Landwirtschaft in der Stadt? Was zunächst ungewöhnlich klingt, gehört in Zürich längst zum Alltag. Damit Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung zusammenspielen, braucht es Fachpersonen, die den Überblick behalten, vermitteln und Projekte koordinieren. Eine von ihnen ist Filippa Locher, Projektleiterin Landwirtschaft bei Grün Stadt Zürich.

Autorin: Filippa Locher
Umweltingenieurin, ZHAW-Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen, Studienbeginn 2017
Projektleiterin, Grün Stadt Zürich, Fachbereich Landwirtschaft
Ihr Berufsalltag zeigt, wie vielseitig moderne Landwirtschaft heute ist und wie wichtig ökologische und organisatorische Kompetenzen geworden sind.
Verantwortung für städtische Landwirtschaftsbetriebe
Filippa Locher betreut drei der insgesamt 14 Pachtbetriebe der Stadt Zürich. Dabei begleitet sie nicht nur die laufenden Betriebe, sondern auch langfristige Entwicklungen: Einer der Höfe wird 2027 neu verpachtet, inklusive eines anschliessenden Bauprojekts.
Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt an der Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Gemeinsam mit Fachpersonen entwickelt sie ökologische Aufwertungsmassnahmen auf städtischen Landwirtschaftsflächen und setzt diese um. Gleichzeitig unterstützt sie die Landwirtinnen und Landwirte der Stadt Zürich bei administrativen Fragen rund um Direktzahlungen, neue Regelungen oder Vernetzungsprojekte.
«Als Gemeindestellenleiterin bin ich dafür verantwortlich, dass sich die Landwirte der Gemeinde Zürich rechtzeitig für die Direktzahlungen anmelden. Ich informiere sie über neue Regelungen, Landschaftsqualitäts- und Vernetzungsprojekte und beantworte ihre Fragen zu Direktzahlungen.»
Auch Kontrollen auf den Betrieben gehören dazu – etwa zu Schnittzeitpunkten oder zum Umgang mit invasiven Neophyten. Der Beruf verbindet damit Büroarbeit, Projektmanagement und regelmässige Einsätze direkt vor Ort.
Vom Gemüsebau in die Projektleitung
Bevor Filippa Locher ihre heutige Stelle antrat, sammelte sie praktische Erfahrung als Betriebsleiterin einer Gemüsegärtnerei. Drei intensive Jahre, die ihren weiteren Berufsweg stark geprägt haben.
Die praktische Arbeit habe ihr geholfen, landwirtschaftliche Betriebe besser zu verstehen – ein Wissen, das ihr heute in der Zusammenarbeit mit den Pachtbetrieben zugutekommt. Die Stelle bei Grün Stadt Zürich fand sie später über eine Stellenplattform.
Was aus dem Studium im Berufsalltag bleibt
Viele Inhalte aus dem Studium begleiten Filippa Locher bis heute. Besonders wichtig seien Themen rund um Ökologie, Biodiversität und nachhaltige Landwirtschaft.
«Schnittstellen sehe ich täglich zu den Modulen Flora und Fauna, Lebensräume der Schweiz, den Grundlagen der biologischen Landwirtschaft und Hortikultur sowie dem Modul Landschaftsökologie.»
Lernen endet nicht mit dem Studium
Auch nach dem Studium gehört Weiterbildung zum Berufsalltag. Vor allem in das Thema Direktzahlungen musste sich Filippa Locher intensiv einarbeiten. «Gut, hat mich mein Vorgänger ein Jahr bei der Übergabe begleitet.» Gleichzeitig konnte sie ihr praktisches Wissen über landwirtschaftlichen Betrieben – vom Gemüsebau bis zur Tierhaltung – weiter vertiefen.
Zum Schluss hat sie einen einfachen, aber wichtigen Rat für Studierende:
«Wählt Module, die euch interessieren!»