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Das müssen Business Analysten heute mitbringen

Business Analysten spielen bei der Digitalisierung von Organisationen eine Schlüsselrolle: Sie sind Dolmetscher zwischen Fach- und IT-Welt. Für Unternehmen, Arbeitnehmende und Bildungsstätten stellt sich die Frage nach den Anforderungen an diese Rolle. Eine neue Analyse zeigt: Unternehmen fordern nebst ausgeprägtem Fachwissen auch hohe Kommunikationskompetenzen.

Bereits in der Vergangenheit hat das Institut für Wirtschaftsinformatik versucht, die Rolle des Business-Analysten in der Praxis besser zu verstehen und dazu eine Befragung unter mehr als 350 Business-Analysten durchgeführt. Mitte letzten Jahres wurde die Untersuchung ausgedehnt: Im Rahmen seiner MAS-Abschlussarbeit  analysierte Patrick Kägi 1’665 Stellenanzeigen im deutschsprachigen Raum automatisch mittels Text-Mining-Verfahren. Der Fokus lag dabei auf den erwarteten Kompetenzen und Qualifikationen.

Entstanden ist ein Kompetenzraster, das sehr detailliert über die Fach- und Methodenkompetenz, die sozial-kommunikative Kompetenz, die Aktivitäts- und Handlungskompetenz sowie die personale Kompetenz Auskunft gibt. Folgendes Fazit kann aus der Untersuchung gezogen werden:

  • Arbeitgeber erwarten von Business-Analysten ausgeprägtes Fachwissen über Anforderungsmanagement und Prozesse genauso wie analytische und konzeptionelle Kompetenzen und IT-nahe, umsetzungsorientierte Fähigkeiten.
  • Ebenso gefragt sind Problemlösungs-, Kommunikations- und Kooperationskompetenzen, ein systematisches Vorgehen sowie der Wille zur Gestaltung und die Eigenverantwortung.
  • Arbeitnehmende in einer Business-Analysten-Rolle müssen sich Kompetenzen aneignen, die für die Gestaltung digitaler Lösungen in agilen und interdisziplinären Teams gefragt sind.
  • Ausserdem wird Wert auf Berufserfahrung und Englischkenntnisse und zum Teil auf einen Hochschulabschluss, z. B. in Wirtschaftsinformatik, gelegt.

Aus den identifizierten Anforderungen im Bereich «Agilität» ergibt sich unmittelbar die Frage, ob die eigenständige Rolle des Business-Analysten überhaupt noch zeitgemäss ist oder sie in anderen Rollen (z. B. Product Owner, Scrum Master) aufgeht. Die Erfahrung zeigt zweierlei:

  • Gerade in grösseren Unternehmen werden viele Projekte nach wie vor top-down auf Basis einer Strategie abgeleitet. Hierbei arbeiten Business-Analysten aktiv am Projektauftrag mit. 
  • Bei der Projektumsetzung sind Business-Analysten dann gemeinsam mit anderen Rollen Teil eines agilen Teams. Dies betrifft ebenfalls grössere Unternehmen (z. B. einer Schweizer Grossbank). 

Informationen zur Weiterbildung im Bereich Business Analyse an der ZHAW School of Management and Law finden Sie hier.

Ein Beitrag von Nico Ebert

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Digitalisierungstrends durchleuchten am WINsights Symposium 2019

Wie kann Datenschutz zum Vorteil im Wettbewerb mit anderen genutzt werden? Wie intelligent ist künstliche Intelligenz? Wie können KMUs Cyber Security Ressourcen sinnvoll und zielgerichtet einsetzen und was sind vielversprechende Mixed-Reality-Anwendungen? Diskutieren Sie am WINsights Symposium am 13. März 2019 mit uns diese und weitere Fragen.

Das Potenzial von Digitalisierungstrends abschätzen

Am WINsights Symposium werden die aktuellsten Digitalisierungstrends durchleuchtet und deren Potenzial aus Perspektive der Anwender und der Wissenschaft diskutiert. In praxisorientierten Breakout-Sessions werden die Teilnehmenden aktiv dabei unterstützt, den gewinnbringenden Einsatz dieser Digitalisierungstrends abzuschätzen. Zudem werden Möglichkeiten diskutiert, wie Unternehmen diese digitalen Trends angehen können.

Themen-Mix garantiert spannende Inputs

Im Fokus stehen am WINsights Symposium vor allem die Cyber Security und Datenschutzpraxis in Schweizer KMU, das Potenzial von Mixed Reality und die Frage, was künstliche Intelligenz wirklich ist. Weitere Referate zum Thema Business Transformation Management und Beyond Budgeting garantieren einen spannenden Themenmix. Eröffnet wird das Symposium mit einer Keynote Speech von Dr. David Bosshart, CEO des GDI Gottlieb Duttweiler Instituts. Er geht u. a. darauf ein, wie menschliche und künstliche Intelligenz zusammenspielen.

Das WINsights Symposium richtet sich an Entscheidungstragende in Deutschschweizer KMUs, insbesondere an CxOs, Verantwortliche für Innovationen sowie Personen aus den Bereichen Cyber Security und Datenschutz. Die Veranstaltung ist auch für Technologieinteressierte, Forschende und Studierende von Interesse, die sich einen Überblick über Technologietrends verschaffen möchten.

Mehr Informationen

Das WINsights Symposium findet am Mittwoch, 13. März 2019 in Winterthur (Volkartgebäude der ZHAW School of Management and Law) statt. Mehr Informationen und Anmeldung finden Sie auf der Webseite.

Ein Beitrag von Eva Gmür

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Datenschutz – mehr als reine Pflicht?

Bei vielen Schweizer Unternehmen ist das Thema Datenschutz als Compliance-Aufgabe aktuell im Fokus. Zu Recht – denn es ist mehr als eine kostenintensive Pflichtübung und kann zum Vorteil im Wettbewerb mit anderen Unternehmen genutzt werden.

Die umfangreiche Bewirtschaftung und Ökonomisierung von Personendaten ist heute für die meisten Unternehmen unabdingbar. Obwohl die gesetzlichen Datenschutzanforderungen durch die entsprechende EU-Verordnung auch für Schweizer Unternehmen angehoben wurden, können den Medien noch immer täglich Pannen im Umgang mit den Daten entnommen werden. So sorgte beispielsweise die internationale Hotelkette Marriott jüngst mit einem Datenleck für Schlagzeilen, bei dem rund eine halbe Million Gäste betroffen waren. Ein Fauxpas, der nicht nur eine Sammelklage, sondern auch einen Einbruch der Aktien mit sich brachte.

Datenschutz ist mehr als «nur» Compliance
Aus Sicht vieler Unternehmen handelt es sich beim Datenschutz zunächst um eine Compliance-Aufgabe – die oft auch für Stirnrunzeln sorgt. Kürzlich im Rahmen einer ZHAW-Studie befragte Unternehmen in der Deutschschweiz gaben an, dass insbesondere hinsichtlich der EU-Verordnung grössere Unsicherheiten und Unklarheiten bestünden: Wie können gesetzliche Anforderungen ökonomisch erfüllt und Risiken für Verstösse reduziert werden? Gleichzeitig besitzen nur wenige der befragten Unternehmen einen Datenschutzbeauftragten, der die Umsetzung der Anforderungen unterstützten könnte. Einen völlig neuen Stellenwert erhält das Thema Datenschutz, wenn man es als Wettbewerbsvorteil statt -nachteil betrachtet. Die These, dass ein hohes Datenschutzniveau zur Differenzierung gegenüber schlechter gestellten Wettbewerbern genutzt werden kann, ist nicht einmal neu. Schon um die Jahrtausendwende stellte man fest: Privacy sells. Studien im Online-Handel haben ergeben, dass der Schutz ihrer Daten für die Kundschaft ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Händlerauswahl ist.

Datenschutz muss ausgewiesen werden
Die zentrale Voraussetzung ist jedoch, dass Kundinnen und Kunden überhaupt über das Datenschutzniveau des Unternehmens informiert sind. Die Datenschutzerklärung, die vor allem Compliance-Zwecke erfüllt, ist hierfür gänzlich ungeeignet. Nachweisslich wird sie kaum wahrgenommen. Stattdessen sind Ansätze gefragt, die in anderen Bereichen, wie dem Lebensmittelhandel, Normalität sind. Dazu zählen zum Beispiel verständliche Deklarationen der wesentlichen Datenschutz-Vorteile, die Kommunikation freiwilliger Selbstverpflichtungen zu Datenschutz-Standards innerhalb einer Branche oder durch Dritte vergebene Datenschutz-Label auf Websites oder in Apps.

Mehr zum Thema Datenschutz an der ZHAW am Themenabend Datenschutz und Cyber-Security im Januar und am WINsights Symposium im März 2019.

Ein Beitrag von Dr. Nico Ebert

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WINsights – ein Blog des Instituts für Wirtschaftsinformatik

Andri Färber, Leiter IWI

«Wir wissen, was hinter Schlagworten wie ‚Digitale Transformation‘ oder ‚Industrie 4.0‘ wirklich steckt. Von uns erhalten Sie unabhängige Unterstützung zur Erschliessung entsprechender wirtschaftlicher Potentiale.»

Das Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) operiert an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft und Informatik und verfolgt das Ziel, die Innovationskraft von Gesellschaft und Wirtschaft zu steigern. Unser Leitgedanke: «From Information to Innovation»

Ab Januar 2019 erhalten Sie auf diesem Blog regelmässig Informationen zu aktuellen Trends aus den Bereichen Wirtschaftsinformatik und Business Analyse sowie viele interessante und relevante Beiträge aus Forschung und Praxis. Seien Sie gespannt!

Unsere inhaltlichen Schwerpunkte sind:

  • Digitale Transformation auf den Ebenen der betrieblichen Prozesse, der Kundeninteraktionen sowie der Geschäftsmodelle
  • IT-Strategie und Management
  • Unterstützung medizinischer Diagnosen und Therapien mit Informationstechnologien
  • Innovative Informationssysteme
  • Geschäftsprozessmanagement / Prozessdigitalisierung
  • Wissens- und Informationsmanagement
  • Enterprise Architecture Management (EAM)

Wir freuen uns auf angeregte Diskussionen rund um Themen der Wirtschaftsinformatik. Nutzen Sie die Kommentarfunktion und treten Sie mit uns in den Dialog. Das Teilen unserer Beiträge ist erlaubt und erwünscht.