Kann regenerative Landwirtschaft ertragreicher sein als konventionelle Landwirtschaft?

Um bis 2050 eine Bevölkerung von fast 10 Milliarden Menschen nachhaltig ernähren zu können, muss das Ernährungssystem revolutioniert werden1. Ein möglicher Ansatz ist die regenerative Landwirtschaft, welche eine ganzheitliche, naturnahe und ökologisch nachhaltige Lebensmittelproduktion zum Ziel hat. Doch kann mit diesem Ansatz gleich viel oder sogar mehr produziert werden als mit konventioneller Landwirtschaft und so eine zunehmende Bevölkerung ernährt werden?

«Beim Humusaufbau ergibt eins plus eins nicht immer zwei»

Weshalb ist es wichtig, dass der Gehalt von organischer Bodensubstanz – des sogenannten Humus – in Landwirtschaftsböden stabilisiert und erhöht wird? Und weshalb ist dies nicht immer so einfach? In Interviews wurden Stimmen von zehn tätigen Landwirtinnen und Landwirten zu ihrer Motivation und den durch sie wahrgenommenen Schwierigkeiten in Bezug auf Humusaufbau aufgenommen. Basierend auf den Auswertungen der Interviews wurden Stossrichtungen identifiziert, wie humusaufbauende Massnahmen in der Schweizer Landwirtschaft vermehrt zur Anwendung gebracht werden können.

Durch Humusaufbau den Boden unter den Füssen nicht verlieren

Die Förderung von Humusaufbau und der Schutz der Landwirtschaftsböden ist eine wichtige Massnahme zur Minderung der Klimaerwärmung und zur Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion an den Klimawandel. In den letzten hundert Jahren ist uns wahrlich der Boden unter den Füssen verloren gegangen. Denn die Erhaltung und Erhöhung des Humusgehaltes ist herausfordernd. Es braucht ein Umdenken in der landwirtschaftlichen Produktion und eine staatliche, wirtschaftliche Förderung wie auch gesellschaftliche Akzeptanz.