Ergebnisse aus der JAMES-Studie

Die im Februar 2015 publizierte JAMES-Studie der ZHAW und Swisscom untersucht alle zwei Jahre den Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz (JAMES = Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz). Die Studie bietet uns einige interessante Einblicke in die mediale Lebenswelt der 12- bis 19-Jährigen – eine Generation, die in wenigen Jahren an unserer Hochschule studieren wird.

Anbei einige Ergebnisse aus der Studie, die das papierlose Studium betreffen könnten.

Fast alle Jugendlichen besitzen ein eigenes Handy

  • 98% der Jugendlichen besitzen ein eigenes Handy
  • 76% besitzen einen eigenen Computer oder Laptop
  • 29% besitzen ein eigenes Tablet

Rund die Hälfte der Jugendlichen, die ein Handy besitzen, haben ein Apple Gerät, gefolgt von Samsung, HTC, Nokia, Sony/Sony Ericson, Huawai und LG.

Der Besitz der Tablets hat sich im Vergleich zur letzten Erhebung im 2012 fast verdreifacht: Mittlerweile besitzen 68% der Haushalte ein Tablet. Interessanterweise ist der Prozentsatz von Tablet-Besitzern in der Schweiz höher als in Deutschland, wo nur jeder fünfte Jugendliche ein solches Gerät besitzt.

Der Besitz von Laptop und Computer nimmt mit dem Alter zu. Von den 18-/19-Jährigen besitzen bereits 87% einen eigenen Laptop. Viele Jugendliche besitzen folglich bereits ein eigenes Mobiltelefon und einen Laptop, bevor Sie bei uns ein Studium beginnen.

Surfen, Musik hören und Fernsehen sind beliebteste mediale Tätigkeiten

Der mediale Alltag der Jugendlichen ist geprägt von Handy und Internet nutzen, Musik hören und Fernsehen. Beinahe die Hälfte der Jugendlichen gab an, selten oder nie ein Buch zu lesen. Besonders schlecht schnitten die E-Books ab; 73% gaben an, dass sie noch nie ein E-Book gelesen haben. Wenn also überhaupt gelesen wird dann eher auf Papier.

Spannend ist dann aber doch, dass viele Jugendliche bei den liebsten Freizeitbeschäftigungen, die sie alleine ausüben, das Lesen gleich an zweiter Stelle nach dem Fernsehen nannten. Gemeinsam mit Freunden stehen hingegen hauptsächlich nonmediale Aktivitäten wie reden und plaudern, shoppen, in den Ausgang gehen und Sport auf dem Programm.

Zugenommen haben im Vergleich zu den Erhebungen von 2010 und 2012:

  • die Nutzung von Handy und Internet,
  • das Produzieren von digitalen Fotos und Videos,
  • das Lesen von Online-Tageszeitungen.

Die Internetnutzung hat in den letzten Jahren nicht zugenommen. Jugendliche verbringen unter der Woche täglich durchschnittlich rund zwei Stunden im Internet. Am Wochenende und in den Ferien ist es eine Stunde mehr.

Bemerkenswerter Aufstieg der Online-Videoportale

YouTube.com ist die mit Abstand beliebteste Webseite der Schweizer Jugendlichen. Gefolgt von Facebook.com und Google.ch. Der Konsum von Online-Videos hat damit das Stöbern in sozialen Netzwerken vom 1. Platz verdrängt.

YouTube und ähnliche Videoportale sind so beliebt, dass sie von Vier Fünftel der Jugendlichen täglich oder mehrmals pro Woche genutzt werden. Dabei nutzen Jungen (84%) Videoportale etwas häufiger als Mädchen (74%). Spannend ist, dass Online-Videoportale wie YouTube nicht nur dem Unterhaltungszweck dienen, sie sind auch der am häufigsten genutzte Informationskanal im Internet – knapp vor Suchmaschinen und sozialen Netzwerken. Nachrichtenportale von Zeitungen und Wikipedia folgen auf dem 4. und 5. Platz. Allerdings gibt es hier grosse Altersunterschiede: Je älter die Jugendlichen sind, desto eher nutzen sie Suchmaschinen und Nachrichtenportale von Zeitungen als Informationsquellen im Internet.

Instagram – der Aufsteiger unter den sozialen Netzwerken

Facebook ist nach wie vor das beliebteste soziale Netzwerk (78% haben ein Profil). Auf dem zweiten Platz folgt überraschend Instagram (69%). Während die Anzahl Profile bei Facebook in den letzten Jahren stabil geblieben ist, haben nebst Instagram vor allem Google+ und Twitter in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Die Aufsteiger werden besonders intensiv von der jüngsten Altersgruppe der 12-/13-Jährigen genutzt. Mädchen (48%) nutzen Instagram zudem häufiger als Jungen (57%).
Generell scheinen Mädchen mehr an Inhalten von Profilen und an Fotos interessiert zu sein, während sich Jungen über die „Teilen-Funktion“ häufiger an der Verbreitung von Inhalten beteiligen.

Die Nutzung von sozialen Netzwerken ist nach wie vor sehr beliebt und hat in den vergangenen Jahren zugenommen. 78% informieren sich täglich oder mehrmals pro Woche über soziale Netzwerke und 73% nutzen die Netzwerke für die Kommunikation. Mädchen scheinen soziale Netzwerke und Blogs häufiger als Informationsquellen zu nutzen als Jungen. Erfreulich ist, dass die Mehrheit der Befragten darauf sensibilisiert ist, ihre Privatsphäre auf sozialen Netzwerken zu schützen und entsprechende die Privatsphäre-Optionen aktiviert haben.

Vom Konsument zum Produzent: Fotos, Videos und Musik hochladen

Nebst dem Konsum von Internetinhalten nutzen die Jugendlichen das Internet auch aktiv, um Inhalte zu erstellen: 13% laden täglich oder mehrmals die Woche Fotos und Videos ins Internet. 10% laden Musik ins Netz. Besonders gefreut hat mich, dass 20% angaben, dass sie mindestens einmal monatlich einen Beitrag in einem Forum oder einer Newsgroups verfassen und 13% der Jugendlichen sogar mindestens einmal pro Monat bloggen. Es besteht also doch noch Hoffnung für diesen Blog!

WhatsApp verdrängt E-Mail

Die Jugendlichen kommunizieren am häufigsten über soziale Netzwerke. Nicht überraschend ist die Kommunikation via E-Mail im Vergleich zu 2012 zurückgegangen. E-Mail, aber auch die Kommunikation via Soziale Netzwerke, wird immer häufiger durch Chat-Kommunikation via Smartphone (z.B. mit WhatsApp) abgelöst. Insbesondere die jüngste Altersgruppe der 12-/13-Jährigen nutzt die Chat-Kommunikation sehr intensiv (70%).

Mit Smartphones kann man mehr als nur telefonieren

Das Smartphone hat sich definitiv durchgesetzt. Die ursprüngliche Nutzungsfunktion des Handys, das Telefonieren, ist aber tendenziell eher zurückgegangen. Die Jugendlichen hören dafür mobil mehr Musik und verbringen mehr Zeit im Internet oder in sozialen Netzwerken. Sie chatten, produzieren Fotos und Filme und konsumieren Videos und TV-Sendungen auf dem Smartphone. Zudem wird das Smartphone immer häufiger als Navigationsgerät genutzt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass digitale Medien eine wichtige Rolle im Alltag der Jugendlichen spielen. Der Konsum und die Produktion von Medieninhalten werden vor allem durch das multifunktionale Smartphone immer einfacher und mobiler. Zudem lässt sich feststellen, dass immer mehr Jugendliche nebst Handy und Laptop oder Computer auch noch ein Tablet besitzen.

Generell scheint ein Trend hin zu visuell orientierten Tätigkeiten sichtbar. Portale wie YouTube und Instagram haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Das Produzieren von Fotos und Videos hat an Bedeutung gewonnen und dürfte in Zukunft auch in der Lehre öfters Anwendung finden. Mobile Geräte wie Smartphones und Tablets bieten nämlich nicht nur die Möglichkeit, Fotos und Videos als Lernmaterial zu konsumieren, sondern Medieninhalte auch selbst zu produzieren. Jedes Handy oder Tablet ist heutzutage mit Kamera und Mikrofon ausgestattet, die es den Studierenden erlauben, selbst visuelle Lerninhalte zu produzieren.

Den kompletten Ergebnisbericht zur JAMES-Studie 2014 finden Sie unter www.psychologie.zhaw.ch/james

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