeschäftigungen, die sie alleine ausüben, das Lesen gleich an zweiter Stelle nach dem Fernsehen nannten. Gemeinsam mit Freunden stehen hingegen hauptsächlich nonmediale Aktivitäten wie reden und plaudern, shoppen, in den Ausgang gehen und Sport auf dem Programm.

Zugenommen haben im Vergleich zu den Erhebungen von 2010 und 2012:

  • die Nutzung von Handy und Internet,
  • das Produzieren von digitalen Fotos und Videos,
  • das Lesen von Online-Tageszeitungen.

Die Internetnutzung hat in den letzten Jahren nicht zugenommen. Jugendliche verbringen unter der Woche täglich durchschnittlich rund zwei Stunden im Internet. Am Wochenende und in den Ferien ist es eine Stunde mehr.

Bemerkenswerter Aufstieg der Online-Videoportale

YouTube.com ist die mit Abstand beliebteste Webseite der Schweizer Jugendlichen. Gefolgt von Facebook.com und Google.ch. Der Konsum von Online-Videos hat damit das Stöbern in sozialen Netzwerken vom 1. Platz verdrängt.

YouTube und ähnliche Videoportale sind so beliebt, dass sie von Vier Fünftel der Jugendlichen täglich oder mehrmals pro Woche genutzt werden. Dabei nutzen Jungen (84%) Videoportale etwas häufiger als Mädchen (74%). Spannend ist, dass Online-Videoportale wie YouTube nicht nur dem Unterhaltungszweck dienen, sie sind auch der am häufigsten genutzte Informationskanal im Internet – knapp vor Suchmaschinen und sozialen Netzwerken. Nachrichtenportale von Zeitungen und Wikipedia folgen auf dem 4. und 5. Platz. Allerdings gibt es hier grosse Altersunterschiede: Je älter die Jugendlichen sind, desto eher nutzen sie Suchmaschinen und Nachrichtenportale von Zeitungen als Informationsquellen im Internet.

Instagram – der Aufsteiger unter den sozialen Netzwerken

Facebook ist nach wie vor das beliebteste soziale Netzwerk (78% haben ein Profil). Auf dem zweiten Platz folgt überraschend Instagram (69%). Während die Anzahl Profile bei Facebook in den letzten Jahren stabil geblieben ist, haben nebst Instagram vor allem Google+ und Twitter in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Die Aufsteiger werden besonders intensiv von der jüngsten Altersgruppe der 12-/13-Jährigen genutzt. Mädchen (48%) nutzen Instagram zudem häufiger als Jungen (57%).
Generell scheinen Mädchen mehr an Inhalten von Profilen und an Fotos interessiert zu sein, während sich Jungen über die „Teilen-Funktion“ häufiger an der Verbreitung von Inhalten beteiligen.

Die Nutzung von sozialen Netzwerken ist nach wie vor sehr beliebt und hat in den vergangenen Jahren zugenommen. 78% informieren sich täglich oder mehrmals pro Woche über soziale Netzwerke und 73% nutzen die Netzwerke für die Kommunikation. Mädchen scheinen soziale Netzwerke und Blogs häufiger als Informationsquellen zu nutzen als Jungen. Erfreulich ist, dass die Mehrheit der Befragten darauf sensibilisiert ist, ihre Privatsphäre auf sozialen Netzwerken zu schützen und entsprechende die Privatsphäre-Optionen aktiviert haben.

Vom Konsument zum Produzent: Fotos, Videos und Musik hochladen

Nebst dem Konsum von Internetinhalten nutzen die Jugendlichen das Internet auch aktiv, um Inhalte zu erstellen: 13% laden täglich oder mehrmals die Woche Fotos und Videos ins Internet. 10% laden Musik ins Netz. Besonders gefreut hat mich, dass 20% angaben, dass sie mindestens einmal monatlich einen Beitrag in einem Forum oder einer Newsgroups verfassen und 13% der Jugendlichen sogar mindestens einmal pro Monat bloggen. Es besteht also doch noch Hoffnung für diesen Blog!

WhatsApp verdrängt E-Mail

Die Jugendlichen kommunizieren am häufigsten über soziale Netzwerke. Nicht überraschend ist die Kommunikation via E-Mail im Vergleich zu 2012 zurückgegangen. E-Mail, aber auch die Kommunikation via Soziale Netzwerke, wird immer häufiger durch Chat-Kommunikation via Smartphone (z.B. mit WhatsApp) abgelöst. Insbesondere die jüngste Altersgruppe der 12-/13-Jährigen nutzt die Chat-Kommunikation sehr intensiv (70%).

Mit Smartphones kann man mehr als nur telefonieren

Das Smartphone hat sich definitiv durchgesetzt. Die ursprüngliche Nutzungsfunktion des Handys, das Telefonieren, ist aber tendenziell eher zurückgegangen. Die Jugendlichen hören dafür mobil mehr Musik und verbringen mehr Zeit im Internet oder in sozialen Netzwerken. Sie chatten, produzieren Fotos und Filme und konsumieren Videos und TV-Sendungen auf dem Smartphone. Zudem wird das Smartphone immer häufiger als Navigationsgerät genutzt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass digitale Medien eine wichtige Rolle im Alltag der Jugendlichen spielen. Der Konsum und die Produktion von Medieninhalten werden vor allem durch das multifunktionale Smartphone immer einfacher und mobiler. Zudem lässt sich feststellen, dass immer mehr Jugendliche nebst Handy und Laptop oder Computer auch noch ein Tablet besitzen.

Generell scheint ein Trend hin zu visuell orientierten Tätigkeiten sichtbar. Portale wie YouTube und Instagram haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Das Produzieren von Fotos und Videos hat an Bedeutung gewonnen und dürfte in Zukunft auch in der Lehre öfters Anwendung finden. Mobile Geräte wie Smartphones und Tablets bieten nämlich nicht nur die Möglichkeit, Fotos und Videos als Lernmaterial zu konsumieren, sondern Medieninhalte auch selbst zu produzieren. Jedes Handy oder Tablet ist heutzutage mit Kamera und Mikrofon ausgestattet, die es den Studierenden erlauben, selbst visuelle Lerninhalte zu produzieren.

Den kompletten Ergebnisbericht zur JAMES-Studie 2014 finden Sie unter www.psychologie.zhaw.ch/james