Von hybriden Lehrsettings, interdisziplinären Formaten und Augmented Reality im Unterrichtsraum

Ein Beitrag von Svenia Schneider-Wulf

Am 5. Juli bot die Tagung „ZHAW bildet! Neue Lehr- und Lernkonzepte“ die Möglichkeit, verschiedene Praxisprojekte aus Lehre und Weiterbildung der ZHAW kennenzulernen und sich mit Kollegen:innen über aktuelle Entwicklungen auszutauschen. Fünf Input-Präsentationen gaben kurze, konzentrierte Einblicke. In den elf angebotenen Workshops konnten sich die Teilnehmenden in einzelne Themenfelder vertiefen.

Rund 100 Teilnehmer:innen folgten am 5. Juli 2022 der Einladung des Ressort Bildung und kamen zur Tagung „ZHAW bildet! Neue Lehr- und Lernkonzepte“ im Haus Adeline Favre auf dem ZHAW-Campus in Winterthur zusammen. Mitarbeitende aus fast allen ZHAW-Departementen und den zentralen Einrichtungen trugen mit ihren Referaten und Workshops zur Gestaltung eines vielseitigen Tagungsprogramms bei.

Raum für fachlichen Austausch, ZHAW-weite Vernetzung und informelle Gespräche schaffen

Die Idee eine Veranstaltung zu neuen Lehr- und Lernkonzepten an der ZHAW auszurichten, entwickelten wir im Ressort Bildung bereits Anfang des Jahres. Nach den in 2020/2021 eher eingeschränkten Möglichkeiten sich direkt und persönlich auszutauschen bei einer gleichzeitig rasanten Entwicklung im Bildungsbereich in dieser Zeit, waren wir uns schnell einig, dass wir ein internes Format mit breiten fachlichen Inputs aus den verschiedenen Departementen und viel Raum für interpersonellen Austausch auf den Weg bringen wollten. Optimistisch planten wir die Tagung «onsite», obwohl im Januar noch lange nicht feststand, ob eine solche Durchführung pandemiebedingt dann auch möglich sein würde. Wir hatten Glück!

Wir waren neugierig darauf, wo die ZHAW in Lehre und Weiterbildung nach rund zwei Jahren «Pandemie-Betrieb» steht und gespannt auf das «New Normal». Bewusst offen formulierten wir daher den «Call für Beiträge». Die vielen spannenden Einreichungen, die wir erhielten und die Bereitschaft und das Interesse der ZHAW-Lehrenden und Lehrunterstützenden, ihre Erfahrungen und Wissen im Rahmen einer Tagung mit Kollegen:innen zu teilen, waren grossartig! So war es dann für Lisa Messenzehl-Kölbl, Leiterin Fachgruppe Lehrtechnologien und Didaktik, und mich ein leichtes, daraus ein rundes Tagungsprogramm zu stricken.

ZHAW bildet! – eine kleine Tour d`Horizon durch die gelebte Vielfalt der ZHAW

Am 5. Juli dann wurden die eintreffenden Tagungsteilnehmer:innen bereits gegen 8.30 Uhr mit Live-Musik begrüsst und mit der Kora, einer afrikanischen Harfe, vom Foyer in den Hörsaal «gerufen»: Die starken Klänge der Band DrumEvents stimmten auf den Tag ein und machten auch die letzten Gäste munter. Noch weitere zweimal überraschten die beiden Trommler dann im Tagesverlauf das Tagungspublikum mit kurzen, teils interaktiven, Einlagen.

Nach Begrüssung und Einführung durch Reto Steiner, Leiter Ressort Bildung und Direktor der ZHAW School of Management & Law, forderten die ersten drei Referate am Vormittag die volle Aufmerksamkeit des Plenums. Bereits der Einstieg – Präsentationen aus den Departementen Angewandte Linguistik, Angewandte Psychologie sowie Life Science und Facility Management – stimmte auf die Vielfalt des Tages ein und spannte einen weiten Bogen auf: Einblicke in die unterschiedliche Wahrnehmung hybriden Unterrichts durch Lehrende und Lernende bot eine Studie von Guido Keel und Morgan Kavanagh. Lilian Suter sprach über Blended-Learning im Forschungsprozess der Studierenden während Thomas Bratschi und Klara Kehnel das Open Curriculum-Konzept des noch jungen ZHAW-Studiengangs «Preneurship for Regenerative Food Systems» vorstellten.

Die anschliessende Kaffeepause bot Gelegenheit das Gehörte weiter mit den Kollegen:innen zu diskutieren und sich mit den Referent:innen auszutauschen, bevor sich alle gut gelaunt und gestärkt auf die Workshopräume verteilten. Ob zum Therapie-, Trainings- und Beratungszentrum «THETRIZ» (Claudia Putscher), zu Collaborative Online International Learning (Daniel von Felten, Anja Schnyder), zum Lerndesign-Tool MySkripting (Claude Müller Werder) oder Digitalen Lehr- und Lernformaten für die interne Weiterbildung (Miriam Fischer, Franziska Hirt, Magrit Meyer Kälin) – es gab auch hier viel Neues und Wissenswertes zu hören und zu erleben.

Impressionen und Statements von Teilnehmenden und aus den Workshops

Das Nachmittagsprogramm folgte dem bereits vertrauten Mix. In ihrem Referat präsentierten Josef Adam und Adrian Fassbind die fruchtbare interdisziplinäre Zusammenarbeit der recht unterschiedlichen Studienfächer Ergotherapie und Maschinenbau in der Produktentwicklung. Die Chancen und Herausforderungen eines 100% online stattfindenden Weiterbildungsangebots in der Beratung wurden von Christoph Negri aufgezeigt. Praxisorientiert, interdisziplinär und digital ging es für die Teilnehmenden dann auch mit Workshop-Angeboten zu Open Educational Resources (Roger Flühler), Flexiblen Lehr- und Lernräume im Blended Format (Christian Coenen, Elisabeth Dumont, Francesca Venturini, Isabelle Wrase), digitalen Prüfungen (Lisa Messenzehl, Josef Spillner) oder Augmented Reality-Anwendungen (Roger Seiler, David Mayer) weiter. Auch das THETRIZ (Claudia Putscher) konnte noch einmal besichtigt werden.

Zum Abschluss des Tages versammelten sich alle wieder im Hörsaal, wo Patrick Hunger, Leiter Stabsstelle Ressort Bildung, viele der diskutierten Gedanken bündelte und damit verknüpft erste Zielsetzungen für das neue Ressort Bildung unter den Stichworten “Strategiebrücke sein”, “Bildungsraum schaffen” und “Bildungsvielfalt ermöglichen” vorstellte. Beim anschliessenden Apéro wurden begonnene Gesprächsfäden wieder aufgegriffen und die Eindrücke des Tages bei neuerlichen Klängen von Drumevents Revue passieren gelassen.

Die digitale Transformation der Hochschulen, die Idee von Bildung als Lebensaufgabe, der Wunsch nach individualisierten und flexibilisierten Bildungszugänge oder neue Lernmöglichkeiten verändern den Bildungsbereich und fordern dazu heraus, bestehende Lehr- und Lernkonzepte neu zu denken und an sich verändernde Gewohnheiten anzupassen. Dass diese Diskussion in ganzer Breite und Lebendigkeit auch an der ZHAW geführt wird, hat die Tagung mit ihrer Themenvielfalt eindrücklich gezeigt. Wir freuen uns sehr über die vielen positiven und wertschätzenden Rückmeldungen zur Tagung. Nochmals ein grosser Dank an alle Beitragenden für ihre Mitwirkung!

Weitere Informationen und Einblicke zur Tagung „ZHAW bildet! Neue Lehr- und Lernkonzepte“ im Tagungsprogramm und in der September-Ausgabe des ZHAW-Mitarbeitendenmagazins wahzUP.  

Zum neuen Ressort Bildung
Zum 1. April 2022 fusionierten die ZHAW-Ressorts Weiterbildung und Lehre zum neuen Ressort Bildung. Das Ressort Bildung unterstützt die Hochschulleitung bei der Weiterentwicklung der grundständigen Lehre und Weiterbildung im Sinne des Life Long Learnings an der ZHAW. Es gestaltet aktiv den Bildungsraum ZHAW und ermöglicht gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Departementen und den strategischen Initiativen Bildungsvielfalt.


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