Smart Commuting

Nachhaltiges und zeitgemässes Pendeln?

Pendlerströme nehmen in den urbanen Regionen Europas stetig zu. Das Resultat sind Staus, überlastete ÖV-Systeme und steigende Kosten. Gleichzeitig ermöglichen flexible Arbeitszeitmodelle und Teilzeitarbeit dynamische sowie vielseitigere Lebensstile und Arbeitsweisen. Klassische Büros werden dank der zunehmenden Digitalisierung vermehrt gegen mobile oder private Arbeitsplätze getauscht. Die Veränderungen machen das Überdenken von regionalen Mobilitätsstrategien notwendig und eröffnen Möglichkeiten mit neuen Mobilitätslösungen eine nachhaltige Pendlermobilität zu entwickeln.

Die Voraussetzungen bringen die Nutzer selbst mit: Die Gesellschaft ist bereits vernetzt und digital organisiert. Auf dieser Grundlage können neue digitale Mobilitätsplattformen wie Mobility-as-a-Service (MaaS) oder Ride-Sharing-Apps geschaffen und genutzt werden. So entstehen neue und individualisierte Verkehrsangebote welche ähnlich flexibel wie die individuelle Automobilität sind und so einen Beitrag für nachhaltige Mobilität liefern können. Voraussetzung dafür ist jedoch eine entsprechende Nutzerakzeptanz.

Das europäische Forschungsprojekt „Smart Commuting“, das vom Bundesamt für Energie gefördert wurde, untersuchte dieses Potential anhand einer Fallstudie im Kanton Basel-Stadt. Mittels Pendlerbefragung wurde das Mobilitätsverhalten, die aktuelle Zufriedenheit mit der Mobilitätssituation sowie die Bereitschaft zur Nutzung von neuen Verkehrstechnologien erhoben.

Offenheit der Pendler Sharing Angebote zu nutzen

Zufriedenheit mit dem Pendeln zwischen ÖV und Auto Benutzer

Die Ergebnisse zeigen eine geringe Offenheit der Basler Pendler Sharing-Angebote (Car-Sharing oder Ride-Sharing) für das Pendeln zu nutzen (24%, respektive 15%). Des Weiteren zeigte sich, dass Öffentliche Verkehrsmittel nach wie vor als weniger komfortabel und angenehm als das private Auto gelten. Trotzdem sind diejenigen Pendler, welche zu Fuss oder mit dem Fahrrad zur Arbeit gehen mit der Pendelsituation am zufriedensten. Ein attraktives, lokales Umfeld durch Begrünung von Straßen, breite Fussgänger- und Radwegen sowie geringe Fahrgeschwindigkeiten von Autos könnte dazu veranlassen, mehr zu Fuss oder mit dem Fahrrad zu pendeln. Um diese Entwicklung zu fördern, sowie auch vermehrt auf Sharing zu setzen sind Kooperationen von Verkehrssektor, Politik und Planung sowie der Wirtschaft unverzichtbar – am besten geleitet von Suffizienzstrategien, die nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich in der Summe Vorteile für die Schweiz bringen.

Links zu den Berichten der Studie:

Policy Brief (18 Seiten):

https://www.aramis.admin.ch/Default.aspx?DocumentID=50002&Load=true

Hauptbericht (248 Seiten):

https://www.aramis.admin.ch/Default.aspx?DocumentID=50001&Load=true

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