Digitalisierung

Campus Innovation: Das Umdenken beginnt dort, wo Rahmen gesprengt werden

Beitrag von Anja C. Wolfer Baka

 

Foto: wikipedia

Die 16. Konferenz Campus Innovation des Multimedia Kontor Hamburg fand 2018 in Kooperation mit dem Konferenztag Jahrestagung UK QPL der Universität Hamburg statt: Am 22. und 23. November trafen sich ExpertInnen und Interessierte aus Hochschulen, Weiterbildungsinstitutionen, Wirtschaft und Politik im Curio-Haus Hamburg. Angepriesen wurde der Dialog zu den Herausforderungen der Digitalisierung im Hochschulbereich.

Die FG Studienadministration vertiefte sich zwei Tage im Track eCampus unter dem Dachthema Hochschulorganisation mit Strategie, Campus- und Dokumentmanagement sowie Forschungsmanagementsystemen.

Erfrischende Keynotes

Petra Grell referiert über «Digitale Assistenzsysteme in der Hochschullehre. Bildungstheoretische Perspektiven.» Sie veranschaulicht, dass der Versuch, eine Situation zu generieren, in der den Lernenden nichts anderes übrigbleibt, als aktiv zu lernen, eine Fiktion darstellt. Je enger das Korsett, umso grösser der Widerstand. Bildung heisst für sie, eine Situation zu gestalten, in der die bereits bestehenden Strukturen und Orientierungen in Frage gestellt und transformiert werden können.

Thomas Bachem, Gründer & Kanzler der CODE University of Applied Sciences, denkt Bildung neu. Er ist überzeugt, dass klassische Modelle scheitern, weil man der Zukunft nicht nur mit einem angepassten Curriculum entgegentreten kann. Studierende an der CODE lernen konsequent projektbasiert und kompetenzorientiert. Die Vision von CODE sind digitale Pioniere, die dank ihren Fähigkeiten, ihrer Neugier und kritischen Urteilskraft die Zukunft aktiv mitgestalten.

Wie innovativ ist die Digitalisierung?

Dass wir in der Welt der Digitalisierung leben, ist keine neue Erkenntnis. Immer wieder wird deutlich: Digitalisierung ist nicht gleichbedeutend mit Innovation und sagt schlussendlich nichts über Qualität aus. Wie weit dehnbar die Begrifflichkeit «Digitalisierung im Hochschulbereich» ist, offenbart sich in jedem der einzelnen Kurzreferate. Kai Dornseiff, myconsult GmbH, sieht die E-Rechnung als Treiber einer digitalen Informationslandschaft, Tobias Irlinger, Katholische Stiftungshochschule München, und Torsten Fürbringer, Simovative GmbH, plädieren für eine digitale Signatur von Bescheiden, deren rechtliche Gültigkeit seit dem 01.07.2016 in der EU Verordnung verankert ist. Wir sind verblüfft, dass offenbar 80% der Verwaltungsprozesse nicht digital unterstützt werden.

Wenn Grenzen ausgeblendet werden

Wolfgang Radenbach, Universität Göttigen, zeigt in seinem Referat „Vom eCampus zum Smartcampus“, wie mit Hilfe eines Dokument- und Workflowmanagementsystems (DMS) NutzerInnen unterstützt und papierbasierte Prozesse weiterentwickelt werden. Seine Grundsätze: „NutzerInnen stehen im Fokus, es gibt keine Tabus, Papier wird nur wenn notwendig gebraucht und Zwischenschritte in Prozessumstellungen werden rasch implementiert.“

Um wirklich Visionen entwickeln zu können, muss man, ist Wolfgang Radenbach überzeugt, die momentan gesetzten Grenzen ausblenden. Dies zeigt er eindrücklich am Beispiel, dass rechtliche Parameter aufgrund von den entwickelten Prozessen der Universität Götingen vom Ministerium geändert wurden, so dass es neu im Bundesland erlaubt ist, elektronische Bescheide zu erstellen.

Hier geht es zu den Podcats der Keynotes und Referaten.

https://www.podcampus.de/channels/dYvxD

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