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Mehr als Bitcoin: Was Blockchain kann und was nicht

Von Bitcoin haben die meisten schon einmal gehört. Doch die Technologie dahinter sowie deren immense Möglichkeiten gehen in der Berichterstattung gerne unter. Im «CAS Blockchain – Von Konzepten zu neuen Geschäftsanwendungen» der School of Management and Law lernen Führungskräfte und Fachpersonal mit Führungsaufgaben, welches Potenzial diese neuen Technologien für ihr Unternehmen bietet.  

Philipp Stalder ist Dozent für Wirtschaftsinformatik an der ZHAW. Das Thema Blockchain beschäftigt ihn schon lange. Im Gespräch mit ZHAW digital erzählt er, welche Schweizer Start-Ups bereits auf die Technologie setzen und was ihn an Blockchain fasziniert.

Philipp Stalder, irgendwie haben wir alle schon mal von Blockchain gehört. Aber was ist das genau?

Eine Blockchain besteht aus aneinander geketteten Datenblöcken, welche eine chronologische und verifizierbare Kette bilden. Diese Verkettungen kann man nicht öffnen oder verändern, ohne dass man Spuren hinterlässt. Sobald man nur einen Datenblock modifiziert, wird die Kette nachprüfbar verändert.

Wie kam es überhaupt zur Blockchain-Technologie?

Der Startschuss war Bitcoin, eine Kryptowährung, welche anonyme Transaktionen zulässt. Allerdings braucht es auch bei Bitcoin Kontrollmechanismen, damit zum Beispiel ein Coin von einer Person nicht mehrfach ausgegeben werden kann. Um diese Bewegungen überprüfbar zu machen, wurde die Blockchain-Technologie eingesetzt. Die Daten werden also nicht auf einem zentralen Server gespeichert, sondern in viele kleine aneinander gereihte Blöcke aufgesplittet, welche für alle Teilnehmer einsehbar sind. So können die getätigten Währungstransaktionen nachvollzogen werden, die Akteure bleiben aber weiterhin anonym.

Was fasziniert dich an der Technologie?

Sie ermöglicht es, getätigte Transaktionen unveränderbar festzuhalten, welche von anonymen Akteuren ausgelöst werden. Das finde ich fürs Gesundheitswesen sehr faszinierend.

Gibt es Schweizer Firmen, bei denen Blockchain zum Einsatz kommt?

Es gibt Apps, welche die Technologie nutzen. Zum Beispiel die Centiva-App, ein e-Health Start Up. Die Nutzer können der App ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung stellen und diese werden anonym an Forschende weitergeleitet. Für ihre Daten erhalten die Nutzer dann Gutscheine, mit denen sie Gesundheitsleistungen bezahlen können.

Procivis ist eine weitere Schweizer App, die auf Blockchain setzt. Die Nutzer können eine digitale Identität erstellen und mit dieser Behördengänge erledigen. Also digital unterschreiben, Dokumente verwalten und in Zukunft soll man auch abstimmen können.

Das SRF-Wissenschaftsformat Einstein hat dem Thema Blockchain eine Folge gewidmet. In diesem werden weitere Anwendungsbeispiele gezeigt.

Was lernen die Teilnehmenden im CAS an der ZHAW?

Sie lernen, wie sie die Blockchain strategisch in ihrem Geschäftsumfeld verwenden können. Wir haben Experten aus diversen Gebieten, die mit den Teilnehmenden ihren spezifischen Business-Case durchgehen. Unser CAS ist sehr praxisorientiert. Bei uns geht es nicht darum, Währungen abzubilden oder Finanztransaktionen zu machen. Die Teilnehmenden erfahren vielmehr, in welchen Business Cases der Einsatz der Blockchain-Technologie strategisch sinnvoll ist und wie dann entsprechende Projekte entwickelt werden.

Wer kann von diesem CAS profitieren?

Das ist ein Angebot für CEOs, CTOs, CIOs und Entscheidungsträger aus verschiedenen Bereichen. Die Blockchain-Technologie kann in Medizin-Apps eingesetzt werden, im Supply Chain-Management oder in der Energie-Wirtschaft. In Amerika gibt es zum Beispiel Projekte, in denen über eine Blockchain der persönliche Energieverbrauch abgerechnet wird. Die Technologie ist sehr vielseitig einsetzbar.

Wird Blockchain die Banken ablösen?

Banken erachte ich als so agil, dass diese auf neue Technologien wie Blockchain eingehen können. Das Bankensystem ist uralt und hat schon diverse Trends überlebt, das wird es auch bezüglich der Blockchain-Technologie.

Also ist Blockchain einfach nur ein kurzfristiger Hype?

Nein, das nicht. Die Blockchain-Technologie hat ein riesiges Potenzial, aber man muss wissen, wo man sie nutzbringend einsetzen kann. Anfänglich wurde die Technologie so gehypt, als ob Blockchain alle Probleme unserer digitalen Welt lösen könnte. Die Anwendung der Blockchain-Technologie bringt jedoch nur in spezifischen Fällen einen sinnvollen Nutzwert. In unserem CAS arbeiten wir mit den Teilnehmenden heraus, in welchen Business Cases dies der Fall ist.

Der Studiengang «CAS Blockchain - Von Konzepten zu neuen Geschäftsanwendungen» am Departement SML der ZHAW startet erstmalig im März 2021 und dauert sieben Monate. Weitere Infos gibt es hier.

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