Innovation für eine nachhaltige Zukunft?

Bringen wir schnell genug neue Innovationen auf den Weg, um die grossen Herausforderungen der Umweltkrisen zu bewältigen, z.B. die Schweizer Klimaziele für 2050 zu erreichen und die planetaren Grenzen nicht zu überschreiten? Im Artikel ”Are more innovations the key to a transition into a more sustainable future?” gehen Yves Loerincik (eqlosion), Loé Maire (eqlosion), Christina Marchand (ZHAW) und Devon Wemyss (ZHAW) diesen Fragen nach und identifizieren zusätzlich die Probleme und Möglichkeiten, wie wir den Einsatz bestehender Technologien beschleunigen können, um unsere Ziele zu erreichen.

Interviews mit fünf Experten, Umfragen unter Startups und eine Literaturrecherche zeigen, dass uns bereits viele Cleantech-Technologien zur Verfügung stehen, mit denen wir die Kohlenstoffneutralität, auch bekannt als Netto-Null, erreichen können. Mit ausgereiften und bereits verfügbaren Technologien könnten wir 50 bis 70 % der derzeit bekannten Umweltprobleme lösen. Der Rest kann mehrheitlich mit Technologien angegangen werden, die bereits existieren und bewiesen sind, aber erst noch auf den Markt gebracht werden müssen.

Die grössten aktuellen Herausforderungen sind daher (in der Reihenfolge ihrer Bedeutung): 1. die massive Skalierung der verfügbaren Technologien, 2. die Markteinführung geprüfter, aber noch nicht ganz ausgereifter Technologien und 3. Weitere, neue Innovationen, um die verbleibenden Lücken zu schließen. Diese neuen Innovationen werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit hervorbringen, wenn wir den ersten Hebel erfolgreich umlegen, da eine massive Skalierung der verfügbaren Technologien einen großen Anreiz für Neues schafft und zu hohen Investitionen und großem Interesse führt.

Fünf begrenzende Faktoren für eine massive Skalierung sind:

  • Der heutige rechtliche Rahmen begünstigt diese umweltfreundlichen Technologien nicht.
  • Während viel öffentliches Geld in Forschung und Entwicklung fließt, wird nur sehr wenig für die Markteinführung von Innovationen ausgegeben.
  • Die Dringlichkeit der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit ist vielen nicht klar und führt zu einem verminderten Druck auf Stakeholder und Akteure.
  • Öffentliche und private Organisationen wenden nicht genügend Ressourcen für die Zukunftsforschung auf. Eine stärkere Antizipation von Risiken und Chancen könnte die Übernahme neuer Technologien begünstigen.     
  • In gewissen Berufen scheitert die breite Einführung der neuen Technologien an mangelnden Qualifikationen der Fachkräfte.
  • Nicht alle Technologien bauen auf einem funktionierenden Geschäftsmodell auf. Einigen fehlt es an finanzieller Wettbewerbsfähigkeit.

Die Bewältigung der riesigen Herausforderung diese wichtigen Technologien schnell zu skalieren, erfordert von den Entscheidungsträgern auf verschiedenen Ebenen eine Anpassung ihrer Arbeitsweise und der Art, wie Entscheidungen getroffen werden. Wie in den Interviews hervorgehoben wird, ist eine Mischung aus verschiedenen Maßnahmen und Entscheidungen zentral, um die Einführung und Verbreitung bestimmter Technologien zu erreichen.

Den vollen Artikel auf Englisch findet ihr hier. Möchtet ihr euch im Bereich Nachhaltigkeit und Innovation weiterbilden? Dann klickt hier für mehr Informationen zum CAS Sustainable Innovation.

Bildquelle: Adobe.stock.com


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