Literaturverwaltung mit Zotero

Beitrag von Andrea Moritz

zoteroEgal ob Semesterarbeit, Experiment oder Masterarbeit: Korrektes Zitieren ist im wissenschaftlichen Umfeld ein Muss. Im Rückgriff auf bereits vorhandene, verifizierte Ergebnisse gilt es neues Wissen aufzubauen. Benutzte Quellen zu deklarieren macht transparent, auf welcher Grundlage die eigene Arbeit entstanden ist.

Goodbye Abtippen

An der ZHAW wird seit Herbst 2016 neu das Open Source Programm Zotero als kostenloses Literaturverwaltungssystem empfohlen. Mit Zotero können Sie Referenzen von Quellen jeglicher Art speichern, organisieren und später wieder zitieren. Ausserdem können Sie in Gruppen zusammenarbeiten und die gefundenen Referenzen mit anderen teilen.

Ein Literaturverwaltungsprogramm wie z.B. Zotero hilft Ihnen dabei den Überblick auch bei großen Literaturmengen zu behalten und erleichtert das richtige Zitieren und Erstellen von Literaturverzeichnissen in schriftlichen Arbeiten. Mit Zotero können Sie Ihre Literaturangeben aus Recherchetools speichern, verwalten, im eigenen Text weiterverarbeiten und mit anderen teilen – und das im Einklang mit den an der ZHAW geltenden Zitierrichtlinien der unterschiedlichen Fachbereiche.

Literatur sammeln und verwalten

Zotero funktioniert in der empfohlenen Version als ein Add-In im Firefox-Browser. Das Sammeln und Verwalten von gefundenen Referenzen ist einfach in den Rechercheprozess integrierbar, die Bedienung entsprechend intuitiv. Bitte prüfen Sie immer, ob die von Zotero vorgeschlagenen bibliografischen Daten korrekt sind.

Zotero Firefox Add-In

Zotero Firefox Add-in

Entspannter zitieren

Mit Hilfe eines dazugehörigen Zotero Word Plug-ins können Sie die gefundenen Referenzen dann in den Text einbinden und nach einem frei wählbaren Zitierstil korrekt ausgeben.

Zotero Word Plug-in

Zotero Word Plug-in

Wenn Sie Safari oder Chrome nutzen, können Sie auch auf die Stand-Alone-Version des Programms ausweichen.

Download und Registrierung

Der Download von Zotero und des dazugehörigen Word-Plugins erfolgt über die Webseite von Zotero. Zotero stellt 300 MB freien Speicherplatz in einer Cloud zur Verfügung. Um diesen nutzen zu können, sowie in Gruppen zusammenarbeiten zu können, ist eine Registrierung nötig. Sie können Ihre Dateien aber auch ohne Registrierung lokal auf dem Laptop oder z.B. auf OneDrive oder SwitchDrive speichern und verwalten.

Android und iOS

Für Android und iOS gibt es derzeit noch keine offizielle Zotero-App. Für fast alle mobilen Browser kann aber das Zotero-Lesezeichen für die Übernahme von Quellenangaben in die Online Library auf zotero.org genutzt werden. Dafür ist vorgängig eine Registrierung bei Zotero nötig. Auf dem Markt befinden sich auch Apps von externen Anbietern, die auf Zotero aufbauen. Eine kleine Übersicht zu Produkten für mobile Endgeräte finden Sie auf der Zotero-Website.

Weitere Infos zu Zotero

  • Weiterführende Infos und Anleitungen inklusive Hilfe-Forum finden sich auf Moodle.
  • Zusätzlich bietet die Hochschulbibliothek zur Einführung an der ZHAW Zotero Crashkurse (Intranet) an.

Alternativen zu Zotero

Einen umfassenden Überblick über derzeit gängige Literaturverwaltungsprogramme bietet eine aktuelle Zusammenstellung der Technischen Universität München.

Mendeley

Hervorgehoben

Mendeley-BeitragsbildMendeley ist ein kostenloses Literaturverwaltungsprogramm das auf allen Betriebssystemen läuft. Mendeley verwaltet aber nicht nur Literatur, es ist gleichzeitig auch ein PDF-Reader und ein soziales, akademisches Netzwerk welches auf verwandte Publikationen hinweist und das erstellen gemeinsamer Literaturverzeichnisse erlaubt. Mendeley gibt es nur auf Englisch.

Wir empfehlen allen Studierenden bereits von Beginn an relevante Literatur zu sammeln und zu organisieren. Damit sind Sie später beim Suchen von Referenzen und dem Zitieren von wissenschaftlichen Quellen bedeutend effizienter. An der ZHAW wird in der Regel das webbasierte RefWorks verwendet. Wenn Sie allerdings keinen ZHAW-spezifischen Zitierstil benötigen und Artikel offline lesen möchten ist Mendeley allenfalls eine gute Alternative. Bitte beachten Sie diesbezüglich die Vorgaben Ihres Instituts.

Literatur importieren

Bei Recherchearbeiten erweist sich der Mendeley Web Importer als äusserst praktisch und effizient. Einfach im Web oder im NEBIS auf den gewünschten Artikel navigieren und das Mendeley PlugIn im Browser aktivieren. Mendeley analysiert daraufhin die Seite und darin enthaltene Publikationen und erstellt basierend auf der Datenbank einen Vorschlag für den Import der gewünschten Literatur. Bitte prüfen Sie die Literaturangaben vor dem Import immer auf ihre Korrektheit.
Alternativ können Dateien auch direkt per Drag&Drop nach Mendeley kopiert werden oder bereits bestehende Literaturverzeichnisse aus anderen Programmen importiert werden. Unterstützt wird zurzeit der Import folgender Dateien: BibTex (.bib), EndNote (.xml), RIS (.ris) und Zotero (zotero.sqlite)

Integrierter PDF-Viewer

Im Unterschied zu Literaturverwaltungsprogrammen wie RefWorks kann man in Mendeley Publikationen als PDF importieren und sie direkt dort lesen, annotieren und kommentieren. In Windows können die Notizen und Markierungen über die Druckfunktion zusätzlich als PDF exportiert werden. Einzig handschriftliche Notizen und Skizzen sind nicht möglich.

Synchronisation in der Cloud

Mendeley bietet jedem Nutzer 2 GB kostenlosen persönlichen Speicherplatz in der Cloud. Das ist vor allem für jene interessant, die PDFs direkt in Mendeley importieren und dort lesen. Die Dateien werden nur bei Bedarf auf die Geräte heruntergeladen. Falls Sie also offline Lesen möchten achten Sie darauf, dass Sie die gewünschten PDF-Dateien vorher heruntergeladen haben. Die Synchronisation läuft automatisch und zuverlässig, so dass Sie jederzeit von überall aus Zugriff auf ihre aktuelle Literatursammlung und die annotierten Dateien haben. Mendeley bietet auch einen online PDF-Reader, mit dem die PDFs direkt im Browser gelesen und annotiert werden können.

Mendeley Word-PlugIn

Mit dem Reference Manager können Sie auf Windows und Mac direkt im Word auf Ihre Literatursammlung zugreifen und daraus zitieren oder eine Bibliografie erstellen. Es stehen die gängigen Zitierstile zur Verfügung. Bitte prüfen Sie, ob der verwendete Zitierstil den Vorgaben Ihres Instituts entspricht. Es gibt pro Studiengang unterschiedliche Vorgaben und einige nutzen ZHAW-spezifische Zitierstile, die Sie allenfalls manuell anpassen müssen. Mit Android und iOS ist das automatische zitieren aus Word nicht möglich. Sie können als Zwischenlösung die Mendeley Bibliothek als .ris ins RefME importieren und von dort aus eine Referenz oder Bibliografie ins Word kopieren. Das kostenpflichtige RefME Plus bietet ein Word PlugIn für iOS.

Suche und empfohlene Artikel

Sie können die Datenbank und das soziale Netzwerk von Mendeley für die Suche nach wissenschaftlichen Publikationen nutzen. Praktisch ist auch die Funktion Mendeley Suggest, die basierend auf Ihrer bereits importierten Literatur weitere möglicherweise interessante Artikel vorschlägt. Alternativ können Sie auch jederzeit über die Bibliothek verwandte Artikel abrufen.

Kollaboration

Mendeley bietet die Möglichkeit, gemeinsame Literaturverzeichnisse zu erstellen und gemeinsam Dokumente zu annotieren. Diese Funktionen finden wir sehr spannend und sehen viel Potenzial für die Anwendung im Studium, besonders in den höheren Semestern und in den Masterstudiengängen. Leider ist der kostenlose Account limitiert auf 100 MB gemeinsamen Speicherplatz und eine private Gruppe mit maximal 3 Mitgliedern, womit die Möglichkeiten sehr eingeschränkt sind.

Weitere Informationen

Alternativen

Schlussevaluation papierloses Studium: Tablet-Nutzung im Unterricht und im Selbststudium

Im vierten Teil der Schlussevaluation widmen wir uns der didaktischen Perspektive des papierlosen Studiums und dem Einsatz der Tablets im Unterricht und im Selbststudium.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Studierenden der Klasse BT13, da es der einzige Studienjahrgang ist, der noch den Unterschied zum papierbasierten Studium kennt. Die jüngeren Studienjahrgänge BT14 und BT15 haben bereits seit Beginn ihres Studiums an der ZHAW papierlos mit einem Tablet gearbeitet.

Tablet-Nutzung während des Unterrichts

Die Studierenden nutzen das Tablet während des Unterrichts vor allem für folgende drei Aktivitäten:

  1. Erfassen von Notizen mit der Tastatur
  2. Hervorheben von Textstellen
  3. Nachschlagen von Informationen im Internet

Die Notizen werden in der Regel mit der Tastatur erfasst, allerdings gaben 62% der Studierenden an, mind. gelegentlich auch handschriftliche Notizen und Skizzen auf dem Tablet zu erfassen.

NotizenBei einer genaueren Betrachtung fällt auf, dass die Klasse BT13, die erst im 3. Semester auf papierlos umstellte, alle drei Aktivitäten seltener ausübt als die Klassen BT14 und BT15. Der Unterschied ist vor allem bei den handschriftlichen Notizen sehr ausgeprägt: Während bei BT13 nur 15% der Studierenden regelmässig (immer/oft) handschriftliche Skizzen und Notizen mit dem Tablet anfertigt, sind es bei BT14/15 fast drei Mal so viele. BT13 und BT14 haben zwar dieselben Gerätetypen erhalten, aber in der Klasse von BT13 gibt es mehr Dell-NutzerInnen. Dadurch waren bei BT13 mehr Studierende von den technischen Problemen mit der Stifterkennung und dem Touchscreen beim Dell Venue 11 Pro betroffen.

Ablenkung ist nur ein Klick entfernt

Der Grossteil der Studierenden folgt dem Unterricht gemäss eigenen Angaben aufmerksam und sucht mind. gelegentlich den Augenkontakt mit der Lehrperson. 43% der Studierenden gab jedoch an, mind. gelegentlich nebenbei auf Social Media zu surfen, wobei dies bei den Dell-NutzerInnen mit über 50% deutlich ausgeprägter ist als bei den iPad-NutzerInnen (28%).

AufmerksamkeitDer Anteil der Studierenden, die sich nicht aktiv in Diskussionen einbringen und selten bis nie eine Frage stellen ist mit über 45% relativ hoch, wobei das Interaktionslevel natürlich stark vom Unterrichtsformat abhängt. Da Studierende Informationen jederzeit im Internet nachschlagen können, könnte es z.B. sein, dass sie als Folge der Lehrperson weniger Fragen stellen. Dazu können wir aber wegen fehlenden Vergleichsmöglichkeiten keine konkreten Aussagen machen.

Tablet-Nutzung während des Selbststudiums

Für 80% der Bachelorstudierenden in Biotechnologie ist das Recherchieren im Internet eine der Hauptaktivitäten im Selbststudium. Rund 60% schlagen zudem regelmässig Fachbegriffe und Fremdwörter nach und über 50% gaben an, im Selbststudium regelmässig Lernressourcen und Aktivitäten auf der Lernplattform Moodle zu nutzen.

35% der Studierenden suchen ausserdem selbständig im Internet nach zusätzlichen, externen Lernressourcen und rund 40% nutzen regelmässig Videos für das Selbststudium. Interessant ist, dass das regelmässige, selbständige Suchen nach zusätzlichen Lernressourcen bei den jüngeren Studienjahrgängen BT14/15 mit 40% deutlich ausgeprägter ist als bei BT13 (20%).

LernressourcenMobiles Lernen

Die Mehrheit der Studierenden lernt während der Phase des Selbststudiums hauptsächlich von zu Hause aus. Es gibt aber je einen gleich grossen Teil (23%) von Studierenden, die regelmässig (immer/oft) unterwegs und an der Hochschule lernen. Die iPad-NutzerInnen lernen doppelt so häufig unterwegs wie ihre KollegInnen mit einem Dell Venue 11 Pro.

Mobile LearningUnterlagen ergänzen und Zusammenfassungen schreiben

Im Selbststudium ist vor allem das Hervorheben von Textstellen in den Unterlagen weit verbreitet; rund 70% der Studierenden macht dies regelmässig (immer/oft). 56% der Studierenden gaben zudem an, dass sie im Selbststudium regelmässig ihre Notizen aus dem Unterricht ergänzen.

Rein lerntechnisch ist es allerdings effizienter, wenn die Studierenden das Gelernte in eigenen Worten z.B. in einer Zusammenfassung wiedergeben. Diese Lerntechnik nutzen 40% der Studierenden bereits regelmässig während des Semesters.

Die Arbeit mit digitalen Unterlagen vereinfacht das Teilen von Lernressourcen, da die persönlichen Zusammenfassungen und Notizen einfach per Mail oder über einen Cloud-Dienst mit Mitstudierenden geteilt werden können. Das Austauschen und Abgleichen von Notizen und Zusammenfassungen bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihr Wissen zu ergänzen und durch die Perspektiven der Mitstudenten allenfalls auf weitere, wichtige Punkte im Stoff aufmerksam zu werden. Von dieser Möglichkeit machen aber bisher nur wenige Studierende gebraucht. Gerade mal 18% der Studierenden teilen ihre Zusammenfassungen regelmässig mit ihren Mitstudierenden.

Dialog und TeilenBei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die Studierenden mit dem Dell Venue 11 Pro fast 3-Mal häufiger regelmässig Zusammenfassungen teilen und häufiger gemeinsam an Dokumenten arbeiten (+22.8%) als ihre Studienkolleginnen mit einem iPad. Die Zusammenarbeit scheint mit einem Windows-Tablet besser zu funktionieren als mit dem iPad. Es zeigt sich auch, dass die Hälfte der Studierenden der Klasse BT13 regelmässig gemeinsam an Dokumenten arbeitet, während dies bei den jüngeren Studienjahrgängen (BT14/15) nur bei 19% der Fall ist.

Literatur verwalten und teilen

Bei den Applikationen (Teil 3 der Evaluation) war uns aufgefallen, dass die Studierenden keine Literaturverwaltungssoftware erwähnt haben. Nun zeigt sich, dass doch rund 30% der Studierenden mind. gelegentlich Literatur mit einem Literaturverwaltungssystem verwalten. Rund 50% lesen zudem mind. gelegentlich wissenschaftliche Publikationen und 28% lesen zwischendurch auch mal ein e-Book. Das Teilen von Literaturressourcen ist für die meisten Studierenden kein Thema.

Die roten und orangen Bereiche (nie/selten) sind hier überdurchschnittlich gut vertreten. Die Inhalte, welche die Studierenden während des Selbststudiums im Internet recherchieren, scheinen grösstenteils nicht in die Kategorien der wissenschaftlichen Publikationen und Literatur zu fallen.

LiteraturImmerhin zeigt sich, dass die Studierenden der Klasse BT13, die an der Bachelorarbeit arbeiten, öfters wissenschaftliche Publikationen lesen (+21.4%) und auch häufiger ein Literaturverwaltungssystem nutzen (+24.8%) als die Studierenden den Klassen BT14/BT15. Ausserdem sieht man auch ganz klar, dass die Literaturverwaltung auf dem Dell Venue 11 Pro besser funktioniert als auf dem iPad, da rund 30% der Dell-NutzerInnen regelmässig ein Literaturverwaltungssystem auf dem Tablet nutzen, während es bei den iPad-NutzerInnen nur gerade rund 5% sind. Das könnte auch daran liegen, dass sich das Literaturverwaltungssystem der ZHAW (RefWorks) nur bedingt für das iPad eignet, da es eine Web-Applikation ist. Studierenden, die auf dem iPad Literatur verwalten möchten empfehlen wir Mendeley.

Unterlagen werden selten ausgedruckt

Rund 20% der Studierenden drucken regelmässig Unterlagen für das Selbststudium aus. In der Zeit der Prüfungsvorbereitung steigt dieser Wert bis auf 30%. Die Mehrheit der Studierenden (49%) druckt aber selten bis nie Unterlagen aus.

Unterlagen ausdruckenVerändert das papierlose Studium das Lernen?

Wir haben die Studierenden der Klasse BT13 in einer Zusatzfrage gefragt, wo sie durch die Umstellung auf das papierlose Studium selber Veränderungen an ihrem Lernverhalten festgestellt haben.

Die Antworten sind z.T. kontrovers ausgefallen, was die einen als Nachteil sehen, sehen andere als Vorteil. Hier eine Zusammenstellung der eingegangenen Kommentare:

  • Ich habe eine bessere Übersicht über den Lernstoff und kann diesen einfacher einteilen.
  • Mir fällt es schwerer den Überblick zu bewahren.
  • Bessere Zusammenfassungen.
  • Anfangs habe ich weniger eigene Notizen geschrieben (z.B. Lernkarten). Mittlerweile habe ich mich aber an die Umstellung gewöhnt und nutze wieder verschiedene Lernstrategien.
  • Nehme Unterricht teilweise auf (Audio), so dass ich, wenn es zu schnell ging, Teile der Vorlesung nochmals anhören kann.
  • Lerne vermehrt mit YouTube Videos.
  • Brauche ausgedruckte Unterlagen um richtig lernen zu können.
  • Kein Ausdrucken mehr.
  • Man ist mehr abgelenkt sowohl beim Lernen als auch im Unterricht.
  • häufigere Pausen: sowohl dadurch, dass es weniger angenehm ist auf dem Display zu lesen als auf Papier aber auch durch Ablenkung des Internets.

Im nächsten Teil schauen wir uns noch an, wie sich die Studierenden auf die Prüfungen vorbereiten und was sie davon halten, elektronische Hilfsmittel an den Prüfungen zuzulassen.