Monat: September 2019

Die Produktion von morgen

Blogautoren: Thomas Herrmann und Helmut Sedding

Die Produktion von morgen stellt sowohl Unternehmer, Mitarbeiter und Lieferanten, als auch IT-Spezialisten vor viele und komplexe Herausforderungen. Die Planung und Steuerung der Produktionsprozesse ist dabei ein zentrales Element: Wo früher vor allem Auslastung und Kapazität im Vordergrund standen, werden in Zukunft die individuellen Kundenwünsche im Vordergrund stehen. Von den Produktionsabläufen und Mitarbeitern wird dabei mehr Flexibilität verlangt, um stets eine hohe Termintreue und kurze Lieferzeiten gewährleisten zu können. 

Heute stehen bereits umfangreiche Daten zur Analyse der gesamten Produktionskette bereit. Damit können nicht nur Auswertungen vorgenommen, sondern auch effektivere und effizientere Entscheidungen herbeigeführt werden. Die Anforderungen und Erwartungen an die Produktions- und Softwaresysteme steigen somit ebenfalls. An Hand konkreter, beeindruckender Beispiele wurde aufgezeigt, wie die unterschiedlichsten Unternehmen heute die Digitalisierung innerhalb der Produktionskette nutzen: Zum Beispiel die Gärtnerei, die ihre Prozesse mittels RFID und Barcodes soweit optimiert hat, dass die automatisierte Befüllung von LKWs durch eine digitale Ressourcenplanung optimiert und die Lieferung termingerecht stattfindet. Oder im Baugewerbe, welches das Auftragsmanagement mittels ERP-Anbindungen und Mobile-App soweit digitalisiert hat, dass umständliche Papierprozesse auf der Baustelle wegfielen.

Die dritte Konferenz «Perspektiven mit Industrie 4.0» zum Thema «Produktion 4.0: Planung und Steuerung von Produktionsprozessen in der digitalen Welt» ist vor zwei Wochen erfolgreich über die Bühne gegangen. Und bereits beginnt die Planung für die 4. Austragung, welche am 2. September 2020 stattfindet. Nächstes Jahr werden sich die Teilnehmer und Referenten eingehend über die Einsatzgebiete und mannigfaltigen Nutzen von «Digitalen Zwillingen» austauschen können.   

Erfolgreiche dritte Durchführung CAS Industrie 4.0 und CAS Data Product Design an der ZHAW

Blog-Autor: Jürg Meierhofer

Zum dritten Mal haben dieses Jahr die beiden parallel laufenden „CAS Industrie 4.0 – von der Idee zur Umsetzung“ und „CAS Data Product Design“ („Smart Service Engineering“) abgeschlossen. An der Diplomfeier vom 10. September haben zahlreiche hoch motivierte und inspirierte Teilnehmende ihr Zertifikat in Empfang genommen. Herzliche Gratulation!

Ein Highlight an der Diplomfeier war der Austausch mit Patrick Kehrli, Gründer und Geschäftsführer von Prosim, der in seinem Referat und in der Diskussion einen Einblick gab, wie sich ein Startup mit Data Science und Simulation erfolgreich im Markt bewegt.

Der Erfolg dieser Weiterbildungen zeigt auf, dass es bei den Begriffen „Digitalisierung“, „Industrie 4.0“, „Künstliche Intelligenz“ u.v.m. eine reichhaltige Fachebene hinter den Schlagworten gibt. Die Ausgestaltung der Digitalisierung benötigt Expertinnen und Experten, welche in der Breite und in spezialisierten Disziplinen auch in der Tiefe aktuelles Know How haben und dieses in interdisziplinären Teams auch kommunizieren, teilen und zu neuen Lösungen kombinieren können (sog. „teams of T-shaped people“).

Die Anmeldungen für die nächsten Durchführungen ab Februar 2020 laufen bereits.

Digitialisierungsnavigator für KMU

Blog-Autor: Jürg Meierhofer

Die Digitalisierung wirkt sich auf Organisationsbereiche wie Strategie, Produkte und Dienstleistungen, Investitionsvolumen, Personalqualifizierung, Rekrutierung von Spezialisten und Organisationsstrukturen sowie auf das Unternehmensumfeld wie politische, rechtliche, infrastrukturelle und kompetenzfördernde Rahmenbedingungen aus. Das Projekt „Nutzenbasierter Digitalisieren gsnavigator“ (DigiNav) entwickelte ein Verfahren zur systematischen Erfassung, Analyse, Priorisierung und Umsetzung von Digitalisierungspotenzialen in KMU. Im Mittelpunkt stehen der wirtschaftliche Nutzen sowie der ganzheitliche Beitrag zum Unternehmenserfolg.

Der Digitalisierungsnavigator kann hier heruntergeladen werden: http://bzi40.eu/de/publikationen/tags/arbeitswelt/298-nutzenbasierter-digitalisierungsnavigator-wie-kmu-ihre-digitalisierungsstrategie-selbst-entwickeln-koennen

Wachsende Bedeutung der Dienstleistungen

Die ZHAW hat sich aktiv an diesem Projekt beteiligt mit dem Beitrag „Service Transformation und Service Engineering“ beigesteuert hat. Die wirtschaftliche Bedeutung von Services (Synonym: Dienstleistung) nimmt zu. Dies spiegelt sich im kontinuierlichen Wachstum des Dienstleistungssektors (so genannter tertiärer Sektor) wider, der einen erheblichen Anteil an Wirtschaftsleistung und Beschäftigung ausmacht. Die Verlagerung auf Dienstleistungen wird durch gesättigte Märkte und intensiven Wettbewerb getrieben. Auch auf der Kundenseite lässt sich ein Bedarf an Servicevorteilen erkennen: Die Kundennachfrage entwickelt sich in Richtung Serviceverträge und Leistungsgarantien. Die Verlagerung des Fokus von Produkten auf Dienstleistungen ist daher für produzierende Unternehmen von zentraler Bedeutung. Für produzierende Unternehmen besteht das Potenzial für zusätzliche Umsätze auf der Basis von Dienstleistungen. Die Anbieter erweitern ihr Produktgeschäft um margenstärkere Dienstleistungen, was auch die Kundenbindung erhöht. Darüber hinaus generieren Dienstleistungen auf Basis der installierten Basis stabilere Cashflows bei den Umsätzen. In diesem Kapitel werden diese Entwicklung diskutiert und konkrete, für KMU geeignete Instrumente aufgezeigt, mit denen der Wandel vom Produkt zum Dienstleister angegangen werden kann.

Das Projekt IBH-Lab KMUdigital ABH 044 DigiNav wird aus Mitteln des Interreg-Programms „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“, dessen Mittel vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und vom Schweizer Bund zur Verfügung gestellt werden, gefördert.