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Erfolg durch Diversity in IT: Wie geht das?

Unternehmen wissen heute um die Vorteile von Diversity und nehmen das Thema Vielfalt und Heterogenität unter Mitarbeitenden ernst. Dennoch scheinen sie oft an der praktischen Umsetzung zu scheitern. Woran liegt das? Und was braucht es wirklich, um in IT erfolgreich Vielfalt zu leben? Am WINsights-Symposium vom 12. März 2020 diskutieren wir mit Vorbildern praktische Handlungsfelder und mögliche Antworten.

Betrachtet man neueste Studien zu Solvenz und Diversität in Unternehmen, stösst man auf interessante Befunde: So stecken die Firmen mit dem höchsten Männeranteil häufiger in finanziellen Schwierigkeiten als andere. Auch Medien thematisieren immer wieder, dass der wirtschaftliche Erfolg im technischen Sektor und bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten von der aktiven Mitwirkung der Frauen abhängt. Das Beratungsunternehmen Gartner fordert sogar, dass sich IT-Führungspersonen bei der digitalen Transformation zwingend mit dem Thema Diversity und Inclusion auseinandersetzen müssen.

CIOs sind für das Thema Diversity genauso verantwortlich wie HR

Gleichzeitig gehören Schlagzeilen über den Mangel an weiblichen IT-Fachkräften nicht nur in der Deutschschweiz zum Alltag: Das Interesse der Mädchen und jungen Frauen an den MINT-Berufen ist offenbar über die letzten Jahre lediglich konstant geblieben oder sogar zurückgegangen. Wie aber sollen sie sich mit technischen Berufsbildern identifizieren können und Begeisterung dafür entwickeln, wenn ihnen ständig prophezeit wird, dass sie die einzige Frau im Team sein werden? Wo sind die Vorbilder und die Communities, die sie inspirieren?

Es ist auch höchste Zeit, darüber nachzudenken, welche Folgen die männliche Dominanz beispielsweise im Feld der künstlichen Intelligenz hat. Es kursieren Zahlen von Google und Facebook, die andeuten, dass der Frauenanteil der dortigen AI-Teams bei nicht einmal 15 Prozent liegt. Vermutlich sind es sogar kaum zehn Prozent. Schlägt sich diese Einseitigkeit in Denkmustern und Daten nieder? Werden so Geschlechterklischees verfestigt? Was bedeutet das für Unternehmen und für Konsumentinnen und Konsumenten?

Auch am World Economic Forum (WEF) wurde diskutiert, was wir gegen «biased data in AI» tun können. Denn wenn wir als Verbraucherinnen und Verbraucher neutrale Produkte haben wollen, brauchen wir gelebte Vielfalt und damit auch vorurteilfreies technisches Arbeiten im Unternehmen.

Was braucht es also, um Mädchen und junge Frauen selbstbewusst für Technologie zu begeistern? Und was braucht es generell, um das Potenzial unterschiedlichster Persönlichkeiten im Team anzuerkennen und zur Entfaltung zu bringen? Eigenschaften wie Sensibilität und Introvertiertheit beispielsweise gelten heutzutage immer noch eher als typisch weiblich oder gar als Mangel. Dabei sollten wir sie als genderneutrale und wertvolle Qualitäten sehen.

Liegt die Verantwortung für den notwendigen Einstellungswandel beim Elternhaus? Bei (Hoch)Schulen? Bei Unternehmen? Oder ausschliesslich an den Einzelnen?

Sicher ist bewusste Eigenverantwortung ein guter Startpunkt wie auch der Mut jedes einzelnen, mit den individuellen Qualitäten den eigenen Weg zu gehen. Zudem ist wichtig zu erkennen, dass nicht nur wir als Individuen in der Pflicht sind. Auch Unternehmen sind gefragt, ihren (zukünftigen) Mitarbeitenden eine gute Basis zu bieten, damit alle ihr Potenzial ausschöpfen können.

Es gibt unzählige Studien, Ratgeber, Seminare, Artikel und Blogs, die sich damit auseinandersetzen, wie Diversity gelingt: Offenbar ist das unter anderem dann der Fall, wenn es für Arbeitgebende und Arbeitnehmende immer selbstverständlicher wird, dass

  • wir auf genderneutrales Wording und die Strukturen achten,
  • wir allen eine Stimme im Meeting geben,
  • Communities, Coaching und Mentoring allgegenwärtig werden,
  • wir selbst flexibel und veränderungsbereit sind
  • und wir weg von generalisierten Aussagen und Stereotypen hin zu achtsamem Zuhören und Verstehen kommen

Um eine Diversity-Kultur in Technologie-Unternehmen erfolgreich aufzubauen und zu leben und auf diesem Weg Erfolge zu erreichen, braucht es also ein nachhaltiges und empathisches Miteinander von Eigen- und Arbeitgeberverantwortung.

Am WINsights-Symposium vom 12. März 2020 in Winterthur wollen wir uns im Thementrack «Erfolgsfaktor Diversity in Tech» mit beiden Seiten konkret beschäftigen und von denjenigen lernen, die im Wandel mutig vorangehen. Es kommen Persönlichkeiten zu Wort, die nicht nur die Veränderung (ver)suchen, sondern die selbst die Veränderung sind und das oben genannte Verhalten verinnerlicht haben. Als Teilnehmerin oder Teilnehmer können Sie neue Einsichten gewinnen zu Fragen wie:

  • Wie gehen wir mit unterschiedlichen Persönlichkeiten im Team erfolgreich um? 
  • Wie gelingt Mentoring/ Community Building? 
  • Wie rekrutieren wir erfolgreich und divers?

Wir freuen uns, Sie am WINsights-Symposium zu begrüssen.

Ein Beitrag von Katja Kurz.

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Robotic Process Automation am WINsights-Symposium 2020

Der Einsatz von Robotic Process Automation (RPA) in Unternehmen aller Branchen wird auch im Jahr 2020 zunehmen. Am WINsights-Symposium vom 12. März 2020 in Winterthur erläutern wir die Funktionsweise von RPA-Tools, deren Nutzen und Risiken sowie konkrete Beispiele aus Sicht der ZHAW, AXA und Swisscom.

robotic process automation“ by trendingtopics is licensed under CC BY 2.0

Die Bedeutung von RPA in Praxis und Forschung nimmt stetig zu. Das verdeutlichen folgende Fakten:

  • Laut dem Forschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wuchs der RPA-Softwaremarkt allein 2018 um 63 Prozent, was ihn zum schnellstwachsenden Bereich im Unternehmenssoftwaremarkt macht.
  • Gartner und das Marktforschungsunternehmen Forrester prognostizieren für das kommende Jahr ein weiteres Wachstum.
  • Die Google-Suchanfragen für den Begriff «RPA» sind seit 2016 ziemlich kontinuierlich angestiegen (siehe untenstehende Abbildung).
  • 2018 erschienen gemäss der systematischen Literaturrecherche von Ivančić et al. rund viermal so viel wissenschaftliche Publikationen zum Thema wie 2017. Die Auswertung meiner eigenen Literaturdatenbank zeigt für 2019 eine weitere Zunahme.
Darstellung aufbereitet aus dieser Google-Trends-Abfrage.

Aber was ist Robotic Process Automation überhaupt? Falls Sie noch nie ein RPA-Tool im Einsatz gesehen haben, empfehle ich Ihnen dieses Video, das in nicht einmal 2 Minuten die zwei wesentlichen Einsatzformen von RPA anschaulich demonstriert: den «Attended Mode», in welchem der Softwareroboter (Robot) wie ein persönlicher Assistent im Tandem mit dem Menschen funktioniert, sowie den «Unattended Mode», in welchem Robots «unbeaufsichtigt» auf virtuellen Maschinen Arbeitsabläufe automatisch ausführen. In beiden Fällen übernehmen Robots typischerweise Tätigkeiten, die bis anhin von menschlichen Benutzerinnen und Benutzern ausgeführt wurden.

Im RPA-Track des WINsights-Symposiums werde ich anhand der Marktführer-Software «UiPath» einen Teilprozess live automatisieren, damit Sie sich besser vorstellen können, wie leicht oder anspruchsvoll eine Automatisierung mit RPA ist. Zudem zeigen Ihnen die RPA-Experten Daniel Henneke (Swisscom) und Robin Waech (AXA), wie sie RPA einsetzen und welche Auswirkungen dies auf interne (und externe) Kunden hat.

Nach einer Diskussion im Publikum verlassen Sie das WINsights-Symposium mit dem Wissen, was der Begriff RPA bedeutet, wie er sich von verwandten Begriffen abgrenzt, welche Anwendungsgebiete typisch sind, welchen Nutzen man sich erhofft, welche Risiken man fürchtet und wie sich RPA in Unternehmen auswirken kann.

WINsights Symposium 2020

Ein Beitrag von Björn Scheppler.

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DIGITAL FUTURES – Szenarien am Rande der technologischen Singularität

Wie lassen sich die Konsequenzen des technologischen Fortschritts erlebbar machen? Und wie kann auf einer gemeinsamen Basis ein breiter gesellschaftlicher Diskurs über Chancen und Risiken dieses Fortschritts geführt werden? Ein aktuelles Forschungsprojekt gibt mögliche Antworten auf diese Fragen.

Von Jules Verne bis zur Netflix-Serie «Black Mirror»: Zukunftsvisionen einer technologisierten Welt haben eine lange Tradition und üben eine grosse Faszination aus. Nicht selten zeichnen sie entweder ein sehr euphorisches oder beängstigendes Bild der Zukunft.

Um diese aktiv zu gestalten, braucht es aber vor allem einen breiten und konstruktiven gesellschaftlichen Diskurs. Eine sehr wertvolle Grundlage dafür sind immersive Szenarien, die verschiedene Alternativen denkbarer digitaler „Zukünfte“ in Virtual Reality erlebbar machen. Sie helfen Menschen dabei, sich einen Alltag am Rande der Technologischen Singularität ganz konkret vorzustellen, das heisst zu einem Zeitpunkt, an dem die technologische Entwicklung die menschliche überholt hat. Ausserdem erleichtern sie die Diskussion über verschiedenste Fragen: Wie sieht unser Leben mit intelligenten Maschinen aus, die Aufgaben gleich gut oder besser erledigen als Menschen? Wie erlebe ich eine medizinische Diagnose, die nicht mehr von einem Arzt, sondern von einer Maschine gestellt und übermittelt wird? Wie verläuft ein Bewerbungsgespräch, in dem eine künstliche Intelligenz mich beurteilt?

Mit «Digital Futures» konkrete Alltagssituationen in der Zukunft entwickeln und erleben

Das Forschungsvorhaben «Digital Futures» verfolgt das Ziel, mit einem interdisziplinären Ansatz solche immersive Szenarien für konkrete Alltagssituationen in der Zukunft zu entwickeln. In dem seit 2018 laufenden Projekt kooperieren mehrere Partner: das Institut für Wirtschaftsinformatik, das Zentrum für Human Capital Management und das Zentrum für Sozialrecht an der ZHAW School of Management and Law, das Departement Angewandte Linguistik der ZHAW und die Fachrichtung Knowledge Visualization der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Das Vorhaben soll einen Diskurs über mögliche Ausprägungen unserer digitalen Zukunft und deren Wünschbarkeit auslösen: Sowohl Laien wie auch Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Branchen und verschiedenen Disziplinen (Psychologie, Ethik, Soziologie etc.) sollen dank Immersive Virtual Reality die Rolle des distanzierten Betrachters verlassen und in konkrete Situationen eintauchen. Auf der Grundlage dieses gemeinsamen Erlebnisses sollen sie eine Diskussion führen, die Rahmenbedingungen oder im Idealfall konkrete Designkriterien für technologische Entwicklungen hervorbringt. Ein weiteres Ziel ist die explorative Erarbeitung und Verfeinerung eines Methodensets, das Gestaltende von Technologien in die Lage versetzt, sich kritisch mit den Konsequenzen des eigenen Schaffens auseinanderzusetzen. Dieses Methodenset kann im Rahmen von Lehre und Weiterbildung vermittelt werden und so Kompetenzen für die verantwortungsvolle Betrachtung und Gestaltung technologischer Innovationen schaffen.

Verschiedene Drehbücher für immersive Szenarien

In einem ersten Pilotprojekt wurde mit der ZHdK ein einfacher Prototyp implementiert, der ein Szenario aus der Welt des Personalwesens erlebbar macht: Nutzerinnen und Nutzer können aus der Perspektive eines Mitarbeitenden ein Assessment für ein Kaderprogramm durchlaufen. Einen wesentlichen Beitrag zu den Forschungsarbeiten rund um „Digital Futures“ leisten zudem studentische Einzel- und Gruppenarbeiten: So sind im Rahmen von sieben Abschlussarbeiten des Masterstudiengangs in Wirtschaftsinformatik an der ZHAW School of Management and Law Drehbücher für immersive Szenarien entstanden. Sie geben Situationen aus verschiedenen Bereichen wieder, beispielsweise eine politische Abstimmung, eine Anlageberatung oder ein Fussballspiel der Zukunft. Die Drehbücher beschreiben die Situationen dabei in jeweils verschiedenen Ausprägungen. Dabei geht es nicht darum, Prognosen oder normative Aussagen über eine wünschenswerte oder unerwünschte Zukunft zu machen, sondern solche Schlussfolgerungen sind dem Leser überlassen. Aktuell entstehen im Rahmen studentischer Arbeiten weitere multilineare Drehbücher sowie weitere VR-Prototypen.

Möchten Sie einen Einblick in die beschriebenen Forschungsarbeiten erhalten und die Gelegenheit nutzen, selbst in die VR-Szenarien einzutauchen? Dann besuchen Sie den Thementrack „Digital Futures“ am WINsights Symposium am 12. März 2020 an der ZHAW in Winterthur.

ANSPRECHPARTNER:

Ein Beitrag von Elke Brucker-Kley.

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Hochspannung und Themenvielfalt am WINsights Symposium 2020

Hochaktuelle Themen rund um die Digitalisierung sorgen am WINsights Symposium 2020 für Hochspannung. Neben aktuellen Entwicklungen, Trends und Herausforderungen werden konkrete Fallbeispiele gezeigt, wie Unternehmen die digitalen Trends angehen.

Diskutieren Sie mit uns am WINsights Symposium am 12. März 2020 in Winterthur.

Eröffnungskeynote von KI-Koryphäe Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber

Es ist uns gelungen, KI-Experte Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber für die Eröffnungskeynote zu gewinnen. Schmidhuber hat mit seiner Forschung die moderne Künstliche Intelligenz massgeblich geprägt und gilt als absoluter «Rockstar» auf diesem Gebiet. Schmidhuber, wissenschaftlicher Direktor des Schweizer Forschungsinstitut für KI IDSIA, gibt uns in seiner Keynote mit dem Titel «Formelle Theorie des Spasses, der Neugierde und Kreativität» Einblicke in die kreative Künstliche Intelligenz. Wir freuen uns schon heute auf sein Referat!

Themen-Mix garantiert Hochspannung

Nach der Keynote wählen die Teilnehmenden aus sechs verschiedenen Themenschwerpunkten aus. Getreu dem Motto «Forschung trifft Praxis» diskutieren wir in Referaten, Diskussionen und/oder Panels die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, praxis- und erlebnisorientiert, gemeinsam mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft und Hochschule. Die Schwerpunktthemen am WINsights 2020 sind:

  • Künstliche Intelligenz
  • Erfolgsfaktor Diversity in Tech
  • Usable Privacy
  • Digital Futures
  • Digital Business Leaders: Sind wir schon in der digitalen Transzendenz?
  • Robotic Process Automation

Mehr Informationen zu den sechs Themenschwerpunkten und den Referentinnen und Referenten finden Sie auf unserer Webseite.

Zielgruppe

Das WINsights Symposium richtet sich an Entscheidungstragende in Deutschschweizer KMUs, insbesondere an CxOs, Verantwortliche für Innovationen sowie Personen aus den Bereichen Cyber Security und Datenschutz. Die Veranstaltung ist auch für Technologieinteressierte, Forschende und Studierende von Interesse, die sich einen Überblick über Technologietrends verschaffen möchten.

Mehr Informationen

Das WINsights Symposium findet am Donnerstag, 12. März 2020 in Winterthur (Haus Albert Frey, Gebäude der ZHAW Architektur) statt. Mehr Informationen und Anmeldung finden Sie auf der Webseite www.zhaw.ch/iwi/winsights oder in unserem Eventflyer.

Ein Beitrag von Eva Frei.

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200 Teilnehmende: erfolgreicher erster ZHAW Digital Health Lab Day

Das ZHAW Digital Health Lab bündelt Expertise aus den Bereichen Ökonomie, Gesundheit, Technik und Psychologie und hat zum Ziel, praxistaugliche, den Menschen ins Zentrum stellende Innovationen für den Gesundheitssektor zu schaffen. Der erstmalig durchgeführte Digital Health Lab Day hat zahlreiche Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen im Bereich Digital Health zu einem intensiven Austausch zusammengebracht.

Am 3. Oktober 2019 haben sich in Wädenswil rund 200 Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen aus dem Bereich Digital Health getroffen und sich zu aktuellen Trends und Lösungen ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die folgenden Fragen:

  •  Welche neuen Ansätze gibt es bei der Verarbeitung von Gesundheitsdaten?
  • Wie verändern neue Technologien die Leistungserbringung?
  • Welche Implikationen hat Digital Health für das Verhältnis von Patienten, Gesundheitsfachpersonen, Leistungserbringern und Krankenkassen?

Grosse Themenvielfalt am ersten Digital Health Lab Day

In verschiedenen Referaten am Vormittag und verschiedenen Workshops am Nachmittag haben Praktikerinnen und Praktiker zusammen mit Forschenden die neusten Trends und Lösungen aus dem Bereich Digital Health vorstellt. Auffallend war das breite Themenspektrum, welches auch der Interdisziplinarität des Themas geschuldet ist.

Unter anderem stellte Prof. Dr. Markus Wirz vom Departement Gesundheit der ZHAW Erkenntnisse aus technologie-assistiertem Bewegungstraining vor und Claudio Viecelli von der ETH Zürich zeigte zusammen mit David Graf von der ZHAW School of Engineering wie Muskelaufbau datengestützt effizienter erfolgt. Prof. Dr. Alfred Angerer vom Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie thematisierte strategische Optionen für Akteure im Gesundheitswesen und Julia Krasselt von der ZHAW Angewandte Linguistik zeigte anhand des Forums Swissmoms den Nutzen der digitalen Linguistik für das Gebiet Digital Health auf. Dr. Ignacio H. Medrano zeigte in seiner Keynote abschliessend auf eindrückliche Art und Weise auf, welche Möglichkeiten z.B. Künstliche Intelligenz dem klinischen Kontext bietet. Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmenden in kleineren Gruppen zu unterschiedlichen Themen wie Gesundheits-Apps, Erwartungen von Patientinnen und Patienten an Gesundheitsfachpersonen, Digitalisierung im Spital, Open Data for Research in Digital Health, Bayesian Statistics in Clinical Research, gesunde Nachbarschaften oder wie man aus einer Idee ein erfolgreiches Produkt entwickelt. Die Präsentation und Ergebnisse aus den Workshops können Sie auf der Digital Health Lab Day Webseite herunterladen.

Inspiration durch auf Postern präsentierte Forschungsprojekte

In den Netzwerkpausen haben Studierende wie auch Forschende aktuelle Forschungsprojekte auf Postern dokumentiert und vorgestellt. Ziel der Poster-Sessions war es, der breiten Öffentlichkeit Einblicke in die Projekte sowie Projektresultate zu gewähren. Wir gratulieren Fiorangelo De Ieso (Universitätsspital Basel) und Stefan Seidel (ZHAW) ganz herzlich zum Gewinn des Best Student Poster Award und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg!

Neue ZHAW-Studie «Digital Health – Revolution oder Evolution» vorgestellt

Die Schweiz belegt in einem Ranking zum Digitalisierungs-Reifegrad im Gesundheitswesen der Bertelsmann-Stiftung einen der hinteren Plätze. Eine neue Studie der ZHAW zeigt: Um in diesem Bereich aufholen zu können, müssten Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger proaktiv handeln und den digitalen Wandel im Gesundheitswesen aktiv steuern. Die Studie identifiziert zentrale Veränderungsfelder bei der Vernetzung aller Leistungserbringer zur Behandlung des Patienten – von der Prävention bis zur Rehabilitation (Health Value Chain).

Lesen Sie mehr in der Studie über den Wandel im Bereich Digital Health. Lesen Sie konkret, wie Patientinnen und Patienten vom Wandel profitieren, wo Veränderungspotenzial besteht, um Ränge gut zu machen und welche konkreten Handlungsmassnahmen für Akteure empfohlen sind.

Mehr Informationen zum ZHAW Digital Health Lab

Das ZHAW Digital Health Lab, gegründet Ende 2018, bündelt die Digital-Health-Aktivitäten und vereint die Kompetenzen in Technologie, im Gesundheitssektor und Wirtschaft innerhalb der ZHAW. Das Lab hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Partnern praxistaugliche, den Menschen ins Zentrum stellende Innovationen für den Gesundheitssektor zu schaffen. Dabei schöpfen wir das Potenzial unserer ZHAW-Interdisziplinarität aus. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Webseite www.zhaw.ch/digitalhealth.

Ein Beitrag von Eva Frei.

Weiterbildung

MAS IT-Leadership und TechManagement – Erhalten Sie Informationen aus erster Hand

Erfahren Sie in unserem Online Webinar am 28.11.2019 wie Sie sich mit dem MAS «IT-Leadership und TechManagement» im Bereich Digitalisierung, Agilität, TechManagement und Mitarbeiterführung auf den neuesten Stand bringen.

Zeitgerechte IT Führungs- und Managementansätze sowie begeisterte Mitarbeiter machen den Erfolg der Zukunft aus! Genau bei diesen Themen liegt der Fokus unseres neu konzipierten MAS IT-Leadership und TechManagement. Der MAS besteht aus den zwei Pflicht-CAS «Strategisches IT-und TechManagement» und «IT-Leadership und innovative Organisationen» sowie zwei CAS, welche aus dem Wahlpflichtbereich gewählt werden können. Der MAS besteht somit aus insgesamt vier CAS und wird mit einer Masterarbeit finalisiert.

Durch die Auswahl der interdisziplinären CAS werden verschiedene Informations- und digitale Technologien behandelt. Mit dem MAS bieten wir Ihnen einen einzigartigen und praxisorientierten Weiterbildungslehrgang für (angehende) IT-Führungskräfte. Dieser befähigt Sie, den Nutzen der IT zu maximieren und Ihre Karriere zu beschleunigen.

Erfahren Sie mehr und melden Sie sich noch heute für unser Online Webinar an. Das Webinar dauert rund 45 Minuten, vermittelt Ihnen bequem das nötige Wissen und bietet Ihnen die Möglichkeit auch Fragen zu stellen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Forschung

Web-Tracking bei Schweizer Versicherungen und Banken

Yannik Schweizer hat in seiner Bachelor-Arbeit an der ZHAW im Mai 2019 die Webseiten der Mitglieder des Schweizerischen Versicherungsverbands (SVV) und von SwissBanking auf Tracking untersucht. Die detaillierten Ergebnisse können am Ende des Beitrags heruntergeladen werden. Die Webseiten wurden automatisiert mit dem Privacy Tool «OpenWPM Crawler» aufgerufen. Dabei wurden alle Tracking-Aktivitäten aufgezeichnet. Mittels einer Tracker-Datenbank konnte anschliessend überprüft werden, wie viele bekannte Tracker auf einer Webseite eingebunden wurden und zu welcher Kategorie sie gehörten. Dabei erfolgte eine detaillierte Untersuchung sowohl von Session Replay Tools als auch von häufig angewendeten Fingerprinting-Methoden. Session Replay Tools erlauben die Aufzeichnung aller Maus- und Tastatureingaben auf einer Webseite. Fingerprinting ermöglicht das Wiedererkennen von Nutzerinnen und Nutzern anhand der Browser- und Computereinstellungen. Weiter wurde untersucht, welche Drittparteien (Google, Facebook, Twitter etc.) die Tracking-Informationen untereinander austauschen («Cookie Syncing»). Damit können Nutzerinnen und Nutzer über verschiedene Webseiten getrackt werden. Die Untersuchungsergebnisse von 341 Webseiten zeigen, dass eine beachtliche Anzahl Webseiten der Mitglieder sowohl des SVV (55 von 64 Webseiten, 86 Prozent) als auch von SwissBanking (209 von 277 Webseiten, 75 Prozent) Tracker von Drittparteien nutzen (siehe Abbildungen).

Bei Versicherungen sind im Median fünf Tracker pro Seite eingebunden (Maximum: 27 Tracker pro Webseite). Bei den Banken beträgt der Median drei Tracker bei den Seiten mit Trackern (Maximum: 45 Tracker). 14 der SVV-Webseiten (22 Prozent) nutzen Session Replay Tools. Bei Mitgliedern von SwissBanking sind es 17 Webseiten (6 Prozent). Unter den Mitgliedern von Swissbanking nutzen vier Webseiten eine oder mehrere Fingerprinting-Methoden. Bei den SVV-Webseiten konnte kein Fingerprinting gefunden werden. Cookie Syncing konnte sowohl bei Mitgliedern des SVV als auch bei denjenigen von SwissBanking auf je acht Webseiten beobachtet werden. Besonders verbreitet sind die Tracker von Alphabet (Google); sie sind auf 80 Prozent der SVV-Webseiten und 65 Prozent der Webseiten von SwissBanking vertreten (siehe Abbildungen).

Die detaillierten Ergebnisse können hier heruntergeladen werden:

Mehr über Tracking erfahren am WINsights Symposium 2020

Beim WINsights Symposium 2020  am 12. März in Winterthur erfahren Sie in einem Thementrack mehr über Tracking und dessen rechtskonforme Umsetzung.

Ein Beitrag von Dr. Nico Ebert.

Forschung

Wie verbreitet ist das Benutzer-Tracking in Apps in der Schweiz?

Vollständiger Artikel zum Thema: Nico Ebert, Michael Schmid, Yannik Böni: Verbreitung von App-Tracking in der Schweiz, digma – Zeitschrift für Datenrecht und Informationssicherheit, Ausgabe Dezember / 2019.

Benutzer werden nicht nur auf Webseiten, sondern auch in Apps getrackt. Das App-Tracking dient primär der Optimierung von Apps und der Personalisierung von Werbung. In aller Regel nutzen Anbieter einer App zum Tracking Plugins anderer Unternehmen, die in die App integriert werden («Third-Party Tracking»). Diese Plugins identifizieren den Nutzer anhand von eindeutigen Merkmalen und übermitteln die Daten zum Plugin-Anbieter. Der Plugin-Anbieter stellt dem App-Anbieter schliesslich Nutzungsstatistiken zur Verfügung oder nutzt die Daten zur (Echtzeit-)Personalisierung von Werbeanzeigen in der App.

In zwei Abschlussarbeiten wurde die Verbreitung des App-Trackings in Android-Apps in der Schweiz untersucht. In beiden Arbeiten lag das Augenmerk neben der Identifikation von Third-Party-Trackern und deren Anbietern auch auf der Frage, ob das Tracking in den Datenschutzerklärungen der Apps erwähnt wird. Eine Liste der betroffenen Apps und Tracker finden Sie am Ende des Beitrags.

Tracking in den beliebtesten kostenlosen Android-Apps

Michael Schmid hat in seiner Masterarbeit die 540 populärsten kostenlosen Android-Apps im Google Play Store analysiert (Stichtag: 3.3.2019). Die Tracker wurden anhand von Signaturen in den App-Dateien aufgespürt. Von den analysierten 540 Apps enthielten 93% mindestens einen Tracker. Die drei verbreitetsten Tracker sind Google Firebase Analytics, Google Ads und Google DoubleClick (alle Alphabet-Konzern), gefolgt von den Trackern von Facebook (Login, Share und Analytics). Bei der Hälfte der untersuchten Datenschutzerklärungen konnten Hinweise auf eine Datenerhebung mittels Third-Party-Trackern ermittelt werden. Einige Datenschutzerklärungen wiesen lediglich indirekt auf das Tracking hin (etwa durch den Verweis auf die Einbindung von Produkten von Facebook).

Tracking in Android-Apps der Schweizer Bundesverwaltung

Yannik Böni hat in seiner Bachelorarbeit 51 Android-Apps mit Bezug zur Schweizer Bundesverwaltung untersucht (Stichtag: 1.4.2019). Dazu zählen Apps, die direkt oder im Auftrag der Bundesverwaltung publiziert und/oder finanziell von der Bundesverwaltung unterstützt wurden. Zunächst wurde in den App-Dateien bei 29 Apps mindestens ein Tracker identifiziert. Anschliessend wurden die Apps ausgeführt und ihr Verhalten analysiert. In 21 Apps (41%) konnte eine Tracking-Aktivität beobachtet werden, wobei 18 dieser 21 Apps Daten an den Alphabet-Konzern und 8 Apps die eindeutige Google Advertising ID übermitteln. Fast alle der 21 Apps übertragen Geräteinformationen wie das Modell oder die Version des Betriebssystems. Nur bei 25 der 51 Apps war im Google Play Store eine Datenschutzerklärung hinterlegt. Die vollständige Offenlegung der eingesetzten Third-Party-Trackern konnte bei keiner der 21 Apps festgestellt werden.

PDFs zum Herunterladen:

Mehr über Tracking erfahren am WINsights Symposium 2020

Beim WINsights Symposium 2020 am 12. März in Winterthur erfahren Sie in einem Thementrack mehr über Tracking und dessen rechtskonforme Umsetzung.

Ein Beitrag von Dr. Nico Ebert

Weiterbildung

Zwei neue und massgeschneiderte CAS für IT-Führungskräfte: IT-Leadership und TechManagement

Die IT-Organisation ist ebenso im Umbruch, wie fast alle Unternehmen. Jeder möchte sich transformieren, digitalisieren und agil werden. Daraus resultieren sehr hohe Erwartungen an die interne IT-Abteilung und den IT-Führungskreis. Um auch zukünftig nicht an Bedeutung zu verlieren, gerät die IT also zunehmend unter Druck durch die eigenen Mitarbeitenden, das Management, neue Emerging-Technologien, mögliche Outsourcer etc. Das muss nicht sein!

Was sind die wichtigsten Handlungsfelder, um im digitalen Zeitalter als IT-Abteilung erfolgreich zu sein? Neben den «Hygienefaktoren» wie der Kostenoptimierung und der Operational Excellence, bieten sich verschiedene Handlungsfelder an, so zum Beispiel: 

  • Positionierung der IT als Wertbringer: Durch aktives IT-Marketing und mittels klarem Nachweis des kritischen Business-Value-Beitrages der IT
  • Vorantreiben der digitalen Strategie: Mittels abgestimmter Geschäftsstrategie und Fokussierung auf Kundenzentriertheit einen Weg in die Zukunft aufzeigen.
  • Modernisierung der IT-Organisation: Interne Entwicklung und Transformation der IT-Organisation und -Kultur mittels modernen IT-Führungsansätzen.
  • Entwicklung der digitalen Architektur für die Zukunft: Unternehmensweite Konzeption und Realisierung eines Bebauungsplans für ein einheitliches Datenmanagement und einer oder mehrerer digitalen Plattformen für den zielführenden Einsatz von digitalen Fähigkeiten in allen Abteilungen und gegenüber dem Kunden.
  • Open Innnovation: Aufbau von Ökosystemen und Netzwerken zur Verwirklichung der Innovationsfelder des Unternehmens.

Um den Weiterbildungsbedarf im IT-Führungsteam bestmöglich zu ermitteln, hat das Institut für Wirtschaftsinformatik der ZHAW SML mehrere qualitative Interviews mit IT-Entscheidern und eine quantitative Umfrage im DACH-Raum durchgeführt. Die Ergebnisse flossen zusammen mit Best-Practice-Erfahrungen aus der Praxis und dem letzten Stand der Wissenschaft in zwei neue, innovative CAS.

Das bieten die neuen CAS IT-Leadership und innovative Organisationen und Strategisches IT- und TechManagement

Viele IT-Führungskräfte stehen vor dem nächsten Karriereschritt oder neuen Herausforderungen, besitzen aber einen sehr technischen Hintergrund. Oft reicht das bestehende Know-how alleine nicht mehr aus, um die Mitarbeitenden zu begeistern, das Business zu überzeugen und die steigenden Anforderungen an Leadership- und Softskills zu erfüllen. Hier bietet die ZHAW mit dem CAS IT-Leadership und innovative Organisationen einen besonders auf IT-Führungskräfte ausgerichteten Lehrgang. Dieser konzentriert sich nicht nur auf die persönliche Kompetenzentwicklung, sondern auch auf die IT-Mitarbeiterführung und -Organisationsentwicklung. Denn nur eine Führungspersönlichkeit, die sich selbst gut versteht und die eigenen Fähigkeiten entsprechend ausloten kann, kann auch das Maximum für die IT-Organisation und ihre Mitarbeitenden leisten.

Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an ein strategisches IT-Management der Daten, Prozesse, Technologien, Provider und der digitalen Unternehmensarchitektur. Hier bietet die ZHAW mit dem CAS Strategisches IT- und TechManagement einen Lehrgang, der holistisch, aber auch kritisch die Best-Practice-Beispiele einer erfolgreichen Enterprise IT betrachtet. Es geht also nicht nur darum, Detailwissen einzelner Frameworks, Methoden und Tools kennenzulernen, sondern die Fähigkeit zu entwickeln, Vor- und Nachteile zu verstehen und Optionen zu bewerten, um letztlich strategische sowie taktische Entscheidungen zielführend treffen zu können.

Diese Mehrwerte ergeben sich für die Teilnehmenden in Richtung «Value oriented IT-Organisation»

Die Lehrgänge befähigen die Teilnehmenden

  • eine ganzheitliche Sicht auf die führungsbezogenen Aspekte des IT-Leadership zu gewinnen und das strategische TechManagement einer erfolgreichen Enterprise IT zu erfassen.
  • eine IT-Vision zu entwickeln, die sowohl die Mitarbeitenden als auch die Stakeholder und die Unternehmensführung abholt und überzeugt.
  • Zusammenhänge zwischen IT-Strategie, adaptiver Governance und der Wertsteigerung der IT mit den taktischen und operativen Aufgaben der IT-Organisation zu verbinden.
  • anhand praktischer Fallbeispiele und Übungen, auch aus dem eigenen Anwendungsbereich, die erlernte Theorie und Best-Practice-Ansätze greifbar zu machen.
  • mit neuen Methoden und Werkzeugen umzugehen, die bei der Abschätzung, Bewertung und Konzeption von Entscheidungen im komplexen IT-Umfeld helfen.
  • im offenen Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Senior IT-Managern und Peers ihr eigenes Informations- und Beziehungsnetzwerk zu stärken.

Wichtig zu erwähnen ist, dass ein Grossteil der Blockveranstaltungen von erfahrenen Senior IT-Praktikern und C-Level-Referierenden gestaltet wird. Um den Wissensaufbau und Erfahrungsaustausch auch nach Abschluss des CAS konsequent fortzusetzen, finden im Rahmen des Netzwerks «Digital Business Leaders» und des «CxO-Exchange Panels» regelmässige Netzwerkanlässe mit renommierten Referenden statt.

Weitere Informationen zu den beiden CAS finden Sie unter www.zhaw.ch/iwi/casilio und www.zhaw.ch/iwi/cassitm

Ein Beitrag von Dr. Christian Russ

Forschung

Die Quirin-Formel: Die DNA erfolgreicher Autohäuser entschlüsselt

Die Automobilbrache durchlebt einmal mehr eine Phase gravierender Veränderungen: Während Klima-Ziele, die DSGVO, der steigende Einfluss von Google, Apple und Alibaba oder der Direktvertrieb seitens der Hersteller eher als Bedrohung gesehen werden, geistern Aspekte wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz oder Big Data als Mittel zur Erreichung ambitiöser Zielvorgaben durch die Köpfe der Entscheidungsträger. Um die Potenziale neuer Technologien gewinnbringend nutzen zu können, müssen Autohäuser aber auch grundlegende Hausaufgaben machen, um die Weichen auf Erfolg zu stellen. Genau hier setzt die «Quirin-Formel» an.

Zugegeben, man fragt sich vielleicht im ersten Moment, was ein Fachbuch über das Management von Autohäusern mit Wirtschaftsinformatik zu tun hat. Durch das notwendige Zusammenspiel von Autohaus, Importeur und Hersteller müssen Daten unterschiedlichster Ebenen (Kunde, Verkauf, After Sales, Garantie, Teile, Versicherung etc.) in Einklang gebracht werden. Dies klingt auf den ersten Blick logisch, der Teufel liegt aber im Detail: So ist es keine Ausnahme, wenn ein Importeur intern bis zu acht verschiedene Datensysteme verwendet, welche aber nur bedingt miteinander kommunizieren bzw. aufeinander abgestimmt sind. Bildlich gesprochen sind Daten der notwendige Treibstoff im Tank – aber nur, wenn es die richtigen Daten sind. Ansonsten ist der Effekt so, wie wenn man Diesel in einen Benzinmotor füllt und sich wundert, wenn das Fahrzeug nicht fährt.

Daten sind das notwendige Benzin im Tank

Fragt man z. B. vier Verkaufsberater, wie gross der Kundenstamm ihres Autohauses ist, weichen die Antworten teilweise so gravierend voneinander ab, dass unwillkürlich innerlich die Frage aufkommt, ob diese wirklich im gleichen Autohaus arbeiten. Der Kundenstamm ist zwar der Goldschatz des Autohauses – wird aber oftmals stark vernachlässigt. Unsere durchgeführten Kundenstammanalysen zeigten zum Beispiel, dass durchschnittlich 36 Prozent der Kundschaft gar nicht mehr das Fahrzeug fahren, welches im DMS erfasst ist und nur 41 Prozent einem aktuellen Verkaufsberater zugeteilt sind. Gehen wir noch einen Schritt weiter: Im Durchschnitt sind nur von 35 Prozent der Kundschaft eine E-Mail-Adresse und von 85 Prozent eine Telefonnummer erfasst. Gleichzeitig hört man, ob der Euphorie für die Digitalisierung, nicht selten das Statement «Wir brauchen für das Kundenstamm-Management künftig nur noch die Telefonnummer und E-Mail-Adresse des Kunden – den Rest macht dann die Digitalisierung.» Aber: Ist es in Anbetracht beschränkter zeitlicher und finanzieller Ressourcen im Autohaus nicht unbedingte Voraussetzung, vorgängig ein klares Verständnis zu haben über die quantitative und inhaltliche Zusammensetzung des eigenen Kundenstamms und bewusst zu entscheiden, auf welche Kunden sich künftig fokussiert werden soll?

Die Quirin-Formel

Im vorliegenden Buch durfte ich meine gesammelten Praxiserfahrungen aus der Begleitung von Autohäusern in den relevanten Teildisziplinen bei der Arbeit an der Zufriedenheit von Mitarbeitenden und Kundschaft, am Volumen und an der Profitabilität zusammenfassen. Dem Gedanken des konsequenten Praxisbezuges folgend, wurde dabei jeweils mit dem Autohaus «Quirin» gearbeitet, welches in anonymisierter Form ein real existierendes Autohaus abbildet. Betrachtet werden hierin alle relevanten Disziplinen zur strategischen und operativen Führung des Autohauses: Strategieentwicklung, Führung, Entwicklung der Mitarbeitenden, Kundenstamm-Management, Neukundengewinnung, Verkaufsplanung und -steuerung, Kundenzufriedenheit, Prozessmanagement und Profitabilität. Die einzelnen Kapitel sind hierbei alle mit der gleichen Logik aufgebaut: Zu Beginn finden sich zehn Kernfragen, denen im Verlaufe nachgegangen wird. Anschliessend wird die erlebte Praxis beschrieben. Weiter geht es mit praxiserprobten Konzepten und Vorgehensweisen, um an der jeweiligen Thematik zu arbeiten. Abgeschlossen wird das Kapitel mit der zusammenfassenden Beantwortung der zehn Kernfragen. Der Leser bzw. die Leserin gewinnt so konkrete Ideen und Anleitungen, um seine bzw. ihre persönliche Erfolgsformel für das eigene Autohaus abzuleiten.

Aus der Praxis für die Praxis – und für Sie

Bekommt die Leserschaft nur reine Theorien vorgesetzt, kommt schnell die Frage auf «Und was heisst das jetzt konkret für uns?» Aus diesem Grunde war bei der inhaltlichen Gestaltung zentral, Theorie und Praxis in ein sinnvolles Verhältnis zu bringen und aus der Praxis zu erzählen. Die «Quirin-Formel» bildet das inhaltliche Fundament für unseren im Herbst startenden CAS Datenbasiertes Autohaus Management (www.zhaw.ch/iwi/casahm). Dieser richtet sich an Führungskräfte im Autohaus und an Mitarbeitende bei Herstellern und Importeuren, welche die Autohäuser eng auf dem Weg zur Erreichung der anvisierten Ziele begleiten. Ziel des CAS ist es, dass die Teilnehmenden ihre persönliche Erfolgsformel für das eigene Autohaus entwickeln und die Chancen der aktuellen Entwicklungen in der Automobilbranche konsequent nutzen.

Ein Beitrag von Dr. Andreas Block.