Lernbegleitung im Online- und Blended Learning

Titelfoto: https://npgallery.nps.gov/ CC0 public domain

Am 1. Dezember fand das letzte EDI-Meetup der Departemente P&S am Toni in diesem Jahr statt, diesmal zum Thema Lernbegleitung in Online und Blended Learning-Kursen. Miriam Fischer vom Team Digital Campus stellte zusammen mit den Dozierenden Katja Girschik, Gisela Meier und Uwe Koch drei verschiedene Online- bzw. Blended Learning-Kurse vor, in denen Studierende auf unterschiedliche Art und Weise von den Lehrenden oder von mehreren Personen auf ihrem Lernpfad begleitet werden.

Begriffe
Der Begriff «Lernbegleitung» ist indes nicht gesetzt. Mit Gilly Salmons wegweisender Publikation «E-Moderation» über die Begleitung des Lernprozesses in Online-Kursen wurde dieser Begriff für jede Form des Scaffolding online verwendet. Wir verwenden in diesem Beitrag die Begriffe Lernbegleitung und E-Moderation synonym.

Verschiedene Bereiche der Lernbegleitung
Die entscheidende Frage ist: Worum geht es bei der Lernbegleitung? Katja Bett und Birgit Gaiser haben bereits 2006 einen Artikel zum mit dem Titel «E-Moderation» veröffentlicht, der in der überarbeiteten Version von 2010 auf e-teaching.org verfügbar ist. Wenn auch die Fachbegriffe im Artikel nicht mehr der gängigen Terminologie entsprechen und sich gar etwas ältlich anhören, ist der Artikel immer noch interessant und eignet sich gut als Einstieg ins Thema.
Die Autorinnen definieren vier verschiedene Handlungsfelder für Lernbegleitung und beschreiben die «Rollen», die von Lehrpersonen eingenommen werden, die wiederum an bestimmte Aufgaben geknüpft sind: die administrativ-organisationale Rolle, die inhaltliche Rolle, die didaktisch-vermittelnde Rolle und die emotional-motivationale Rolle der Lernbegleitung. Meistens werden mehrere Rollen von der Kursleitung eingenommen, doch auch andere Personen können Aufgaben und damit eine Rolle im Kurssetting übernehmen. Heute könnte man noch einen fünften Bereich anfügen: die Rolle des technischen Supports.

Lernbegleitung/E-Moderation nach Bett/Gaiser (2010) E-Moderation.

Administrativ-organisationale Rolle der Lernbegleitung
Wenn es darum geht, einen Kurs zu planen, dann wird viel Organisatorisches und Administratives fällig. Jeder Kurs verlangt ein gewisses Mass an Organisation der Teilnehmenden und der Inhalte, damit sich die Studierenden orientieren können. Im Video erörtern die Dozierenden und die Präsentatorin, wie sich dies konkret auf die Begleitung von Lernangeboten im Netz auswirkt.

Inhaltliche Rolle
Diese Rolle ist vielleicht die am ehesten zu erwartende Rolle von Lehrenden. Sie verfügen über die fachlich-inhaltliche Expertise und bestimmen, Lernziele, Lerninhalte gemäss Curriculum und stellen die Entwicklung und Unterstützung des Lernprozesses sicher. Zur inhaltlichen Rolle gehört auch die Erstellung und Aktualisierung der digitalen Kursmaterialien.

Didaktisch-vermittelnde Rolle
Eine weitere Rolle, die es unabhängig vom digitalen Setting gibt, ist die didaktische Rolle. Mit dem Auftreten der Technologie erhält dieser Bereich eine neue Dimension. Mit der Ebene der virtuellen Lernumgebungen entsteht ein neuer digitaler Raum für Kommunikation, Prozesse, Interaktion und Material, der bespielt werden will. Das Internet eröffnet zudem die Möglichkeit, Inhalte multimodal aufzubereiten und Alternativen zu Text zu bieten.
Es geht bei didaktischen Fragen stets auch um die Strukturierung von Material, um das Design und die Sequenzierung von Prozessen sowie um methodisch-didaktische Vielfalt. Wie seit eh und je soll letztlich der Transfer erfolgreich stattfinden und die Lernziele erreicht werden. Wie dies in der Praxis gelingen kann, zeigen u. a. die im Video präsentierten Beispiele.

Emotional-motivationale Rolle
Der digitale Lehr- und Lernraum ist indes nicht frei von Emotionen. Menschen sind soziale Wesen, und diese Seite muss auch im virtuellen Raum abgeholt werden. Sowohl in synchronen wie auch in asynchronen Settings sind deshalb Ideen gefragt, wie man die Studierenden emotional anspricht und motivierend interveniert. Dazu liefern aktuell etwa Liberating Structures neue Ansätze, um Teilnehmene zu aktivieren und sozial zu integrieren.
Motivation findet indes nicht allein auf der emotionalen Seite statt. Extrinsische Motivation ist oft ein wichtiger Motor für ein Engagement, gerade im Studium, wo nicht immer alle Inhalte zu den persönlichen Lieblingsthemen gehören. Bei allen drei vorgestellten Kursen steht denn die extrinsische Motivation im Vordergrund, aber im Laufe des Kurses kommt manchmal doch auch Freude auf, und die flexibleren Arbeitsformen finden durchaus Zuspruch.

Schliesslich gehört aber auch der technische Support zu den Begleitangeboten für Dozierende und Studierende. Durch die Omnipräsenz der digitalen Tools und Plattformen steigt die Komplexität der Zugänge zu Informationen, Materialien und Kommunikationskanälen, und die interaktive Natur des digitalen Raums ermöglicht nochmal vielfältige Handlungsoptionen.

In der Videoaufzeichnung des EDi-Meetups werden die verschiedenen Bereiche der Lernbegleitung kurz eingeführt und mit konkreten Beispielen illustriert. Im Anschluss daran folgt der Austausch mit den Dozierenden und ihre Erfahrung mit ihrer Rolle als Lernbegleitende und Moderator*innen von Lernprozessen in ihre Online- und Blended Learning-Kursen.


Links

Videoaufzeichnung EDI-Meetup 1. Dez. 21 zu Lernbegleitung
Bett, K. und Gaiser, B. (2010) E-Moderation. e-teaching.org. (https://www.e-teaching.org/lehrszenarien/vorlesung/diskussion/e-moderation.pdf, aufgerufen am 16. Dezember 21)


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