
«Gerade für Frauen kann ein solches Umfeld zusätzlich wertvoll sein, weil es Raum für Austausch auf Augenhöhe bietet und sichtbar macht, wie unterschiedlich Wege in die IT und in Führungsrollen sein können.»
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- Absolventin: Tanja Amsler
- Jobtitel: Gründerin Indigo Design – Indigo Design unterstützt Unternehmen dabei, komplexe Ideen, Produkte und Inhalte in klare Strategien, Marken und digitale Lösungen zu übersetzen. Das Studio arbeitet an der Schnittstelle von Business, Technologie und Design und begleitet Projekte von der Analyse und Strukturierung bis zur Umsetzung.
- Website: https://indigodesign.xyz
- MAS IT-Leadership und TechManagement: https://www.zhaw.ch/index.php?id=11134
- Datum Interview: Jan 2026
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Liebe Tanja, du hast den MAS IT Leadership & Tech Management erfolgreiche abgeschlossen. Dieser ist ein spezialisiertes Weiterbildungsprogramm für IT- und Digital Leaders. Warum hast du dich für den MAS ITLTM entschieden?
Meine Verbindung zur ZHAW reicht bereits in mein Bachelorstudium in Betriebsökonomie mit Vertiefung General Management zurück. Schon damals hat mich überzeugt, wie konsequent Theorie mit realen Fallbeispielen und praktischer Erfahrung der Dozierenden verbunden wurde. Die Ausbildung war anspruchsvoll, und genau diese Verbindung von akademischer Tiefe und Praxis hat mir eine sehr solide Grundlage für meinen weiteren Berufsweg gegeben und mein Vertrauen in die Qualität der Ausbildung geprägt.
Im Laufe meiner beruflichen Entwicklung habe ich zunehmend an der Schnittstelle von Business und IT gearbeitet und gemerkt, dass genau dort viele der entscheidenden Fragen entstehen, wenn Strategie, Technologie und Menschen zusammenkommen. Der MAS IT Leadership & TechManagement hat mich deshalb besonders angesprochen, weil er genau diese Perspektive systematisch vermittelt und nicht nur technische oder betriebswirtschaftliche Aspekte isoliert betrachtet.
Ein weiterer Grund war, dass Lernen für mich nicht an einem bestimmten Karriereschritt endet. Auch nach mehreren Jahren in Führungsrollen und der Gründung meines eigenen Unternehmens war es mir wichtig, meine Erfahrungen zu reflektieren, zu vertiefen und neue Perspektiven kennenzulernen.
Der Entscheid wurde zusätzlich dadurch erleichtert, dass ich bereits ein CAS an der ZHAW im Bereich Agile Projektmethoden und Requirements Engineering absolviert habe und den MAS modular darauf aufbauen konnte. Insgesamt war der MAS für mich die logische und konsequente Weiterentwicklung meines bisherigen Weges.
Welche Ziele wolltest du mit der Wahl dieses MAS anfänglich verfolgen?
Mein Ziel war es, meine praktischen Erfahrungen akademisch zu vertiefen und in einen grösseren Zusammenhang einzuordnen. Besonders wichtig war mir, von Dozierenden zu lernen, die nicht nur theoretisch versiert sind, sondern selbst über langjährige Erfahrung aus der Praxis verfügen.
Genauso prägend war für mich der Austausch mit anderen Teilnehmenden. In einem Studiengang wie diesem bringen viele bereits mehrere Jahre Berufs- und Führungserfahrung mit. Dadurch entstehen sehr konkrete Gespräche über reale Fragestellungen, zum Beispiel über die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams, die Führung global verteilter Teams oder Entscheidungsprozesse in komplexen Projekten.
Dieser Dialog war für mich ein zentraler Bestandteil des Lernens, weil er Perspektiven eröffnet hat, die man in Lehrbüchern so nicht findet.
Wie hast du das Konzept der zwei Pflicht-CAS zu Leadership und Management sowie der zwei Wahl-CAS erlebt?
Ich habe diese Struktur als sehr durchdacht erlebt. Die Pflicht-CAS schaffen ein gemeinsames Fundament. Einer der beiden war stärker strategisch und technologisch ausgerichtet, während der andere sich vor allem mit Führung, Zusammenarbeit und Organisationsmodellen beschäftigt hat. Beide zusammen geben einen klaren theoretischen und methodischen Rahmen, auf den man später gut aufbauen kann.
Die Wahl-CAS ermöglichen es gleichzeitig, individuelle Interessen und berufliche Schwerpunkte gezielt zu vertiefen. Das passt sehr gut zu einem Studiengang, der sich an Berufstätige mit Erfahrung richtet, denn die Teilnehmenden bringen sehr unterschiedliche Hintergründe mit. Durch die Kombination aus gemeinsamer Basis und individueller Vertiefung entstehen unterschiedliche Profile, die dennoch auf einem gemeinsamen Fundament aufbauen.
Sehr positiv fand ich auch, dass man durch die verschiedenen CAS immer wieder neue Teilnehmende kennenlernt. Dadurch erweitert sich das Netzwerk kontinuierlich, und man kommt mit unterschiedlichen Perspektiven in Kontakt.
Was hat dir am MAS-Programm insgesamt oder in einzelnen CAS besonders am besten gefallen?
Besonders wertvoll war für mich der Austausch mit den Mitstudierenden. Die Gruppe war sehr divers, in Bezug auf Branchen, Funktionen, Seniorität und Organisationsformen. Gleichzeitig herrschte eine grosse Offenheit, und es entstand über die Zeit ein starkes Vertrauen. Dadurch wurde es möglich, auch über schwierige oder komplexe Situationen in Führungsrollen offen zu sprechen, was den Lernprozess sehr praxisnah und persönlich zugleich gemacht hat.
Sehr bereichernd war für mich auch der Pflicht-CAS IT-Leadership und innovative Organisationen. Dort haben wir uns intensiv mit unserer eigenen Persönlichkeit, unserem Führungsstil und unseren Verhaltensmustern auseinandergesetzt. Diese Form der Reflexion war teilweise herausfordernd, aber gerade deshalb sehr wirkungsvoll. Sie wurde von den Dozierenden professionell begleitet und fand in einem Umfeld statt, in dem Offenheit möglich war.
Im CAS Digitale Strategie und Wertschöpfung hat mir besonders gefallen, wie pragmatisch Theorie und reale Anwendungsfälle miteinander verbunden wurden. Wir haben Transformationsprojekte für reale Unternehmen strategisch ausgearbeitet, konkrete Umsetzungsschritte geplant und unsere Konzepte in einem Setting präsentiert, das einer realen Entscheidungssituation sehr nahekam. Diese Verbindung von theoretischen Modellen, Strategiearbeit und konkreter Anwendung war für mich äusserst lehrreich.
Auch die CAS, die gemeinsam mit einer externen Beratungsfirma konzipiert wurden, waren aussergewöhnlich praxisnah. Die Dozierenden brachten viele Erfahrungen aus ihrem Beratungsalltag ein, sprachen offen über Herausforderungen und Lernprozesse und konnten dadurch sehr konkrete Einblicke und anwendbare Lösungsansätze vermitteln.
Was hat dir aus dem MAS bzw. der CAS – Kurse beruflich am meisten geholfen oder dich weitergebracht?
Neben den fachlichen Inhalten war für mich vor allem das Netzwerk sehr wertvoll. Der Austausch mit anderen Führungspersonen, die Offenheit in den Gesprächen und die unterschiedlichen Perspektiven haben meinen eigenen Blick auf Führung, Zusammenarbeit und Organisation stark erweitert.
Ebenso hilfreich war es, viele Dinge, die man im Berufsalltag intuitiv erlebt, durch Modelle und Konzepte besser einordnen zu können. Das schafft Klarheit im Denken und Entscheiden und hilft, Erfahrungen bewusster zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Gerade diese Verbindung von praktischer Erfahrung und strukturiertem Denken ist in der Realität oft entscheidend für den Erfolg von Projekten, wird aber in rein technischen Ausbildungen häufig zu wenig beleuchtet.
Warum würdest du den MAS insbesondere anderen Frauen in der IT- und Digitalisierungswelt weiterempfehlen?
Was ich persönlich sehr geschätzt habe, war der offene Austausch im Studiengang und die Erkenntnis, dass viele Herausforderungen in Führungsrollen universell sind. Gleichzeitig war es sehr aufschlussreich zu erleben, wie unterschiedlich Menschen an ähnliche Fragestellungen herangehen und wie viel man aus diesen verschiedenen Perspektiven lernen kann. Genau davon lebt ein Programm wie dieses.
Ich glaube, dass dieser MAS besonders geeignet für Menschen ist, die neugierig bleiben, sich weiterentwickeln möchten und Freude daran haben, komplexe Themen zu durchdringen, unabhängig davon, aus welchem fachlichen oder persönlichen Hintergrund sie kommen.
Gerade für Frauen kann ein solches Umfeld zusätzlich wertvoll sein, weil es Raum für Austausch auf Augenhöhe bietet und sichtbar macht, wie unterschiedlich Wege in die IT und in Führungsrollen sein können. In der Technologiebranche ist es noch nicht in allen Bereichen selbstverständlich, Frauen in solchen Positionen zu begegnen. Umso bereichernder ist der Austausch mit Personen, die ihren eigenen Weg dorthin gefunden haben, weil er zeigt, wie vielfältig Führung in der Praxis gelebt wird und wie viel Stärke gerade in dieser Vielfalt liegt.
Möchtest du abschließend noch etwas zum MAS ITLTM oder zur ZHAW erwähnen?
Was ich ausserdem geschätzt habe, ist, dass der Studiengang einen klaren fachlichen Rahmen vorgibt und gleichzeitig Raum lässt, eigene Fragestellungen zu entwickeln und aktuelle Themen einzubringen.
Das wurde für mich besonders in der Masterarbeit deutlich. Ich habe mich mit der Frage beschäftigt, wie Technologien wie Artificial Intelligence und Extended Reality eingesetzt werden können, um Führungskräfte darin zu unterstützen, schwierige Gesprächssituationen, Konflikte und Zusammenarbeit in internationalen und interdisziplinären Teams realitätsnah zu trainieren. Ein Thema, das im Alltag vieler IT-Organisationen eine zentrale Rolle spielt.
Für mich wurde dabei sehr greifbar, wie sich die Inhalte des Studiums auf zukunftsrelevante Fragestellungen übertragen lassen und wie wissenschaftliche Methoden und reale Herausforderungen sinnvoll miteinander verbunden werden können. Gerade die Möglichkeit, sich vertieft mit solchen Fragestellungen auseinanderzusetzen und dabei auch angrenzende technologische Entwicklungen einzubeziehen, habe ich als eine grosse Stärke des Studiengangs erlebt.
Herzlichen Dank für das Interview Tanja und deine Gedanken zum MAS ITLTM. Wir wünsche dir weiterhin viel Erfolg sowie viele spannende und bereichernde Projekte!
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