Interview mit Moritz von Startup Swissbreeze

In zwei – drei Sätzen, was macht Swissbreeze?

Unser Startpunkt war Schweizer Luft abgefüllt in Flaschen, etwas später kam unser Koffeinwasser dazu und inzwischen sehen wir uns als Anbieter von Lifestyle Produkten.  

Ihr seid nun nach 6 Monaten aus dem RUNWAY ausgetreten. Wie geht es weiter?

Wir haben uns entschieden das Projekt herunterzufahren. Unser Beweggrund war in erster Linie der hohe Kostenaufwand, der im Rahmen rechtlicher Abklärungen in unseren Zielmärkten, z.B. Indien, auf uns zukäme. Unser Onlinestore wird allerdings erhalten bleiben.

Gehen wir mal ein paar Monate zurück, wie ist die Idee zu Swissbreeze entstanden?
Wir, also das Swissbreeze Team, und drei weitere Freunde waren segeln in Griechenland. Dabei haben wir gemerkt, wie schön die Meeresluft riecht. Das war der Moment, in dem die Idee zu unserem Startup entstanden ist. Zuerst scherzten wir noch darüber, aber als wir zurück in der Schweiz waren, setzten wir uns ernsthaft zusammen und daraus entstand dann Swissbreeze.

Was waren wichtige Schritte oder Milestones für euch?
Es gab sehr viele.

Ein wichtiger Schritt war wohl die Fertigstellung unseres ersten MVPs. Es war ein langer, unstrukturierter Prozess, den wir nach und nach sehr verbesserten. Auch diese Prozessoptimierung war ein wichtiger Schritt. Dann entstand unsere Webpage… Und wir nahmen an der ZHAW Startup Challenge teil, bei der wir den zweiten Platz erlangten – ein weiterer Milestone. Danach ging es stärker um die Markterschliessung und rechtliche Aspekte. Wir entwickelten in dieser Zeit auch unsere weiteren Produkte.

Wie hast du die Zeit im RUNWAY empfunden und würdest du es anderen weiterempfehlen?
Da wir eine kleines «Produktionsbüro» mit unseren Maschinen unten im Technopark hatten, waren wir nicht ganz so oft im RUNWAY. Nichtsdestotrotz haben im Rahmen der ZHAW Startup Challenge, wie auch durch den RUNWAY tolle Leute kennengelernt und viele Kontakte geknüpft, die uns zum Teil sehr weitergeholfen haben. Allein dafür macht es schon Sinn als Gründerin oder Gründer sich im RUNWAY zu bewerben. Man bekommt ausserdem sehr breite Unterstützung und kann dadurch tatsächlich sein Startup «beschleunigen».

Was sind die grössten Learnings aus deiner Zeit im RUNWAY?
Ich bzw. wir haben sehr viel gelernt. Wenn man ein Produkt im Laden sieht, dann denkt man «ja, ok, das wird irgendwo hergestellt». Wenn man dann selbst ein Produkt entwickelt und herstellt, dann sieht man erst, was alles dahinter steckt bis ein Produkt bei uns landet. Ich kann nur sagen: sehr viel Arbeit.

Sehr spannend waren für uns auch die Kundenmeetings mit ausländischen Interessenten. Wenn man mit einem chinesischen CEO am Tisch sitzt und diskutiert, dann lernt man einiges über interkulturelle Zusammenarbeit…

Das Kennenlernen der Startup Kultur, der Leute, der besonderen Arbeitsatmosphäre… –  all dies sind sicherlich Dinge, die man in einem «konventionellen» Job vermissen würde.

Wenn du nun zurück blickst, würdest du etwas anders machen?
Mit meinem heutigen Wissensstand würde ich vielleicht schon ein paar Dinge anders angehen, aber im Grossen und Ganzen ist alles soweit gut gelaufen. Es war ein Vorteil, dass unser Produkt «unkonventionell» ist, somit sind sehr viele auf uns aufmerksam geworden. Dadurch konnten wir bereits ein super Netzwerk aufbauen, das uns sicherlich auch in Zukunft von Nutzen sein wird. Vielleicht bei einem nächsten Produkt. 😉

Würdest du anderen empfehlen, ein Startup zu gründen?
Ich würde es nicht jedem empfehlen. Aber es gibt Leute, die scheinen wie dafür gemacht. Sie sind intrinsisch motiviert, brauchen keine Strukturen, Hierarchien, oder klare Anweisungen.

Sie setzen einfach um, wofür sie brennen. 

Was würdest du anderen potentiellen Gründern mitgeben?
Erstens, falls möglich, bis zum ersten Erfolg im Zielmarkt, das Startup über Ersparnisse, Familie und Freunde finanzieren. Investoren erst später, wenn man etwas vorzuweisen hat, dazu holen.

Zweitens, die rechtlichen Aspekte für die Umsetzung der Idee rechtzeitig klären! Dieses Thema sind wir vielleicht etwas zu spät angegangen…

Nicht vergessen relativ schnell, den Markennamen zu registrieren und die Domain zu kaufen.

Und viertens, versuchen das Gründungsteam breit aufzustellen, sodass man möglichst wenig extern einkaufen muss.